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News Archiv

Tüfteln an neuen Gewürzrezepturen

Geschrieben von OV am 2010-10-27
Am ehemaligen Chr.-Hansen-Standort in Holdorf geht es weiter / Zwei neue Mitarbeiter

Am sogenannten Kutter in der Entwicklungsabteilung mischen Konrad Höffmann (links, Leiter der Entwicklung) und Dirk Steinriede (Leiter der Anwendungstechnik) neue Rezepturen dem zerkleinerten Fleisch unter. (Foto: Vollmer)


Gute Nachricht: Der vom israelischen Unternehmen Frutarom Industries Ltd. übernommene Holdorfer Standort der dänischen Firma Chr. Hansen an der Dinklager Straße wird nicht geschlossen. Im Gegenteil. „Wir stellen im Dezember zwei neue Mitarbeiter für unser Entwicklungszentrum ein“, sagt dessen Leiter Konrad Höffmann.

Im Juni 2009 hatte Frutarom für fünf Millionen Euro das Holdorfer Werk von Hansen gekauft (OV berichtete) und zunächst angekündigt, den Standort zum Jahresende zu schließen. Dem Großteil der etwa 40 Mitarbeitern wurde damals gekündigt. „Die sind alle wieder untergekommen. Entweder in der gleichen Branche oder in artverwandten Bereichen“, weiß Höffmann.

Er und weitere drei Mitarbeiter blieben, zwei weitere wurden zeitnah wieder eingestellt. Sie entwickeln bis heute wie zu Hansens Zeiten funktionelle Gewürzmischungen für die Fleischwarenindustrie. Ausgelagert wurde indes die Produktion dieser Rezepturen. Die übernehmen jetzt die ebenfalls zum weltweit agierenden Frutarom- Konzern gehörenden Firmen Gewürzmüller in Stuttgart und Gewürzmühle Nesse bei Sittensen. Für die wiederum entwickelt Holdorf die neuen Rezepturen.

Die Entscheidung der Konzernleitung, das Entwicklungszentrum in Holdorf doch zu belassen, fiel aufgrund des günstigen Standortes und der Kundennähe, so Höffmann. Wohl auch, weil „wir gute Arbeit machen“. Der Leiter des Entwicklungszentrums schaut deshalb für den Holdorfer Standort optimistisch in die Zukunft. Zumal noch „einiges in Bewegung“ bezüglich des Ausbaus im Holdorfer Werk ist. „Es gibt etliche Räume, die aufgrund der Produktionsverlagerung jetzt leer stehen.“

Nach außen hin wird Frutarom beziehungsweise Gewürzmüller an der Dinklager Straße im wahrsten Sinn des Wortes nun auch Flagge zeigen. Damit jeder sieht, dass es weitergeht.



Axel H. verlieh Rumänen auch nach Holdorf

Geschrieben von OV am 2010-10-27
Im großen Leiharbeiterprozess in Düsseldorf geht es um 14 Millionen Euro Steuern und Sozialabgaben

Letzte Absprachen vor Prozessbeginn: Der Hauptangeklagte Axel Wilhelm H. (2. von links) muss sich vor dem Düsseldorfer Landgericht wegen des massiven und systematischen Steuer- und Sozialversicherungsbetruges verantworten. (Foto: Suffner)

Gestern berichtete die Oldenburgische Volkszeitung über Andreas P. aus Vechta, der in der Cloppenburg Leiharbeiterfirma Alpha Work GmbH über Jahre Schwarzgeldlöhne zahlte. Das scheint in der Leiharbeiter-Szene der Fleischbranche üblich zu sein. Ebenfalls gestern begann in Düsseldorf der Prozess gegen Axel H. aus Dormagen:Um 14 Millionen Euro soll er den Staat geprellt haben. Seine Kolonnen waren auch im Oldenburger Münsterland im Einsatz, zum Beispiel im Jahr 2004 bei der LFZ in Holdorf.

Man kennt sich und grüßt sich im Gerichtssaal. Wilfried I. aus Versmold sitzt im Publikum und verfolgt mit Interesse, was die Staatsanwaltschaft Düsseldorf im Saal 116 des Landgerichts Düsseldorf dem Geschäftsmann AxelWilhelm H. aus Dormagen vorwirft. Um 14 Millionen Euro Steuern und Sozialabgaben soll der 47-Jährige den Staat geprellt haben – durch die Auszahlung von Schwarzgeldlöhnen an rumänische Arbeitskräfte, die er zwischen 2003 und 2005 an Schlachthöfe und andere Betriebe in Nordrhein- Westfalen und auch im Oldenburger Münsterland entlieh.

