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News Archiv

49 Jahre alter Holdorfer muss für sechs Monate ins Gefängnis

Geschrieben von OV am 2014-03-06
Insolventer Speditionsunternehmer weigert sich, sechs Lkw herauszugeben / Bewährung kommt für Richter nicht in Frage

Ein 49 Jahre alter Kaufmann aus Holdorf muss wegen Unterschlagung für sechs Monate ins Gefängnis. Das entschied jetzt das Strafgericht des Amtsgerichtes Vechta.

Die Strafe für den Mann, der mit seinem Speditionsunternehmen in die Insolvenz geraten ist und bereits zwei Mal vom Strafgericht verurteilt worden ist, konnte nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. Denn die Bewährungszeit für eine vor einem Jahr verhängte Strafe von eineinhalb Jahren gegen den Mann läuft noch.

Der Angeklagte hatte sich elf Lkw vom Typ Volvo auf Mietkaufbasis angeschafft. Sie wurden durch die Gesellschaft für Absatzfinanzierung (Gefa) finanziert. Nach Zahlung von monatlichen Beträgen sollten sie nach 48 Monaten in seinen Besitz übergehen. Im April 2012 wurde der Mietkauf durch die Bank wegen Zahlungsschwierigkeiten des Holdorfers gekündigt. Der gab fünf Lastwagen zurück, der Mietkauf für die übrigen sechs lief zunächst weiter. Wegen erneuter Zahlungsschwierigkeiten wurde der Kauf im April 2013 dann auch für die restlichen sechs Autos gekündigt. Die Tochterfirma der Bank sollte die Lastwagen abholen. Dazu kam es aber nicht. Erst vor zwei Monaten konnten zwei Lkw geholt werden, die Standorte der übrigen vier waren nicht bekannt.

Der Mitarbeiter der Abholfirma erklärte als Zeuge, dass er den Holdorfer nie habe erreichen können und dieser nicht reagiert habe. Erst nach einer Strafanzeige und einem Anerkenntnisurteil des Landgerichtes Oldenburg im November 2013 habe der Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung beauftragt werden können. Dieser habe dann die Anwesenheit der zwei Lastwagen, die im Januar 2014 abgeholt wurden, mitgeteilt. Vier Lastwagen seien noch im „Besitz“ des Holdorfers.

Der Angeklagte berief sich darauf, dass er erst eine Abrechnung der abgeholten Lastwagen hätte abwarten wollen. Deshalb habe er diese zurückgehalten, die Autos seien zum Teil in der Werkstatt und in Lettland gewesen.

Der Strafrichter zeigte sich erstaunt über das Verhalten des Angeklagten, der ein Jahr nach der Kündigung der Verträge noch immer vier Lkw nicht zurückgegeben und ein Jahr lang die Besitzer der Autos hingehalten habe. Im Zusammenhang mit seiner Insolvenz sei das jetzt die dritte Straftat, eine Bewährung komme deshalb auch nicht mehr in Frage.



Neue Experten für Handorfer Mühlenbach

Geschrieben von OV am 2014-03-05
Die Planungen für Holdorfs Hochwasserschutz sollen konkreter werden / Weitere Planer beauftragt

Für den Hochwasserschutz gibt es schon Ideen. Die sollen jetzt aber weitergeführt werden. Außerdem ist für eine mögliche Umleitung des Handorfer Mühlenbachs ein neues Planer-Gespann beauftragt.

Es kommt wieder Bewegung in die Suche nach einer Lösung für Holdorfs künftigen Hochwasserschutz. Hinter verschlossenen Türen einigten sich die Mitglieder des Holdorfer Rates im nicht öffentlichen Teil ihrer jüngsten Sitzung darauf, jetzt Geld in die Hand zu nehmen. Das gilt sowohl für die Variante der Rückhaltebecken als auch für die Möglichkeit der Westumleitung. Ziel sind konkrete Planungen, die die Entscheidung für eine der beiden Varianten leichter machen sollen.

