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News-Archiv (bis Februar 2017)

Treppe ins Nass wird realisiert

Geschrieben von OV am 2011-10-15
Behindertengerechter Zugang im Holdorfer Schwimmbecken

Ratsherren auf Bauhof: Bauhofleiter Reinhard Piekenbrock (rechts) und sein Stellvertreter Paul Lindemann (2. von links) zeigten einen Teil der Skateranlage, die aufgepeppt wird. (Foto: Köhne)


Badespaß für alle – eine bewegliche Treppe soll künftig auch Menschen mit einer Behinderung den Zugang zum Schwimmbecken des Holdorfer Hallenbades erleichtern beziehungsweise ermöglichen.

Die Kosten für die Treppe belaufen sich auf 120 000 Euro. Die Stufen der Treppe passen sich der Höhe des Hubbodens an. Beispielsweise bei Wettkämpfen kann die Treppe mit Hilfe einer mobilen Hebevorrichtung auch ganz aus dem Becken entfernt werden. Dafür haben jetzt alle Ratsmitglieder während ihrer jüngsten Sitzung die Hand gehoben.

Rund 200 000 Euro ist der Preis den die Gemeinde für den Bau eines Babybeckens zahlen muss und auch will. Allerdings nicht sofort. Denn dem Beschluss, dass das Babybecken im Rahmen der Haushaltsplanungen 2012 nach Möglichkeit Berücksichtigung findet, wollte CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert von Handorff so nicht zustimmen. Er plädierte dafür das Projekt in die mittelfristige Finanzplanung mit aufzunehmen. Mit drei Enthaltungen wurde dem zugestimmt.

Auf dem Bauhof hatten die Ratsmitglieder zuvor den Fahrzeugpark und die Skateranlage in Augenschein genommen. Die alte Skateranlage wird aufgemöbelt und soll künftig wieder in Handorf-Langenberg stehen.



Ausbildungsvielfalt vor der Haustür

Geschrieben von OV am 2011-10-14
„Azubis für Azubis“: Die etwas andere Informationsmesse für künftige Berufseinsteiger

Schere, Kamm und Politik: Yvonne Schockemöhle (links) klärte Liane Schmidt (rechts) und Marie-Elisa Schwarte über den Friseurberuf auf. Insgesamt stellten sich 19 Unternehmen den Schülern der Haupt- und Realschule Holdorf vor. (Foto: Köhne)


550 gemeldete Betriebe gibt es in der 6500 Einwohner zählenden Gemeinde Holdorf. Der Projekttag „Azubis für Azubis“ präsentierte gestern eine Palette der Ausbildungsberufe.

Kamm und Schere liegen vor Yvonne Schockemöhle. Heute hat die Auszubildende im dritten Lehrjahr ihren Arbeitsplatz im Salon Kopfsalat mit einem Platz in der Aula der Haupt- und Realschule Holdorf getauscht. Dort informiert sie – wie auch andere Azubis aus 19 weiteren in Holdorf ansässigen Unternehmen – die 150 Schüler der Klassen acht bis zehn über ihren Beruf. Welchen Abschluss man braucht? Wie die Verdienstmöglichkeiten sind? Das sind häufige Frage, die Schockemöhle beantwortet. Die 18-Jährige, die aus Dümmerlohausen stammt, findet die Idee gut, dass Auszubildende die Schüler informieren: „Ich hätte es als Schülerin auch leichter gefunden, eine junge statt eine ältere Person auszufragen.“

Genau aus diesem Grund hat die Ausbildungsoffensive Holdorf, die gemeinsam mit der Bürgerstiftung Holdorf und dem Kollegium der Haupt- und Realschule diesen Infotag auf die Beine gestellt hat, Auszubildende als Ansprechpartner an die Info- Tische geholt.

„Das Gespräch auf Augenhöhe“, ist für René Elsässer, der bei der Ausbildungsoffensive die Strippen zieht, der entscheidende Unterschied zu anderen Ausbildungsmessen.

