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Kommunalaufsicht soll Beschlüsse des Rates prüfen

Geschrieben von OV am 2010-12-17
Holdorfs Bürgermeister sieht sich nach Äußerungen des SPD-Fraktionschefs zur Ortskernentflechtung in der Pflicht

Weniger das Zitat „Sozialplan für einige Landwirte“ als vielmehr der damit verbundene Vorwurf der Gefälligkeitspolitik der CDU für ihr nahestehende Landwirte hat Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug veranlasst, die Kommunalaufsicht einzuschalten. Weil letztlich die Verwaltung die im Zusammenhang mit der Ortsentflechtung getroffenen Ratsbeschlüsse umgesetzt hat, steht der Verdacht einer fehlerhaften Handlung der Verwaltung im Raum. „Das soll die Kommunalaufsicht nun prüfen“, sagt Krug.

Wie berichtet, hatte in der jüngsten Ratssitzung SPD-Fraktionschef Franz Overmeyer seinen Unmut darüber geäußert, dass sich die Gemeinde bei der Aussiedlung der Tierhaltung auf der Hofstelle Hackmann zurückhält, weil keine Einigung über den Preis erzielt wurde. Overmeyer bemängelte, dass hingegen in anderen Fällen Gelder geflossen seien, wo seiner Meinung nach die Allgemeinheit von der Aussiedlung nicht profitiert hat. Im Fall von Hackmann sei dies anders. Die mit der Verlagerung der Tierhaltung entfallenen Immissionen würden der Gemeinde die Möglichkeit eröffnen, die angrenzende Fläche als zentral gelegenes Wohnbauland auszuweisen.

Die CDU hatte deutlich gemacht, dass die Verhandlungen zwar abgebrochen, aber nicht beendet seien. Neben der Kostenfrage sei dafür auch der Umstand verantwortlich, dass die von Hackmann geplante Aussiedlung in die Nähe der Biogasanlage Honkomp vom Landkreis nicht genehmigt wird.

Auch bei dem ursprünglich angedachten Standort an der Badberger Straße sieht die Verwaltung noch Diskussionsbedarf. Christoph Hackmann hatte am Dienstag erklärt, dass er weiter verhandlungsbereit sei.



Westumgehung kontra Hof-Aussiedlung

Geschrieben von OV am 2010-12-16
Heftige Diskussion im Holdorfer Rat / Bürgermeister will Kommunalaufsicht einschalten / CDU beschließt Haushalt

Besinnlich hatten Martin gr. Schlarmann, Antonius Fangmann und Lisa Platte (von links) vom Musikverein Holdorf traditionell die Ratsmitglieder am Dienstag auf die Sitzung eingestimmt. Kurze Zeit später entwickelte sich eine zum Teil heftige Diskussion über den Haushalt. (Foto: Vollmer)


Die CDU will in den kommenden zehn Jahren jeweils 200 000 Euro für den Bau einer Westumgehung ansparen, die SPD will das Geld für die Aussiedlung der Tierhaltung auf dem Hof Hackmann aus dem Ortskern verwenden: Zwei Standpunkte, die am Dienstagabend eine zum Teil heftige Diskussion über den Haushalt 2011 bestimmten.

Mit dem Ergebnis, dass das Zahlenwerk ohne den Stimmen der Gruppe SPD-Fraktion/ Heinrich Schonhöft verabschiedet wurde. Denn SPD-Fraktionschef Franz Overmeyer hatte die Zustimmung der Fraktion zum Haushalt vom Einlenken der CDU abhängig gemacht. Für ihn sei es unverständlich, dass die Verwaltung und die CDU die Verhandlungen mit dem aussiedlungswilligen Landwirt Christoph Hackmann abgebrochen habe, weil es zu keiner Einigung beim Preis gekommen sei. Er könne nicht verstehen, warum man sich so schwer tue: „Seit 1991 hat die Gemeinde etwa 1,2 Millionen Euro für den Herauskauf von Tierhaltungen investiert. Oft waren das Höfe, in deren Ställe keine Tier mehr standen“, sagte der Sozialdemokrat. Mit einer Aussiedlung der Hackmannschen Tierhaltung könne die Gemeinde auf ein unbelastetes und zentral zwischen Möbel Böckmann, Heidesee und Bäkeesch gelegenes Bauland zurückgreifen. Er habe mittlerweile den Eindruck, dass es sich bei der Entflechtungspolitik um einen „Sozialplan für einige Landwirte“ handele, sagte Overmeyer.

Die Entflechtungspolitik der Gemeinde als „Sozialplan für einige Landwirte“ zu bezeichnen, sei schon „starker Tobak“, reagierte Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug sichtlich aufgebracht. Er werde dies so nicht stehen lassen und die Kommunalaufsicht bitten, die Entscheidungen der Gemeinde überprüfen zu lassen. Von einer Gefälligkeitspolitik zu sprechen, sei „ungehörig“, sagte CDU-Fraktionschef Norbert von Handorff. Die Verhandlungen mit Christoph Hackmann seien zwar abgebrochen, aber nicht endgültig beendet, stellte er klar. Bei der derzeitigen Konstellation sei auch keine Eile geboten.

