Stellwerk soll Konferenzzentrale werden
Bessere Zeiten für den maroden Bahnhof verspricht Käufer Nils Bogdol (2. von links). Darüber freuen sich die Bahnhofsenthusiasten (von links) Kämmerer Thomas gr. Schlarmann, Dr. Wolfgang Krug und Bernard Schonhöft. (Foto: Köhne)
Der Unternehmer Nils Bogdol will Holdorfs Bahnhof zügig zum Leben erwecken. Bis Februar soll er saniert sein. Die Fassade ist beschmiert und bröckelt, die Fensterscheiben sind eingeworfen. Verfallen ist der alte Bahnhof in Holdorf. Das wird sich jetzt ändern. Der Holdorfer Unternehmer Nils Bogdol hat den unter Denkmalschutz stehenden Bau und das angrenzende Stellwerk erworben. Und er hat es eilig: Im Februar 2013 soll der Bahnhof bezugsfertig sein. Rund eine Million Euro, schätzt der Mann, der im Immobiliengeschäft zu Hause ist, wird die Sanierung der Gebäude kosten. Mit Fördermitteln aus der Dorferneuerung darf er rechnen. Nach Fertigstellung soll die Verwaltung seines auf Gebäudemanagement spezialisierten Unternehmens Ray-Group dort einziehen. 40Mitarbeiter werden in dem zweigeschossigen Bahnhofsgebäude ihren Arbeitsplatz finden. Auch für das Stellwerk hat Bogdol Pläne: „Das Stellwerk ist ebenfalls erhaltenswert und wird unser Konferenzzentrum.“ Die Bauvoranfrage sei positiv beschieden. Sobald es grünes Licht für den Bauantrag gebe, gehe es los. Von außen soll der 1899 errichtete Putzbau so wie in seinen besten Tagen aussehen. Im Inneren, so Bogdol, müsse man den Kompromiss eingehen, Altbaubestand mit moderner Technik zu kombinieren. Im Herbst hatte Bogdol sich auf die Suche nach einem neuen zentraleren Firmenstandort gemacht und mit der Gemeinde Gespräche geführt. Als letzte Möglichkeit habe Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug ihm fast verschämt den Bahnhof, der in Privatbesitz war, als Alternative genannt. Es sei eine Überraschung gewesen, dass Bogdol auf den Vorschlag einging, so Krug. Historische Fotos seines neuen Eigentums hat Bogdol bereits vor Augen. Die übergab Bernard Schonhöft als Vertreter des Arbeitskreises Bahnhof, der sich für dessen Erhalt eingesetzt hatte.