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News Archiv

Unterschiedlicher Blick auf ein Gebiet

Geschrieben von OV am 2013-09-23
Neues Gewerbegebiet in Holdorfs Süd-Westen geplant /Ratsherr weist auf Bedeutung für Trinkwasserbildung hin

Gegen das Gewerbegebiet: (von links) Ulrich Heitmann, Ludger Frye und Bernard Schonhöft. Foto: (Köhne)


Die Gemeinde Holdorf will ein neues Gewerbegebiet ausweisen. Bei der Fläche, die dafür bestimmt ist, prallen verschiedene Interessen aufeinander.

Wo der Kauz sich heute wohl fühlt, sollen künftig Gewerbehallen entstehen. Das ist in der Gemeinde Holdorf ein strittiges Thema (OV berichtete). Denn wenn es um die Änderung des Flächennutzungsplans südlich der Bundesstraße 214 und westlich der Hansalinie geht, prallen die Interessen von Kommune, Landwirtschaft und Naturschutz aufeinander. Die Gemeinde will sich dort die Option für ein Gewerbegebiet offen halten. Entschieden werden soll darüber morgen in der öffentlichen Ratssitzung, die um 18.30 Uhr im Ratssaal beginnt. Der Vorsitzende der Nabu- Kreisgruppe, Ulrich Heitmann, und sein Stellvertreter Ludger Frye bewerten das Gebiet ganz anders als Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug.

Dabei müsste ein Blick auf den Landschaftsplan der Gemeinde und den Landschaftsrahmenplan des Landkreises einen ersten Überblick verschaffen, ob es sich um Flächen handelt, die eine Bedeutung für Tier und Pflanzen haben, oder gar geschützte Biotope beherbergen.

Bereits im Februar hatten die Naturschützer kritisiert, dass der Landschaftsplan der Gemeinde Holdorf aus dem Jahr 2001 stammt. Dem Vorschlag der UWG, den Landschaftsplan zu aktualisieren, hatte die Mehrheit im Rat keine Zustimmung geschenkt. Den Landkreis hatten die Naturschützer daraufhin aufgefordert, von der Gemeinde einen aktuellen Landschaftsplan einzufordern.

Auf OV-Anfrage teilte der Sprecher des Landkreises Vechta, Stefan Weidelich, mit: „Ein aktueller Landschaftsplan der Gemeinde Holdorf liegt nicht vor.“ Da die Entscheidung über ein künftiges Gewerbegebiet erst morgen fällt, liegen dem Landkreis auch noch keine Pläne dazu vor. „Eine naturschutzrechtliche Stellungnahme kann daher aktuell nicht abgegeben werden“, so Weidelich.

UWG-Ratsherr Bernard Schonhöft, der dem Gewerbegebiet- Vorhaben gar nichts abgewinnen kann, bringt noch einen weiteren Aspekt in diese Diskussion ein: „Feuchtigkeitsgebiete sind bedeutend für die Trinkwasserbereitstellung und den Wasserrückhalt. Versiegelung vermindert die Grundwasserneubildung.“



Im Wald vor der eigenen Haustür viel Neues entdecken

Geschrieben von OV am 2013-09-21
Bewährte Zusammenarbeit: Barbara-Schule Handorf-Langenberg kooperiert mit Waldpädagogikzentrum Ahlhorn

Mit dem Kompass durch das Wald-Quiz: Nazar, Henry, Lilli und Lars beim besonderen Unterricht. (Foto: Köhne)


Mit Kompass und Karte suchen Nazar, Henry, Lilli und Lars ihren Weg durch den Wald am Naturlehrpfad Mühlenbach am Rande von Holdorf. Die Viertklässler der Barbara- Schule haben nicht viel Zeit, Reporter- Fragen zu beantworten, schließlich müssen sie schon die Rätsel lösen, die das Wald-Quiz aufgibt. Spaß, das sagen die vier bevor sie weiter durch den Wald eilen, macht ihnen das Erkunden der Natur.

In dieser Woche haben nicht nur Viertklässler sondern auch Zweit- und Drittklässler der Holdorfer Grundschule viel Zeit in dem Wald am Mühlenbach verbracht. Denn die Schule zählt seit drei Jahren zu den Kooperationspartnern des Waldpädagogikzentrums Ahlhorn. Juliane Kohlmeyer, Waldpädagogin bei den niedersächsischen Landesforsten, erklärt, dass jede Klasse, jede Altersstufe ihr spezielles Themengebiet bearbeitet. Einmal im Jahr schauen die Waldpädagogen Juliane Kohlmeyer und Waldpädagogikförster Werner Kühling des Landesforsten bei den Partnerschulen mit neuen Aufgaben vorbei. „Das Ganze ist ein fortlaufendes Programm“, erklärt Kohlmeyer. Die Viertklässler Nazar, Henry, Lilli und Lars haben im vergangenen Jahr zum Beispiel noch keinen Orientierungslauf durch den Wald absolviert. Die Drittklässler waren auch diesmal damit beschäftigt, Tiere und Pflanzen des Waldes kennen zu lernen.