Schon 2004, als Wilfried I. selbst in Oldenburg wegen der illegalen Beschäftigung von rumänischen Leiharbeitern bei der Schlachterei D&S in Essen zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt wurde, hatte er sich gegenüber Gerichtsreportern als „kleines Licht“ bezeichnet. Die Gerichte sollten sich doch lieber mit den Großen der Szene beschäftigen – eben zum Beispiel AxelWilhelm H. aus Dormagen.

Dem droht sechs Jahre später nun ebenfalls das Gefängnis. Seit gestern wird diesem „großen Licht“ im dunklen Leiharbeitergeschäft der Prozess gemacht. Dem 47-Jährigen werden gute Beziehungen ins Oldenburger Münsterland sowie eine frühere Mitgliedschaft beim Rockerclub Hells Angels nachgesagt. Mit ihm sitzen an diesem Dienstagmorgen sieben weitere Angeklagte dem Gericht gegenüber, darunter H.’s ehemalige rumänische Ehefrau, diverse Mitgeschäftsführer und Mitarbeiter seiner Leiharbeiterfirmen sowie ein Steuerberater.

Vor der 14. Großen Strafkammer rezitieren zwei Staatsanwältinnen fünf Stunden lang Zahlenkolonnen, bis sie am Nachmittag endlich die Details des systematischen Betrugs zu einer Schadensbilanz aufaddieren:Mit einem unübersichtlichen Geflecht von 50 Firmen in Deutschland, Polen und Rumänien hätten H. und Konsorten in nur drei Jahren Sozialversicherungsabgaben von mindestens 5,9 Millionen Euro sowie Lohnsteuerbeträge von wenigstens 1,25 Millionen Euro und Umsatzsteuern von mehr als 6,7 Millionen Euro hinterzogen.

Den Angeklagten legt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zur Last, über 1000 rumänische Arbeitskräfte auf ungesetzliche Art beschäftigt zu haben. Die Arbeiter seien regelmäßig schwarz entlohnt worden. H. und seine Komplizen hätten sich vor 2003 verabredet, den Staat systematisch um Umsatz- und Lohnsteuern sowie Sozialversicherungsabgaben zu betrügen.

Im Auftrag von H.’s Firma Pro Fleisch und deren Subunternehmen erledigten die rumänischen Arbeiter vor allem auf Schlachthöfen der Westfleisch- AG Zerlegearbeiten im Bereich der Rinder-, Schweine- und Kalbfleischverarbeitung. Die Kolonnen rückten in Hamm, Schöppingen, Lübbecke und Duisburg an, aber auch in Schwäbisch Gmünd und in den Jahren 2003 und 2004 auch in Holdorf im Landkreis Vechta. 31 rumänische Arbeiter und weitere Leiharbeiter anderer Nationalitäten seien bei dem Lebensmittelbetrieb LFZ im Einsatz gewesen. Auch sie seien von H. schwarz bezahlt worden, so die Staatsanwältinnen.

H. habe sich bei seinen Betrügereien vornehmlich rumänischer Werkvertragsarbeiter bedient, die ihm von drei rumänischen Unternehmen besorgt wurden. Die vom Landesarbeitsamt Hessen genehmigten Werkverträge wurden nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nur zum Schein geschlossen. InWirklichkeit setzte H. die rumänischen Arbeitskräfte auf den Schlachthöfen widerrechtlich als weisungsgebundene Arbeitnehmer ein. Sämtlichen Angeklagten, heißt es in der Anklageschrift, sei bewusst gewesen, dass Sozialversicherungsabgaben auf die Löhne der rumänischen Arbeitnehmer fällig waren. Auch deutsche Zerleger wurden beschäftigt und schwarz entlohnt. In den Lohnbüchern wurden sie als geringfügig Beschäftigte geführt – gearbeitet wurde 50 Stunden dieWoche.