Wie Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug erklärte, ist bei den Planungen zu den hintereinander gesetzten Rückhaltebecken weiterhin das bereits von Anfang an beauftragte Planungsbüro IDN Partner dabei. Für die Variante, bei der das Wasser westlich um den Ort herumgeführt werden soll, ist das Planungsbüro Wolfgang Rötker aus Gehrde mit im Boot für den Part des Landschaftsbaus, Frank Diederich vom Ingenieurbüro aus Westerkappeln für den Wasserbau. Ziel sei es, so Krug, eine exakte Vergleichbarkeit der beiden Möglichkeiten zu bekommen. Das bedeute auch, dass man dann über Unterlagen verfüge, die für einen Bauantrag nötig seien. Nur anhand solcher Bauantragsunterlagen sei auch die Beurteilung der beiden Varianten für Dritte möglich. Bisher war das Ingenieurbüro IDN für die grundlegenden anfänglichen Planungen beauftragt.

Jetzt sollen beide Varianten planerisch bis zu Ende durchgearbeitet werden. Das sei dann gleichzusetzen mit Bauantragsunterlagen, sagt Bürgermeister Krug. Die CDU-Mehrheitsfraktion hatte zunächst die ökonomischere Variante der Regenrückhaltebecken gegenüber der ökologischen Umleitungsvariante favorisiert. Nach einer Bürgerversammlung im Dezember des vergangenen Jahres, bei der Kritik an dieser Lösung aufgekommen war, stand die CDU aber nicht mehr geschlossen hinter dieser Variante. CDU- Fraktionsvorsitzender Norbert von Handorff wies gestern noch einmal auf den Fraktionsbeschluss für die Rückhaltebecken-Lösung hin. Gleichzeitig betonte er, dass es wert sei noch einmal Geld in die Hand zu nehmen, um die beste Lösung zu finden. Bis zur Sommerpause solle diese vorliegen: „Damit wir wissen, in welche Richtung wir weiter marschieren.“ Eile sei insofern geboten, da man beispielsweise im Überschwemmungsgebiet keine B-Pläne aufstellen könne.

SPD Fraktionschef Martin-Fischer hingegen glaubt nicht, dass das neu eingeschaltete Planungsbüro neue Erkenntnisse bringt. Wie die UWG hat sich die SPD geschlossen für eine ökologische Lösung und damit die Westumgehung ausgesprochen. Fischer hätte es viel besser gefunden, alle Interessensgruppen hätten sich zusammen an einen Tisch gesetzt, um eine Lösung zu finden. Das hätte Geld gespart. Ähnliches hatte auch die UWG vorgeschlagen. Außerdem, so Fischer hätten sich schon rund 70 Prozent des Rates mit der Umgehung angefreundet, es gebe nur einige Skeptiker. Er plädiert dafür, sich nicht unter Zeitdruck zu setzen, sondern die Planungen sorgfältig abzuwägen.



Neubauten verändern Holdorfs Gesicht

Geschrieben von OV am 2014-03-04
Wirtschaftsforum-Chef will Schattenwurf der Bauten und Lkw im Ort auf heutiger Versammlung thematisieren

Dominante Bauten: In Holdorfs Ortskern entstehen zwischen Großer Straße und Lerchenstraße neue Wohnungen. (Foto: Köhne)


Mit der Aufstockung eines Gebäudes und drei Neubauten zwischen Großer Straße und Lerchenstraße bekommt Holdorf dort ein fast städtisches Bild. Das wird nicht nur positiv gesehen.

Sie bilden die neue Skyline von Holdorf. Die vier Wohnhäuser, die an der Großen Straße entstehen und teils bereits bezogen sind.

Skyline ist im Grunde übertrieben, denn die Neubauten sind nur dreistöckig. Sie sind, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug sagt, nicht höher als die umliegenden Gebäude. Was sie im Erscheinungsbild mächtiger als andere Gebäude mache, sei möglicherweise, dass die Fassade im oberen Bereich eingerückt sei. Dadurch sind auch im dritten Stock keine schrägen, sondern gerade Wände. Dies wiederum lasse der Bebauungsplan zu, so Krug. Für ihn stehen die Neubauten in Holdorfs Zentrum dafür, dass die Zeichen der Zeit erkannt wurden: „Die Nahverdichtung ist eingetreten.“