Christoph Hackmann hatte zuvor während der Einwohnerstunde bestätigt, dass das Angebot der Gemeinde und seine Preisvorstellung von 580 000 Euro weit auseinanderliegen. Gleichwohl sei er weiter an einer Auslagerung interessiert, auch wenn es länger dauern würde.

Inge Schuster (SPD) versuchte noch die Wogen zu glätten. „Ich werde die Äußerungen von Franz Overmeyer nicht kommentieren, will aber deutlich machen, dass die Auslagerung derzeit für uns wichtiger ist als die Westumgehung. Deshalb schlug sie vor, für die nächsten drei Jahre jeweils die 200000 Euro für den Hof Hackmann im Haushalt bereitzustellen. Die CDU indes hielt an derWestumgehung fest. Die sei wichtig, um den Lkw-Verkehr endgültig aus dem Ort zu bekommen, meinte Norbert gr. Schlarmann (CDU): „Wir wissen, dass sie uns um die vier Millionen Euro kosten wird.“ Deshalb soll gespart werden. Die Ortskernentflechtung werde weiter gehen, aber nicht im kommenden Jahr.



Der Gülle den üblen Geruch nehmen

Geschrieben von OV am 2010-12-15
Geschäftsmann will tschechisches Patent in Holdorf für den Landkreis Vechta anwenden

Das Patent stammt aus der Tschechischen Republik und soll nun im Landkreis Vechta zur Anwendung kommen: Gülle fast geruchslos verwerten. Angesiedelt werden soll die entsprechende Anlage auf einer etwa 3,2 Hektar große Flächen am Grenzweg/Harpendorfer im Holdorfer Industriegebiet (OV berichtete).

Für die Fläche hat der Gemeinderat im Oktober bereits die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes beschlossen. Allerdings liegt die Fläche zurzeit noch im Vorranggebiet für Sandabbau. Die Gemeindeverwaltung hat deshalb jetzt beim Landwirtschaftsministerium in Hannover beantragt, die Fläche herauszunehmen. Als Ausgleich dafür ist eine Fläche am Kalksandsteinwerk vorgesehen.

Unterdessen hat es weitere Gespräche zwischen der Gemeinde und dem deutschen Vertreter der tschechischen Firma, Josef Friedrich aus dem mittelfränkischen Roth, gegeben. Wie Friedrich gegenüber der OV bestätigte, sei das Interesse am Holdorfer Standort groß. Verwertet werden soll Schweinegülle. Und das, sagt der Geschäftsmann, fast geruchslos und in zwei Stufen. Danach wird zunächst der Gülle der patentierte chemische Zusatz injiziert und auf einen Träger ausgebracht. Das kann zum Beispiel Stroh sein, sagt Friedrich. Danach wird die Masse zu Kompost gehäckselt. Ein Prozess, der sich laut Friedrich mehrmals wiederholt.

Das Produkt dieser ersten Stufe sei bereits ein organischer Dünger, der auch schon in dieser Phase von den Landwirten auf die Felder ausgefahren werden könne – ohne jegliche Geruchsbelastung. Die tschechische Firma praktiziert dies bereits seit einigen Jahren in ihrem Land, sagt Friedrich. Etwa sechs Millionen Tonnen seien so schon hergestellt worden.

In Holdorf soll nun eine zweite Stufe dazu kommen. Quasi als Pilotprojekt wird der Dünger aus der ersten Stufe industriell getrocknet und verpackt. Friedrich geht von einer Mindestkapazität von 14 000 Tonnen fertigen Düngers pro Jahr aus. Mit einer Anlage auf der jetzt vorgesehenen 3,2 Hektar großen Fläche könnte sogar die Produktion verdoppelt werden. Der Geschäftsmann geht dann davon aus, dass 90 000 Tonnen Gülle pro Jahr verarbeitet werden können.

Entwickelt haben das Verfahren tschechische Wissenschaftler, die bis zur Wende an einer Universität gearbeitet und sich danach selbstständig gemacht haben. Das Patent sei ständig weiterentwickelt worden.

Die zu Dünger verarbeitete Gülle könne sogar auf freien Flächen aufgebracht werden, die in Wasserschutzgebieten liegen, sagt Josef Friedrich.



Hermann Niemann am 13.12.2010 verstorben

Geschrieben von H. Vollmer am 2010-12-15
Lorser Urgestein wurde 86 Jahren alt

Hermann Niemann, ein Lorser Urgestein, ist tot. Er verstarb am Montag im Alter von 86 Jahren. Hermann Niemann gründete den Schützenvereins mit, in dem er mehr als 40 Jahre aktiv im Vorstand war, davon 28 Jahre als Präsident. Dafür wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Ebenso engagierte er sich für die Ortsfeuerwehr, der er 1941 beitrat. 1953 wurde er Ortsbrandmeister. Von 1965 bis 1985 war er Gemeindebrandmeister in Holdorf. Wegen seiner Verdienste wurde Hermann Niemann zum Ehrengemeindebrandmeister ernannt. Außerdem war er von 1968 bis 1972 Mitglied des Gemeinderats.





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