Der 19-jährige Dinklager Christopher Schulte, der wie Elsässer bei Nordblech beschäftigt ist und dort zum Groß- und Außenhandelskaufmann ausgebildet wird, hat beobachtet: „Die Achtklässler stellen eher allgemeine Fragen. Aber die Schüler der Klassen neun und zehn hinterfragen die Betriebe genau.“ Die 13-jährige Liane Schmidt hat gerade erfahren, dass man als Friseuse nicht nur im Fach Chemie gut sein muss, sondern auch in Politik und Deutsch. „Damit man sich mit den Kunden auch unterhalten kann.“ Das ist auch für den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmanns wichtig: „Wir müssen in unserem Unternehmen regelmäßig Zeitung lesen.“

Für Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug, Schirmherr der Ausbildungsoffensive, ist „Azubis für Azubis“ eine tolle Initiative. Sie zeige den Schülern, „schaut her, es gibt nicht nur die fünf immer gleichen Berufe für Mädchen und für Jungen, es gibt auch was anderes.“ Und zwar direkt vor der Haustür.



Grundstückspreise öffentlich

Geschrieben von OV am 2011-10-14
Wohnbauland in Holdorf kostet unter 50 Euro pro Quadratmeter

Trotz der Ausgrabung im Baugebiet Lagerweg II liegen die Grundstückspreise deutlich unter 50 Euro. Das seien dank einer engen Kalkulation verträgliche Preise, sagt Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug.

Dass es Grundstücke in vier unterschiedlichen Preiskategorien gibt, ist dem Erschließungsrecht geschuldet. Dabei zählt beispielsweise, ob die Grundstücke ein- oder zweigeschossig zu bebauen sind, oder ob sie Anschluss zu einer oder zu zwei Straßen besitzen. So gibt es jetzt Baugrundstücke in dem neuen Baugebiet zu 48,50 Euro pro Quadratmeter, 52,50 Euro pro Quadratmeter, 51 Euro pro Quadratmeter und 44 Euro pro Quadratmeter.

Für das Baugebiet Ernst-Böhm-Straße II wurde der Kaufpreis für Baugrundstücke ebenfalls per Ratsbeschluss auf 44 Euro pro Quadratmeter festgesetzt. Im Vorfeld hatte Ratsherr Heinrich Schonhöft (Gruppe Schonhöft/SPD) sich dafür eingesetzt, dass Grundstücksangelegenheiten von öffentlichem Interesse sind und deshalb auch öffentlich zu behandeln sind (OV berichtete).

Außerdem ist die Satzung über die Erhebung von Straßenreinigungsgebühren in der Gemeinde Holdorf geändert. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres beträgt die Reinigungsgebühr jährlich 0,92 Euro je Meter Straßenfront.



Vater rettet Kind vor Flammen

Geschrieben von OV am 2011-10-13
Kleinkind schwebt in Lebensgefahr

Brandstelle: In dem Mehrfamilienhaus an der Dammer Straße brannte Dienstagabend ein Kinderzimmer. (Foto: Haß)


Aus dem brennenden Kinderbett rettete am Dienstagabend ein Vater seine zweijährige Tochter in Holdorf. Das Kind schwebt in Lebensgefahr.

Ausnahmezustand an der Dammer Straße 9 in Holdorf: Ein Kinderzimmer brennt. Feuerwehr und Notarzt sind innerhalb von nur acht Minuten nach der Alarmierung zur Stelle. Doch das kleine Mädchen hat so starke Verbrennungen erlitten, dass es in eine Spezialklinik nach Hannover geflogen werden muss. Zunächst aber wird es mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus nach Vechta gebracht, um dort besser versorgt werden zu können. Von dort wird es dann mit dem Rettungshubschrauber nach Hannover geflogen.

Dass ein Hubschrauber nicht direkt den Sportplatz Holdorf anflog, um das Kind aufzunehmen, hängt damit zusammen, dass das Unglück nicht tagsüber, sondern um 23 Uhr geschah. Nachtflüge erfordern eine andere Logistik als Tagflüge. Wie es zu dem Brand gekommen ist, ist noch unklar. Der Vater und der 16-jährige Bruder des Mädchens wurden bei dem Brand leicht verletzt.