Auf diese blickt Günter Böckmann, Vorsitzender des Wirtschaftsforums Holdorf, kritischer. Deshalb will er das Thema ansprechen in der heutigen Generalversammlung des Wirtschaftsforums, die um 19 Uhr im Hotel zur Post beginnt. Böckmann, der als Hotelchef freie Sicht auf die Neubauten hat, wird häufig auf sie angesprochen. Er weiß, dass Bewohner der Neubauten sich durch den Schattenwurf des jeweils davorstehenden Neubaus gestört fühlen. Besonders davon betroffen seien die Mieter im Erdgeschoss. Ganz so dicht wie die Häuser jetzt dort stehen, hätte es nicht sein müssen, findet Böckmann. Bürgermeister Krug hingegen meint, eine Gemeinde müsse beides haben: eine Verdichtung im Ortskern, aber auch großzügigere Bauflächen.

Ein weiteres Problem, das nicht nur die Bewohner der Neubauten im Ortskern betrifft, will Böckmann heute ebenfalls anschneiden. Es ist der Lastkraftverkehr, der durch den Ort fährt. Sogar nachts donnern Lkw-Fahrer durch den Ort, statt über die Industriestraße auszuweichen. Im vergangenen Sommer war im Sicherheitsausschuss über dieses Thema diskutiert worden. Denn es gibt auch ortsansässige Firmen, die mit einer Sperrung der Ortsdurchfahrt für den Lkw- Verkehr nicht einverstanden sind. Über ein mögliches Nachtfahrverbot hatte sich die Gemeinde bereits beim Landkreis erkundigt und eine abschlägige Antwort erhalten.

Bis Anfang 2015 soll die innerörtliche Durchfahrtsstraße, die derzeit noch Landesstaße ist, in eine Gemeindestraße umgestuft werden – vom Dinklager Kreisel bis Kreuzung Neuenkirchener Straße/Große Straße. Gleichzeitig soll die Industriestraße zur Landesstraße werden.



Wasserverband hofft auf Hilfe von Nachbarn

Geschrieben von OV am 2014-03-03
Wasserwerk Fladderlohausen fördert weniger

Der Landkreis Vechta will, dass nur noch 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich aus dem Werk gepumpt werden. Das könne zu Problemen bei der Versorgung führen, sagt der Verband.

Der Wasserverband Bersenbrück kann dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) möglicherweise aus seinem Versorgungs- Dilemma helfen – allerdings nur im Notfall. Das Dilemma besteht darin, dass der Landkreis Vechta dem Verband Ende 2013 bewilligt hat, künftig nur noch 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich aus dem Wasserwerk Fladderlohausen zu fördern. Das sind eine Million Kubikmeter weniger als beantragt und weniger als die 4,8 Millionen Kubikmeter Wasser, die der OOWV dort bisher jährlich aus den Tiefen pumpte. Der Verband befürchtet, seine Abnehmer nicht mehr ausreichend versorgen zu können.

Ralph-Erik Schaffert, der Geschäftsführer des Wasserverbands Bersenbrück, erklärt: „Wir könnten im Notfall aushelfen und vorübergehend vom Wasserwerk Engter 200 000 Kubikmeter Wasser zur Verfügung stellen.“ Das gelte aber nur für einen gewissen Zeitraum, nur im Notfall und sei auf keinen Fall eine Dauerlösung. Das Ganze sei zudem nicht so einfach, da für diese Notverbund-Lösung neue Leitungen gebaut werden müssten. Angedacht sei, dass Engter ein getrenntes Versorgungsgebiet des OOWV übernimmt.

Egon Harms, Bereichsleiter Gewässerschutz beim OOWV, sagt auch mit Blick zum relativ nahen Wasserverband Bersenbrück: „Technisch ist vieles machbar. Aber keiner ist in der Lage, uns dieses oder nächstes Jahr auszuhelfen. Eine Ad-hoc- Lösung gibt es nicht.“

Parallel zur Lösungssuche hat der Wasserverband beim Verwaltungsgericht Oldenburg dagegen geklagt, dass der Landkreis nur noch eine abgespeckte Fördermenge bewilligt hat. Auch zwei Holdorfer aus dem Umfeld der Interessengemeinschaft zur umweltverträglichen Wasserförderung (IGUVW) haben den Klageweg beschritten. Sie halten auch die geringere Fördermenge noch für zu hoch.





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