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Holdruper Plattschnackers überzeugen bei Kiosk-Rettung

Gelungene Premiere für die Plattdeutsche Komödie „Um de Eck bi Trude“

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Anspannung unter den Kiezbewohnern: Die Erbin Erna Willmer (Marion Westermann, links) gerät ins Zwielicht, weil sie das Grundstück, auf dem Trudes Kiosk steht, an Arnold Macher (Daniel von Handorff, 3. von links) für ein ehrgeiziges Bauprojekt verkaufen will. Lola (Martina gr. Schlarmann), Ria Ratsch (Heike Weddehage), Benni Mack (Jan-Bernd Echtermann) und Manni „dat Mess“ Mack (Rene Osterhues, von links) sind darüber mehr als enttäuscht. (Foto: Vollmer)



Ob am Ende der schäbige Kiosk von Trude gerettet wird, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur so viel: Der unbändige Wille für den Erhalt des Treffpunktes in dem etwas heruntergekommenen Wohnviertel schweißt die Bewohner zusammen und treibt bizarre Blüten voller kämpferischer Leidenschaft, um den Verlust dieses kultigen Ortes zu verhindern.


Die Akteure der Holdruper Plattschnackers um Regisseurin Christiane gr. Schlarmann ziehen in der Kommödie „Üm de Eck bi Trude“ von Autor Bernd Kietzke auf der Bühne im Saal der Bauernschänke Bocklage alle Register ihres schauspielerischen Könnens. Der langanhaltende Beifall zwischendurch und am Ende belegte, dass sich das Premierenpublikum für gut zweieinhalb Stunden bestens unterhalten fühlte.

Auf der Bühne entwickelte sich ein munteres Treiben vor „Trudes Bude", der Mittelpunkt des Viertels ist. Schnell macht die Nachricht die Runde, dass der Kiosk einem ehrgeizigen Bauprojekt weichen soll.

Die Besitzverhältnisse sprechen gegen Trude, routiniert gespielt von Michaela Völkerding. Dem friedlichen Miteinander droht Gefahr. Erna Willmer, verkörpert von Marion Westermann, ist die gierige Erbin des Grundstücks und erhofft sich hohen Profit. Sobald diese mit dem durchtriebenen Investor Arnold Macher auftaucht, überzeugend dargestellt von Debütant Daniel von Handorff, erhebt sich erbitterter Widerstand der „Trudianer", die ihr „Zuhause" bedroht sehen. Die Methoden von Zuhälter Manni „dat Mess“ Mack (Rene Osterhues) in Begleitung seiner extravaganten Lola (Martina gr. Schlarmann) sowie dem Möchtegerngauner Benni Mack, gestalten sich bei der Rettung nicht gerade zimperlich. In der Rolle des Letztgenannten köstlich anzusehen Jan-Bernd Echtermann. Dessen impulsive Gestik und Mimik animiert das Publikum immer wieder zu schallenden Lachern und kräftigen Applaus.

Nicht weniger stark Heike Weddehage in der Rolle der verwirrten Witwe Ria Ratsch mit ihren schrägen Ansichten. Und auch der zerstreute Professor Einstein, verkörpert von Ludger Bornhorst, der täglich seine Bier-Ration bei Trude abholt, unterhält die Zuschauer durch seine kurzsilbigen Kommentare und das teils geistesabwesende Lustwandeln humorvoll. Einen gelungenen Einstand gab Debütantin Gaby Holzenkamp in der Rolle als Nele Krämer, die Nichte von Trude Krämer. Ebenso überzeugten Theresa Kenkel als Jana Schön und Dirk gr. Schlarmann als Taxifahrer Harald Kutscher.

Gelungen sind die musikalischen Einlagen von Bernd Kenkel, der als Straßenmusiker mit seinem Akkordeon die Übergänge zwischen den drei Akten belebt und es versteht, mit seinen maritimen Melodien das Publikum zu lautstarkem Mitsingen und Schunkeln zu animieren.

Der Vorsitzende Bernd Kenkel teilt mit, dass alle weiteren Vorstellungen ausverkauft sind. Lediglich für die Zusatzvorstellung am 12. November (Freitag, 19.30 Uhr) gibt es noch ein paar Restkarten in der Bauernschänke Bocklage, An der Bundesstraße 11, 05494 581. Der Eintritt beträgt 7 Euro und ist nur unter Beachtung der 2G-Regel möglich.