„Die Kinder lernen in der Natur ganz anders“, sagt die Waldpädagogin. „Das, was sie hier lernen, bleibt sitzen“, diese Erfahrung hat auch die Lehrerin Jutta Brüggenolte gemacht. Der außerschulische Lernort Wald sei so wichtig, weil man nur schätzen könne, was man auch kenne. Schulen die sich für eine Kooperation mit dem Waldpädagogikzentrum Ahlhorn interessieren: www.landesforsten.de



Naturschützer warnen vor Kardinalfehler

Geschrieben von OV am 2013-09-20
Über das künftige Gewerbegebiet in Holdorf wird am Dienstag beschlossen /Heute eine Fläche geschützter Biotope

Der Wiesengrashüpfer: Nicht der einzige Grund, warum im von Biotopen durchzogenen Gebiet westlich der A1 und südlich der Bundesstraße 214 für die Naturschützer Ulrich Heitmann, Ludger Frye und Bernard Schonhöft (von links) kein Gewerbegebiet hingehört. (Foto: Köhne)


Von der A1 wäre es gut einzusehen. Ein Pluspunkt für ein künftiges Gewerbegebiet in Holdorfs Süd-Westen. Es würde aber auch den Verlust eines wertvollen Stücks Natur mit seltenen Tier- und Pflanzenarten bedeuten.

Unter jedem Schritt macht der Boden ein feuchtes Schmatzgeräusch. Und die Schuhe werden nass und nässer. Dass die Böden der Flächen an der Badberger Straße in Holdorf extrem nass sind, brauchen die Naturschützer Ulrich Heitmann und Ludger Frye eigentlich nicht zu erwähnen. Unbedingt klarstellen wollen der Vorsitzende der Nabu-Kreisgruppe Vechta und sein Stellvertreter aber, dass diese Flächen extrem wertvoll sind. „Hier findet man ein Mosaik aus gesetzlich geschützten Biotopen“, sagt Frye. Das könne man nicht einfach platt machen.

Deshalb können die Naturschützer ebenso wenig wie Holdorfs UWG-Ratsherr und Nabu- Mitglied Bernard Schonhöft das Vorhaben der Gemeinde verstehen, genau dort ein Gewerbegebiet auszuweisen, nämlich westlich der A1 und südlich der Bundesstraße 214. Dafür ist die Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Über sie wollen die Ratsmitglieder in der öffentlichen Ratssitzung, die am Dienstag (24. September) um 18.30 Uhr im Ratssaal beginnt, beschließen. Die Artenvielfalt von Fauna und Flora in dem Gebiet sei hoch, sagt Frye.

Sogar Tiere, die auf der roten Liste der gefährdeten Arten stehen, finden sich hier, wie Wiesengrashüpfer und Sumpfgrashüpfer. Die Naturschützer sagen, es sei die falsche Baustelle dort, wo es beispielsweise auch einen extrem hochwertigen Erlenbruchwald und viele Wallhecken gibt, ein Gewerbegebiet auszuweisen. Vielmehr, so Heitmann, seien diese Flächen ideal, um sie als Kompensationsflächen zu nutzen. „Außerdem fließt hier der Handorfer Mühlenbach. Ein gesetzlich festgesetztes Überschwemmungsgebiet“, so Frye. Wolle man Industrie ansiedeln, müsse man größere Ersatzflächen in noch größerer Qualität schaffen: „Das geht bei Feuchtbiotopen gar nicht.“ Alle natürlichen Gegebenheiten würden ignoriert, würde ein Gewerbegebiet an dieser Stelle entstehen, sind sich die drei einig: „Die Gemeinde ist dabei, einen Kardinalfehler zu begehen.“

Ein Blick auf den Landschaftsplan im Vorfeld hätte den Konflikt gezeigt, findet Schonhöft. Jetzt wollen die Naturschützer die von ihnen festgestellten Biotope dem Landkreis melden, damit er sie in sein Kataster aufnehmen kann.

Für Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug geht es bei dem künftigen Gewerbegebiet darum, „Zukunftsoptionen für die Gemeinde zu erhalten“. Mit Blick auf die Karte sei es die letzte Chance, ein Gewerbegebiet auszuweisen. Sie nicht zu ergreifen, wäre, so Krug, eine vertane Chance. Auf formal vom Landkreis festgesetzte Biotope sei man bei der Durchsicht entsprechender Unterlagen nicht gestoßen. Die Nässe schreckt den Bürgermeister nicht: „Auch die Fläche des Hansa-Centers war ein feuchtes Loch.“



Öffentliche Ausschreibung nach VOB/A

Geschrieben von Gemeinde Holdorf am 2013-09-18




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