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News Archiv

Wer Faxen macht, der geht zu Boden

Geschrieben von OV am 2012-09-07
Holdorfer Oberschüler stehen im Ring: Bürgerstiftung Holdorf unterstützt Selbstverteidigungs-AG finanziell

Fallen lernen: Auch das gehört zur Selbstverteidigung dazu. Die lernen Holdorfer Schüler im Box Club Vechta. (Foto: Köhne)


An Holdorfs Oberschule gibt es seit gestern eine AG an einem nicht alltäglichen Ort. Im Box Club Vechta lernen Schüler, sich zu verteidigen.

Im Ring wird nicht gealbert. Im Ring herrscht Disziplin. Das haben die Schülerinnen und Schüler der Oberschule Holdorf schnell kapiert. Denn wer nicht aufpasst, den ermahnt Trainer Theo Immel nicht lang. Sein unbeugsamer Zeigefinger richtet sich auf den Faxenmacher. Das heißt für den, runter auf den Boden und zehn Liegestütze machen, hopp-hopp.

Gestern haben die Oberschüler ihre erste schweißtreibende Trainingseinheit im Vechtaer Box Club absolviert. Und es soll nicht die letzte bleiben. Etliche Förderer haben sich für das Projekt gefunden. So bietet die Bürgerstiftung Holdorf finanzielle Unterstützung, der Holdorfer Unternehmer Marc Landwehr stellt für den Transport Bullis zur Verfügung und fünf Holdorfer Senioren haben sich als Fahrer angeboten. Ohne Uli Lampe, Berufseinstiegsbegleiter an der Oberschule, wäre es jedoch nie so weit gekommen. Denn er hatte die Idee. „Ich habe etwas gesucht, wo die Schüler mal so richtig Dampf ablassen können.“ Anfangs dachte er an eine Box- AG. Aus der ist jetzt das Selbstverteidigungstraining geworden.

Denn die Defensive stehe im Vordergrund, wie Gerriet Fette, Geschäftsführer des Box Clubs, erklärt: „Die Schüler lernen, wie sie bewusst brenzligen Situationen aus dem Weg gehen können.“

Die Resonanz unter den Oberschülern ist groß, insgesamt haben sich 24 Kinder aus den Klassen sieben bis zehn angemeldet. Ganz umsonst ist das Training nicht. Zwei Euro kostet die Schüler eine Trainingseinheit. Durch die Eigenbeteiligung sei die Motivation größer, wirklich zu erscheinen, glaubt Schulleiter Raimund Haskamp.

„Einfach toll“, findet Fabian Helms (16) das Training im Box Club. Auch wenn das Einlaufen anstrengend gewesen sei. Und auch Melissa-May Pfeifer (15) ist begeistert, obwohl sie im Bereich Thai-Boxen schon Erfahrung hat.



Ein Plan für die Schublade

Geschrieben von OV am 2012-09-06
Fraktionen befassen sich mit Landschaftsplan

Rund 52 000 Euro würde die Neuaufstellung des Landschaftsplanes die Gemeinde Holdorf kosten. Fast 20 000 Euro billiger fällt die Fortschreibung des bestehenden Landschaftsplanes aus.

Ob die Gemeinde einen neuen Landschaftsplan aufstellen soll, darüber wollte in der jüngsten Bauausschusssitzung niemand entscheiden. Vielmehr wurde die Angelegenheit in die Fraktionen verwiesen, die sich mit dem komplexen Thema vertraut machen sollen.

Denn nicht immer macht ein Landschaftsplan Sinn. Darauf wies Landschaftspfleger Dirk Ortland vom Planungsamt der Stadt Vechta hin: „Der Landschaftsplan liegt in der Schublade. Man kann jederzeit mit ihm arbeiten. Aber man braucht Personal, das ihn lesen kann.“

Ein Landschaftsplan diene zum Beispiel als Grundlage zur Berücksichtigung der Naturschutzziele in der Bauleitplanung. Der Landschaftsplan sei als Lenkungsinstrument für Kompensationsmaßnahmen sehr hilfreich. Ortland riet, Angebote verschiedener Planungsbüros zu Fortschreibung- und Neuaufstellung einzuholen



Neues Wärmekonzept

Geschrieben von OV am 2012-09-06
Mini-Blockheizkraftwerk an Schwimmbad

Um das Wärmekonzept für die schulischen Liegenschaften geht es in der Sitzung des Wirtschafts- und Sicherheitsausschusses der Gemeinde Holdorf. Die öffentliche Sitzung beginnt am Dienstag (11. September) um 18 Uhr im Ratssaal.

Die Gemeinde hat das Ingenieur Netzwerk Energie (IneG) mit der Erstellung eines Wärmeversorgungskonzeptes für die schulischen Liegenschaften beauftragt. Ergebnis: Ein Blockheizkraftwerk wird für die Sport- und Schwimmhalle empfohlen. Die Grundschule könnte über eine Nahwärmeleitung mit Wärme und Strom mitversorgt werden.