Der Vater hörte die Schreie seiner Tochter aus dem Kinderzimmer. Kurz zuvor hatte er sie zu Bett gebracht. Als er wieder ins Kinderzimmer kam, war der Raum schon total verqualmt. Das Bett seiner Tochter brannte, er nahm das Kind und lief aus der im ersten Stock gelegenen Wohnung ins Freie. Dort, an der Dammer Straße 9, waren kurz nach 23 Uhr schon die Rettungskräfte zur Stelle. Das lebensgefährlich verletzte Kind wurde in das Krankenhaus nach Vechta gebracht.

Von dort wurde es mit dem Rettungshubschrauber „Christoph Niedersachsen“ aus Hannover in eine Spezialklinik nach Hannover geflogen.

Bei dem Brand erlitten der 16-jährige Sohn der Familie sowie der 36-jährige Vater leichte Rauchvergiftungen. Unverletzt konnten sich die Ehefrau und zwei weitere Töchter aus dem Haus retten. Über die Brandursache konnte die Polizei noch keine Aussage machen. „Die Ermittlungen dauern an“, hieß es. Großer Schaden ist dem Haus, in dem sieben Parteien wohnen, einen Tag nach dem Brand nicht anzusehen. Doch den Nachbarn sitzt der Schrecken noch in den Gliedern.

„Ich habe gehört wie eines der größeren Mädchen ,Feuer, Feuer’ geschrien hat, da hab ich gedacht, dass etwas passiert ist“, erzählt eine Nachbarin. Sie habe sofort den Vermieter rausgeklingelt, der ein Haus weiter wohnt: „Da waren Feuerwehr und Krankenwagen auch schon da.“

Mit 18 Feuerwehrleuten und drei Löschfahrzeugen rückte die Freiwillige Feuerwehr Holdorf an. Nachdem alle in Sicherheit waren und der Brand gelöscht war, habe man noch nach Glutnester gesucht, das Treppenhaus belüftet und sich um die Nachbarn gekümmert, sagt Ortsbrandmeister Alexander Meyer. Warum das verletzte Mädchen nicht gleich von einem Hubschrauber aufgenommen wurde, um in die Spezialklinik geflogen zu werden, erklärt Oliver Peters, Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Vechta: „Nachtflüge sind immer eine prekäre Situation.“ Dass sei nicht erst so, seit der Rettungshubschrauber SAR 31, der in Diepholz stationiert war, von dort nicht mehr fliege. „Der war nachts auch nicht sofort einsetzbar. Auch hier galt die Stundenbereitschaft.“

Das heißt, dass die Besatzung bei einem Notfall innerhalb einer Stunde vom Wohnort zum Startort kommen muss. Wenn der SAR 31 nachts sofort los fliegen konnte, dann „war das Glück“, so Peters. Überhaupt bewertet er die Notfallversorgung sehr positiv: „Im Landkreis gibt es fünf Rettungswachen. Diese Dichte ist ein Riesenvorteil. In 15 Minuten kann jeder Unfallort erreicht werden.“ Im Holdorfer Brandfall sei der Rettungsdienst zusammen mit der Feuerwehr alarmiert worden.

Den Einsatzkräften macht auch die Nachbarin der betroffenen Familie ein großes Kompliment: „Die waren ruck-zuck da. Die Holdorfer Feuerwehrmänner sind richtig feine Kerle.“ Nachdem die Einsatzarbeiten beendet waren, habe noch einer bei ihr an die Türe geklopft, um zu fragen, ob es ihr gut gehe.

Ob sich in der Wohnung ein Rauchmelder befunden hat, konnte gestern Ortsbrandmeister Alexander Meyer nicht beantworten. Künftig sollen aber, so sieht es ein Gesetzentwurf der Niedersächsischen Landesregierung vor, Neubauten mit Rauchmeldern ausgerüstet werden. Andere Wohnungen sollen voraussichtlich bis 2015 mit Rauchmeldern nachgerüstet werden.





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