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Jagdgemeinschaften Holdorf und Handorf bieten Kitzschutz per Multicopter

Angebot für Landwirte und Lohnunternehmen der Gemeinde Holdorf

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Übergabe des Multicopters durch  Sascha Kramer (5. von links) an die Piloten der Jagdgemeinschaften Holdorf und Handorf, von Links: Franz Meyer, Max gr. Schlarmann, Isabelle Meyer, Andreas Harpenau, Thomas gr. Schlarmann, Jörg Pösse, Florian gr. Schlarmann, Jannik Stuckenberg und Jochen Harpenau. (Foto: Vollmer)



Naturschützer, Jäger und Landwirte können aufatmen. Die beiden Jagdgemeinschaften Holdorf und Handorf haben gemeinsam einen sogenannten Multicopter mit Video-, Foto- und Wärmebildkamera zum Schutz von jungen Wildtieren bei Mäh- und Erntearbeiten angeschafft. „Bevor ein Feld mit den heutigen modernen Landmaschinen bearbeitet wird, können durch das ferngesteuerte Flugobjekt beispielsweise Rehkitze entdeckt und vor dem sicheren Tod bewahrt werden“, erklärt Thomas gr. Schlarmann von der Jägerschaft Holdorf.

Am Samstagvormittag begann mit der Auslieferung und Einweisung in die Handhabung des Fluggerätes durch Sascha Kramer vom gleichnamigen Fachgeschäft aus Neuenkirchen innerhalb der Gemeinde Holdorf eine neue Zeitrechnung des modernen Tierschutzes. Damit der vielseitige Multicopter innerhalb der beiden Jägerschaften korrekt eingesetzt werden kann, erwarben einige Mitglieder den nach EU-Normen ausgegebenen kleinen Drohnenführerschein (EU) A1/A3 durch Online-Training mit anschließendem Test und einer Online-Prüfung. Die beiden Jagdgemeinschaften fordern Landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmen im Gemeindegebiet dazu auf, vom Angebot des Drohneneinsatzes Gebrauch zu machen.

Aus Erfahrung berichtet Franz Meyer, dass während der Brut- und Setzzeit in den Monaten April bis Juli beispielsweise Rehkitze besonders in den ersten Lebenswochen keinen Fluchtinstinkt haben. Ihr sogenannter Drückinstinkt sorgt dafür, dass sie sich bei Gefahr eng an den Boden drücken und erstarren, um vor natürlichen Feinden geschützt zu sein. Zudem geben sie keine Witterung ab. Vor den modernen Landmaschinen haben die Kitze kaum eine Chance. Außerdem ist das Risiko einer Kontaminierung des Tierfutters durch vorhandene Tierkadaver groß. Diese können Auslöser für eine lebensbedrohliche Lebensmittelvergiftung durch das Bakteriengift Botulinumtoxin (Botulismus) sein.

„In der Vergangenheit sind wir am Abend vor dem Mähen mit angeleinten Hunden durch die betroffene Fläche gegangen und haben somit eine gewisse Unruhe und auch unsere Witterung hinterlassen. Dadurch konnten wir erreichen, dass beispielsweise die führende Ricke ihr Kitz aus der Fläche holte und anderweitig sicher ablegte“, blickt Thomas gr. Schlarmann zurück, der neben seinem Amt als stellvertretender Kreisjägermeister sich zudem als Kreishundeobmann für die Ausbildung der Jagdhunde engagiert.

Durch die Drohne, die ihr Livebild als Wärmebild und als Normalbild gleichzeitig auf das integrierte Tablet der Fernsteuerung überträgt, lässt sich zum Beispiel ein Rehkitz gut ausmachen. Mit dem Normalbild können die Helfer direkt vom Piloten zu der Wärmequelle geleitet werden. „Das aufgefundene Rehkitz wird vorsichtig mit Handschuhen und Gras aus der Fläche getragen und sicher Abseits abgelegt. Die Ricke sucht und findet anschließend das Kitz, nimmt es an und zieht es groß. Somit können die Kitze vor dem Mähtod gerettet werden“, erklärt Andreas Harpenau.

An den knapp 5000 Euro Anschaffungskosten beteiligte sich die Jägerschaft des Landkreises Vechta durch Inanspruchnahme eines Förderprogramms der Bundesanstalt Lebensmittel und Ernährung (BLE). „Erst durch deren Zusage, die Drohne mit 60 Prozent zu fördern, wurde dieses Projekt nun realisierbar“, so Thomas gr. Schlarmann.

Ansprechpartner für die Landwirtschaft: Franz Meyer unter 0173 852 8506 und Andreas Harpenau unter 0172 433 7212.