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News-Archiv (bis Februar 2017)

Kipkemoi fühlt sich in Heimstatt wohl

Geschrieben von OV am 2014-12-24
Junger Kenianer absolviert Freiwilliges Soziales Jahr in Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung

Er mag Deutschland: Peter Kipkemoi betreut Kinder und Jugendliche. (Foto: Lammert)


Er hat ein klares Ziel vor Augen. Nach seiner Tätigkeit in Neuenkirchen plant er, ein Studium im Bereich Soziales zu beginnen.

Zwischen Eldoret in Kenia und Neuenkirchen liegen gut neun Flugstunden. Weit weg ist Peter Kipkemoi von seiner Familie in der viertgrößten Stadt seines Heimatlandes. Und doch hat er den Schritt in eine für ihn vielleicht wegen seines Deutschunterrichtes in der Schule doch nicht ganz so fremde Kultur nicht bereut.

Der 20-Jährige absolviert seit dem 1. August ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Heimstatt Clemens-August. Dass es ausgerechnet diese Einrichtung geworden ist, ist nicht nur ein Zufall. In Kenia hatte Peter Kipkemoi eine Zeit lang Deutschunterricht bei Dorothee Siefke aus Holdorf. Sie hatte ihn auf die Heimstatt aufmerksam gemacht.

Warum hat er sich dort beworben? „Ich wollte wissen, ob Kinder in Deutschland genauso betreut werden wie in Kenia“, antwortet der Abiturient, der hervorragend Deutsch spricht. Inzwischen hat er festgestellt: Der Kontakt zwischen den Kindern und ihren Betreuern ist in Deutschland wesentlich enger als in seiner Heimat. Und es gab noch einen Grund für die Bewerbung, ein FSJ in der Heimstatt zu absolvieren. Peter Kipkemoi wusste unmittelbar nach dem Abitur nicht, wie sein beruflicher Weg aussehen sollte. Vielleicht eine Tätigkeit mit Kindern, vielleicht aber auch Ingenieur.

Auch da hat ihm die Heimstatt die Entscheidung erleichtert. Er möchte nach dem FSJ etwas im Bereich Soziales studieren, um später mit Menschen zu arbeiten. „Ich weiß aber noch nicht, ob ich nach Kenia zurückgehe oder in Deutschland studiere“, erklärt er weiter. Sollte er im Land bleiben, steht für ihn schon fest: Er studiert in Kassel, Frankfurt oder in Marburg. Für einen Kenianer sei ein Studium viel wichtiger, um später Erfolg zu haben als für einen Deutschen. Dem stünden auch andere Wege

Doch bis zum Studium ziehen noch einige Monate ins Land. In deren Verlauf wird der 20-Jährige sich weiter intensiv mit den geistig-behinderten Kindern und Jugendlichen befassen, um die er sich mit anderen Betreuern kümmert. Zu seinen Aufgaben gehört es, mit ihnen zu spielen und zu basteln. Zwar sieht sein Vertrag als Arbeitszeiten die Früh- und die Spätschicht vor, doch häufig ist Peter Kipkemoi nachmittags im Einsatz. Denn vormittags besuchen die Kinder und Jugendlichen die Tagesbildungsstätte. Offen.

Eines hat ihm das Einleben in die Arbeit sehr erleichtert. „Alle in der Heimstatt waren bereit, mir zu helfen“, erzählt der Kenianer, der sich mit drei weiteren FSJ-Absolventen eine von der Heimstatt zur Verfügung gestellte Wohnung

Wenn er nicht dort oder im Dienst ist, reist der begeisterte Tänzer durch Deutschland. Einige Städte wie Kassel hat er schon gesehen. Andere fehlen noch. Neben Berlin auch Konstanz. Und wieso ausgerechnet Konstanz? „Mir hat jemand gesagt, dass es am Bodensee sehr schön sein soll“, sagt Peter Kipkemoi



Pater Beda feiert seinen 80. Geburtstag

Geschrieben von OV am 2014-12-24
Franziskaner hat auch im Südkreis Vechta viele Unterstützer

Ehrentag: Auch in Damme gratulieren Menschen Pater Beda. (Foto:Lohoff)


Seinen 80. Geburtstag feiert am heutigen Mittwoch der auch in der Stadt sehr bekannte Pater Beda von den Franziskanern im Kloster Bardel. Vor 46 Jahren predigte der Geistliche zum ersten Mal in Damme und warb um aktive Unterstützung bei den Altpapier- und Kleidersammlungen. Mit deren Erlös sollten Hilfsprojekte in Brasilien initiiert beziehungsweise unterstützt werden.

„Die Bewohner der Gemeinden in Damme, Neuenkirchen, Steinfeld und Handorf-Langenberg zeigten sich von Anfang an sehr aufgeschlossen für das Anliegen des Paters, und das nicht nur für eine befristete Zeit“, erinnert sich Ernst Bögershausen vom Arbeitskreis Pater Beda, der sich bald gründete. In manchen Familien fahren mittlerweile Enkel die Fahrzeuge bei den Sammlungen, bei denen sich ihr Großvater von Beginn an bereitwillig eingebracht hatte.

