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Gemeinderats-Ausschüsse beraten über Fremdarbeiter-Unterkünfte

Situation in Handorf-Langenberg gibt Anlass zu Anwohnerunmut / Ansonsten keine Beschwerden

20-Fremdarbeiter-Wohnen






Informationen und Beratungen zum Thema „Arbeitnehmer-Wohnen in der Gemeinde Holdorf“: Josef Kleier (hinten) von der Arbeitsrechtlichen Beratungsstelle für Arbeitsmigranten beim Caritas-Sozialwerk-St. Elisabeth referiert. Sitzend von links: Rainer Deters, Heiner Themann, Dr. Wolfgang Krug und Rainer Welp. (Foto: Vollmer)


„Es besteht Handlungsbedarf“, leitete Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug am Mittwoch die gemeinsame Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses mit den Mitgliedern des Jugend-, Kultur- und Sozialausschusses ein. Es sollten erste Informationen ausgetauscht und Beratungen zu dem Thema „Arbeitnehmer-Wohnen in der Gemeinde Holdorf“ stattfinden.

Dazu begrüßte der Versammlungsleiter Rainer Deters in der Aula der Georg-Kerschensteiner-Schule neben den örtlichen Politikern auch betroffene Vermieter und Unternehmensvertreter sowie Josef Kleier von der Arbeitsrechtlichen Beratungsstelle für Arbeitsmigration im Caritas-Sozialwerk-St. Elisabeth.

Anlass zu diesem Thema gaben Beschwerden von Anwohnern der Rosenstraße in Handorf-Langeberg, die sich von der Nutzung eines Einfamilienhauses als „Arbeitnehmer-Wohnheim“ mit zeitweise mehr als acht Personen gestört fühlten. Der Tagesablauf und die Lebensgewohnheiten dieser Menschen seien eben nicht so, wie es die alteingesessenen Bewohner dieser Siedlung bisher gewohnt waren. Dazu gehören beispielsweise Lärmbelästigen und nächtliches An- und Abfahren von Arbeitern berichteten Nachbarn. „In solchen Wohngebieten wollen wir nicht solche Wohnungen haben“, sagte Dr. Wolfgang Krug. Er ab jedoch zu bedenken, dass die Arbeitnehmer von den Industrie- und Gewerbebetrieben benötigt werden. Es sei zu beraten, wo diese Art der Wohnungen in der Gemeinde Holdorf ihren Platz finden könnten.

Als fachkundiger Referent gab Josef Kleier einen Einblick in die Arbeits- und Wohnsituation dieser Menschen, die in dieser Region überwiegend aus dem osteuropäischen Raum stammen. Gesetzlicher Anspruch und Realität klafften dabei oft weit auseinander. „Ohne diese Menschen würde die Wirtschaft nicht mehr funktionieren“, stellte Josef Kleier fest, der als ehemaliger 1. Stadtrat von Vechta auf diesem Gebiet Erfahrungen gemacht hat. Sowohl der Bereich „Arbeiter“ wie auch „Wohnen“ sei sehr differenziert zu betrachten. Es kommen sowohl Werkarbeiter, Leiharbeiter, Saisonarbeiter und Festangestellte aus fernen Ländern, die jeweils mit unterschiedlichen Arbeitsbedingungen und Rechten zu tun haben.  Auch bei der Nutzungszuweisung von Gebäuden sei es schwierig eine genaue Abgrenzung zu treffen. Der Bedarf an Unterkünften und Wohnungen sei groß zumal zunehmend rumänische Arbeiter ihre Familien nachholen würden. Es sei eine Herausforderung für die Gemeinde dafür zu sorgen, dass diese hier am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Von Seiten der anwesenden Hausbesitzer und -verwalter gab es kein Verständnis dafür, den Bebauungsplan zu ändern, um Unterkünfte ihrer Art zu verbieten. Es wurde klargestellt, dass der Landkreis Vechta die Wohnungen in der Rosenstraße begutachtet und für in Ordnung befunden habe. Werner Bist als ehemaliger Franchisenehmer von McDonald‘s berichtete, dass er nur fest angestellte Mitarbeiter beschäftigt hat. „Wenn die ausländischen Mitarbeiter nicht da wären, hätte ich den Betrieb nicht betreiben können“, so Werner Bist. Deshalb habe er in Holdorf Häuser gekauft, hergerichtet und an die Mitarbeiter vermietet.

Nach längerer Diskussion war die Versammlung sich einig, dass in Holdorf die einreisenden Arbeitskräfte menschenwürdig unterzubringen sind. Es bedürfe noch weiterer Beratungen mit fachlich kompetenten Personen, um zu einem Beschluss zu kommen.