Die Heizzentrale der Grundschule ist schließlich mittlerweile 27 Jahre alt. Das Mini- Blockheizkraftwerk soll an der Schwimmhalle installiert werden. Die Kosten betragen rund 211 000 Euro. Außerdem stehen rund 35 000 Euro für die Ersatzbeschaffung eines Brennkessels in der Schwimmhalle an.

Auch mit dem Thema Verkehrsinseln wird sich der Ausschuss befassen, denn sie zu bepflanzen und pflegen kostet Geld. Sie Wildwuchs oder Ödnis zu überlassen, ist billig, aber nicht schön.



Training für tierischen Arbeitsverweigerer

Geschrieben von OV am 2012-09-05
Pferdetrainer Frank Riedel setzt auf gutes Zureden und Vertrauen

Vom tierischen Chaoten zum Championat-Finalisten: Hengst Cephalus
hat mit Hilfe von Pferdetrainer Frank Riedel aus Fladderlohausen seine Pferdelaufbahn in den Griff bekommen. (Foto: Köhne)


Wer sich wohlfühlt, macht einen guten Job. Das gilt auch für Pferde, sagt Pferdekommunikator Frank Riedel aus Fladderlohausen.

Er war ein Arbeitsverweigerer durch und durch. Dass der dunkelbraune Hengst Cephalus einmal Turniere absolvieren würde, daran glaubte niemand mehr. Vor dem Transport zum Schlachthof starteten die Besitzer des Tieres einen letzten Erziehungsversuch. Sie überließen das Pferd Frank Riedel. Das war vor einem Jahr und zwei Monaten.

Heute trabt Cephalus temperamentvoll über die Koppel des Zuchthofs Exeriede in Fladderlohausen. Und ist kurz darauf wieder zu einer kleinen Arbeitseinheit bereit. Frank Riedel und Cephalus sind ein Team, das sich versteht. Das war nicht gleich so. Auch Riedel wurde von Cephalus abgeworfen: „Er hatte wirklich überhaupt keinen Bock.“

Der 40-Jährige kennt sich mit Pferden aus. Bevor er vor drei Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit als Pferdekommunikator wagte, war er unter anderem Bereiter bei Paul Schockemöhle in Mühlen und bei Harm Thormählen in Holstein. Ein Pferd, das 600 Kilogramm

auf die Waage bringt und ein Mensch, der rund 70 Kilogramm wiegt – natürlich sei das ein Ungleichgewicht. Doch das mit Gewalt, die der Mensch auf das Tier ausübt, in Einklang zu bringen, ist für Riedel keine Lösung. Er spricht mit dem Pferd, baut ein Vertrauensverhältnis auf. „Cephalus ist ein Jungspund. Ich will, dass er Entscheidungen trifft. Dann sehe ich, wo er wie reagiert.“ Deshalb unterdrücke er Verhaltensweisen nicht. Denn nur so lerne man das Tier vollständig kennen.

Eines gilt für jedes Pferd: „Es muss sich wohlfühlen, damit es den Job mag.“ Wichtig sind dabei soziale Kontakte zu Artgenossen. Beistellkameraden, wie der Fachmann sie nennt. „Einzelhaft geht ans Nervenkostüm. Da muss man sich nicht wundern, wenn das Pferd unzufrieden ist.“ Im Grunde seien Pferde sehr tolerante Dienstleister.

Dass die schlechte Arbeitshaltung von Cephalus handfeste, nämlich gesundheitliche Gründe hatte, hat Riedel gemeinsam mit einem Tierarzt schnell erkannt. Vier Jahre ist der Hengst jetzt alt. Wenn Riedel mit ihm Übungen macht, geht er neben dem Tier und bleibt auf Höhe des Pferdekopfes. „Ich halte immer Kontakt zum Pferd. Das ist wie bei Kindern. Die nimmt man als Mutter auch an die Hand.“

Der Tonfall von Riedel ist ruhig, freundlich, nicht laut – und Cephalus hört. Einige seiner Kunden können nicht verstehen, was er mit den Pferden macht, weiß der Mann, der gebürtig aus Meyenburg in Mecklenburg- Vorpommern stammt. „Aber sie merken etwas an ihren Pferden.“ Inzwischen hat Riedel, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Fladderlohausen lebt, Kundschaft von Bremen bis Minden.

Und die Besitzer von Cephalus staunen mittlerweile nicht schlecht. Beim Oldenburger Landeschampionat in Rastede kam er in die Finalrunde und wurde Zehnter unter 80 Springpferden. Und wer hat ihn geritten? Frank Riedel. Das hätte der Pferdetrainer nicht erwähnt, wäre er nicht gefragt worden. Denn Turnierreiten bedeute in den meisten Fällen Drill, sobald die Tiere sich als Spitzensportler erweisen. „Ich mache das aber lieber auf meine Art“, sagt Riedel. Wenn er zu einem Turnier komme und feststelle, dass der Bodenbelag für das Tier gesundheitliche Risiken berge, starte er nicht. Auch im Wettkampf spricht er mit seinen Pferden – über Punktabzüge deswegen kann er nur lachen.





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