Wenn H. überhaupt Meldungen zur Lohnsteuer und zur Sozialversicherung abgab, habe er die Behörden über die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer und die Höhe der ausbezahlten Löhne getäuscht, so die Staatsanwältinnen. Unzählige fiktive Rechnungen seiner Subunternehmen und fingierte Rechnungen der angeblich eigenständig tätigen Rumänen förderten den Zollbeamte bei ihren Ermittlungen zu Tage – inklusive ausgewiesener Umsatzsteuer, die H. wiederum dem Finanzamt als Vorsteuerbeträge geltend machte.

Tatsächlich erhielten die Arbeiter ihren Lohn schwarz und bar auf die Hand.Wieviel genau sie bekommen haben, ist nicht Gegenstand des Verfahrens, erklärt eine Staatsanwältin in einer Verhandlungspause. Sie gehe aber davon aus, dass sie weniger erhielten, als ihnen zustand.

Am Donnerstag geht es ans Eingemachte: Dann beginnen die Vernehmungen der Angeklagten. Sechs sollen geständig sein, zwei nicht. Auch Axel Wilhelm H. will reinen Tisch machen und hat umfangreiche Einlassungen angekündigt. Es wird ihn kaum vor einer Gefängnisstrafe bewahren, schließlich ist er bis heute ein „großes Licht“ in der Szene.

Glaubt man Gewerkschaftskreisen, die das illegale Leiharbeitergeschäft seit Jahren mit Argusaugen betrachten, laufen seine Geschäfte prima weiter, obwohl er seit Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Auch Verbindungen zu den Hells Angels werden H. weiterhin nachgesagt. Seine Mutter, die den Prozess verfolgt, schwört in einer Verhandlungspause Stein und Bein, dass ihr Sohn nie einem Rockerclub angehört habe. Man kann das glauben, muss es aber nicht – am Ende dieses ersten Düsseldorfer Verhandlungstages.



Nordbleche GmbH jetzt Mitglied des Industrieverbands

Geschrieben von OV am 2010-10-22

Die Holdorfer Nordbleche GmbH ist in den Industrieverband für Bausysteme im Metallleichtbau aufgenommen worden. Für den 19-Mitarbeiter- Betrieb ist das nach eigener Auskunft „ein weiterer Schritt nach der strategischen Zusammenarbeit mit Gunnebo Fastening 2009 und dem Beginn der eigenen Produktion von Profilblechen“.

Geschäftsführer Lars Ingvarsson: „Eigentlich nur kleiner formeller Akt, aber für uns ein wichtiger Schritt zum weiteren Wachstum.“ Diese Expansion ist laut Ingvarsson bereits in Planung.



Autofahren und eine Geduldsprobe

Geschrieben von OV am 2010-10-21
Landesstraße nach Holdorf ist in Damme für den Durchgangsverkehr weiterhin gesperrt

Hier geht nichts: Die Landesstraße zwischen Damme und Holdorf ist im Stadtgebiet Damme wegen Sanierungsarbeiten für den Durchgangsverkehr derzeit gesperrt. (Foto: Lammert)


Autofahrer, die nach Holdorf oder Handorf- Langenberg wollen, werden derzeit auf der Landesstraße 851 auf eine Geduldsprobe gestellt. Denn für den Durchgangsverkehr ist die Straße ab der Einmündung der Straße nach Neuenkirchen bis zur Zufahrt zum ehemaligen Erzbergwerk gesperrt.

Die Kfz-Lenker müssen entweder über die Gramker Straße zunächst in Richtung Neuenkirchen und dann in Richtung Handorf oder aber über Steinfeld fahren. Die Glückaufsiedlung ist allerdings über den Ohlkenbergsweg erreichbar, dieWienerei wiederum über die Glückauf. Ampelschaltungen regeln den Verkehr.

Wie Dr. Frank Engelmann, stellvertretender Geschäftsstellenleiter in Osnabrück der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, gestern auf Nachfrage der OV mitteilte, wird sich an diesem Zustand auch bis Mitte nächster Woche nichts ändern. Dann soll die Sanierung der Fahrbahndecke der Straße in diesem Abschnitt beendet sein.

Anschließend machen sich die Mitarbeiter der beauftragten Firma daran, die Decke ab der Zufahrt zum ehemaligen Erzbergwerk bis zur Kreuzung in Handorf-Langenberg zu sanieren – ebenfalls unter Vollsperrung der Straße. Bis Mitte November, so der neueste Stand der Dinge, sollen die Arbeiten inklusive denen an der Kreuzung in Handorf-Langenberg beendet sein. Dann heißt es wieder „freie Fahrt“ nach Holdorf.





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