Mit dem Erlös aus vielfältigen Sammlungen und Aktionen im Südkreis finden ungezählte Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten Hilfe und Ausbildung. Allein im Rahmen eines Projektes bei Salvador werden jährlich rund 1000 Kinder und Jugendliche betreut. Diese Einrichtung wurde sogar von einer Abordnung des Deutschen Fußballbundes bei der Fußballweltmeisterschaft im Sommer besichtigt.



Naturschutzbehörde prüft alte Eichen

Geschrieben von OV am 2014-12-23
Besitzer darf sofort zehn der 30 Bäume am Fladderweg in Holdorf fällen

Gestern nahmen Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vechta den Baumbestand in Holdorf am Fladderweg selbst in Augenschein. Ergebnis: Zehn Bäume dürfe der Besitzer sofort schlagen, teilte der Sprecher des Landkreises, Jochen Steinkamp, mit. Die anderen etwa 30 Eichen werden nun zunächst auf ihre Bedeutung für den Artenschutz untersucht. Die Polizei hatte am Samstagmorgen eine Fällaktion auf einem Hofgelände gestoppt. Bei dem Bestand handele es sich um ein Hofgehölz, sagte Steinkamp. Das Fällen sei zulässig, wenn die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes eingehalten würden.



Landkreis sucht nach bedrohten Tierarten

Geschrieben von OV am 2014-12-23
Größter Teil des Eichenbestands am Fladderweg in Holdorf wird vor weiteren Fällarbeiten genauer überprüft

Bis zu 150 Jahre alt sind die Bäume auf dem Hofgelände: Naturschützer vermuten aus diesem Grund Hirschkäfer. Foto: Honkomp


Zunächst begutachteten die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde den Bestand nur per Luftbild. Gestern waren sie vor Ort.

Farbe hatten gestern zwei Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vechta mitgebracht, als sie den alten Eichenbestand in Holdorf am Fladderweg nun erstmals vor Ort begutachteten. Damit markierten sie zehn der insgesamt etwa 40 Eichen auf dem Hofgelände. Dies teilte gestern Landkreis- Sprecher Jochen Steinkamp mit.

Die markierten Bäume könne der Besitzer sofort fällen, sagte er. Die weiteren Eichen auf dem Hofareal, „die sehr alt sind, müssen einer artenschutzrechtlichen Prüfung unterzogen werden“, sagt Steinkamp. Am Samstag hatten Nachbarn die Polizei alarmiert, als Arbeiter mit dem Schlagen der Bäume begonnen hatten. Die Beamten stoppten die Aktion. Zunächst solle die Rechtslage geklärt werden.

Das geschah gestern. Wie der derzeitige Eigentümer der Bäume bereits am Wochenende gegenüber dieser Zeitung erläutert hatte, habe der sich ordnungsgemäß verhalten und sich vor der Fällaktion beim Landkreis nach den rechtlichen Voraussetzungen erkundigt, so Steinkamp. Dabei sei er auch auf die Vorschriften für den Artenschutz hingewiesen worden. Allerdings könnten die Mitarbeiter nicht bei jeder Anfrage dieser Art die betreffenden Bäume selbst in Augenschein nehmen. „Das ist nicht zu schaffen“, so Steinkamp. „Wir gehen davon aus, dass jemand, der seine Bäume schlagen will, weiß, welche Vorschriften es gibt.“ Wenn es Bedenken gebe, zum Beispiel hinsichtlich des Schutzes bedrohter Tierarten, müsse er von sich aus die Untere Naturschutzbehörde informieren.

Auch in diesem Fall hatten deren Mitarbeiter zur Beurteilung ein laut Steinkamp übliches Hilfsmittel angewandt: Luftbild- Datenbanken. Nach der Auswertung gab es im Kreishaus keine Bedenken, der Fällaktion grünes Licht zu geben – anders als beim gestrigen Vor-Ort-Termin.

Nun wird der Landkreis den Baumbestand näher untersuchen: Dabei gehe es um Vorkommen von Fledermäusen, Käfern oder anderen Insekten. Der Dammer Hirschkäfer-Experte Werner Schiller, erster Vorsitzender der Dammer Ortsgruppe des Naturschutzbundes, glaubt: „Bei dem Alter des Bestandes ist es zu vermuten, dass es hier Hirschkäfer gibt.“ Doch dies sei derzeit nur sehr schwer zu überprüfen, da sich die Larven im Boden befänden. Falls die Bäume tatsächlich gefällt werden sollten, hofft er, dass zumindest die Baumstümpfe nicht gerodet würden. „In diesem Bereich halten sich die Larven auf.“

Grundsätzlich gilt: Konkret unter Schutz stehen nur Bäume, die im Kreishaus als Naturdenkmäler erfasst wurden. Im Frühjahr dieses Jahres gab es im Landkreis 74. Allerdings haben die Kommunen die Möglichkeit, ein Erhaltungsgebot für Baumbestände oder ortsbildprägende Bäume zu erlassen. Diese dürfen nur gefällt werden, wenn eine Befreiung erteilt wurde.





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