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News-Archiv (bis Februar 2017)

Inklusion bedeutet auch Investitionen

Geschrieben von OV am 2012-04-20
Holdorfer Schulausschuss diskutiert über gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung

Die Grundschulen in der Gemeinde Holdorf werden ab August 2013 inklusiv sein. Mit dem Regionalen Integrationskonzept haben sie den Weg zur Inklusion längst eingeschlagen.

Inklusion. „Ein Wort, das in aller Munde ist, sehr kontrovers diskutiert wird, aber kommen wird“, fasste Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug den Sachstand des gemeinsamen Unterrichts von Schülern mit und ohne Behinderung zusammen. Die Mitglieder des Schulausschusses diskutierten über die Inklusion am Dienstagabend und übten auch Kritik.

„Es werden unheimliche Kosten auf die Schulen zukommen“, stellte Manfred Petter, Schulleiter der Haupt- und Realschule Holdorf, fest. Neben den baulichen Veränderungen bedürfe es der pädagogischen Unterstützung der Schulen, ergänzte Anita König, Schulleiterin der Grundschule Holdorf. Damit die Schulen besser über die Anforderungen, die künftig an sie gestellt werden, informiert werden, soll in der nächsten Sitzung ein Vertreter der Schulverwaltung des Landes eingeladen werden.

Denn bereits im August 2013 werden beide Holdorfer Grundschulen inklusiv sein. Ein Antrag, der dies bereits ab August 2012 möglich gemacht hätte, hat die Gemeinde als Schulträger nicht gestellt. Erste Erfahrungen mit der Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf beim Lernen haben die Grundschule Holdorf und die Barbara-Schule in Handorf- Langenberg durch das Regionale Integrationskonzept (RIK) in Zusammenarbeit mit der Marienschule Damme gesammelt.

Mit Hilfe des RIK sollen sonderpädagogische Hilfen wohnortnah weiterentwickelt werden. Förderschullehrer der Marienschule übernehmen dabei je zweiWochenstunden pro Klasse für die sonderpädagogische Grundversorgung. Das RIK wird nicht nach Förderfällen, sondern pro Klasse genehmigt. Die Lehrer an der Barbara-Schule setzen das Konzept bereits seit 2009 um. Die Grundschule Holdorf arbeitet damit seit 2011.Mit der Marienschule Damme kooperiert sie aber schon seit Jahren.

Das RIK findet in Handorf- Langenberg in den Klassen eins bis vier Anwendung. In Holdorf wird es in den Klassen eins und zwei eingesetzt. „Wir haben es für das kommende Schuljahr auch für die Klassen drei und vier beantragt“, so König.



Schulausschuss setzt auf offene Ganztagsschule

Geschrieben von

Holdorfer Kinder sollen künftig – freiwillig – in den Grundschulen der Gemeinde ga am 2012-04-19

Auch Mensabau Thema im Holdorfer Rathaus

Holdorfer Kinder sollen künftig – freiwillig – in den Grundschulen der Gemeinde ganztägig betreut werden.

„Die gesellschaftliche Entwicklung wird Richtung Ganztagsschule gehen“, stellte Ratsvorsitzende Silvia Boye (CDU) am Dienstagabend in der Sitzung des Holdorfer Schulausschusses fest.Auch wenn sie persönlich bedaure, dass die Erziehung der Kinder immer weniger durch die Eltern erfolge, sei die offene Ganztagsschule aufgrund der Veränderungen in der Gesellschaft notwendig.

Da bereits im Krippen- und Kindergartenbereich in Holdorf ein Ganztagsangebot bestehe und mit der Einführung der Oberschule der Schulbesuch auch für die älteren Schüler bis in den Nachmittag obligatorisch werde, sei auch an Grundschulen ein Ganztagsangebot sinnvoll, erklärte auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug.

Der Vorteil der offenen Ganztagsschule – im Gegensatz zur geschlossenen – sei zudem, dass die Teilnahme am Mittagessen sowie an der Hausaufgabenbetreuung und an den Freizeitangeboten freiwillig sei, konstatierte Inge Schuster von der SPD. Bei der Abstimmung empfahl der Schulausschuss einstimmig, die offene Ganztagsschule an den Grundschulen Holdorf und Handorf-Langenberg einzuführen. Mit der Einführung der Oberschule ab dem Schuljahr 2012/2013 entsteht zudem der Bedarf an einer Mensa für die Haupt- und Realschule Holdorf.

Bürgermeister Dr. Krug erläuterte zu diesem Tagesordnungspunkt den bisherigen Sachstand des Mensabaus: Die Entscheidung des konkreten Standortes auf dem Gelände der Haupt- und Realschule sei noch nicht gefallen. Geplant seien 150 Sitzplätze, die in mehreren Schichten von der Oberschule und der Grundschule genutzt werden sollen.

Angedacht wurde auch, eventuell Senioren aus der Nachbarschaft in der Mensa ein warmes Mittagessen zu ermöglichen. Insgesamt werde der Bau voraussichtlich brutto 1,1 Millionen Euro kosten. Da die Oberschule bereits ab dem 1. August startet, soll als Übergangslösung ein Teil der Aula der Haupt- und Realschule als Mensa genutzt werden. Die Gemeinde wolle sich mit einem Euro je Mahlzeit an den Essenskosten beteiligen, sagte Bürgermeister Krug. Der Gesamtpreis beträgt 3,50 Euro.



Bebauungspläne werden geändert

Geschrieben von OV am 2012-04-19
Ratssitzung am 24.04.2012

Die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses für den Bebauungsplan Harpendorfer Weg für den erweiterten Bereich der Firma Gerwing ist einer der Tagesordnungspunkte der nächsten Sitzung des Holdorfer Gemeinderates am Dienstag (24. April) ab 18.30 Uhr im Holdorfer Rathaus.

Weitere Themen der Sitzung sind unter anderem die Änderung des Bebauungsplans nördlich der Siedlung Langenberg sowie des Planes Ernst- Böhm-Straße II. In einer Einwohnerfragestunde können sich Bürger äußern.



Nach der Probe in der Stube ein Pfannengericht

Geschrieben von H. Vollmer am 2012-04-18
Vater prägte Leidenschaft für Welt der Noten

Spaß an der Musik hat Martin gr. Schlarmann mit seinem Tenorsaxophon nicht nur solo, sondern vor allem im Zusammenspiel mit dem Orchester. (Foto: Vollmer)


Ein Leben ohne Musik kann sich Martin gr. Schlarmann überhaupt nicht vorstellen. Er ist seit 25 Jahren Vorsitzender des Musikvereins Holdorf.

Wenn der Basssaxophonist Martin gr. Schlarmann an seine Kindheit zurückdenkt, spielt sein Vater Heinrich unweigerlich eine wichtige Rolle. „Er war Musikfan durch und durch und hatte ein Faible für die Musik“, erinnert sich der heute 53-Jährige. Sein Vater spielte nicht nur Akkordeon und Jagdhorn, sondern sorgte auch dafür, dass alle fünf Kinder ein Instrument spielen lernten.

Die Blockflöte was das erste Instrument, das Martin gr. Schlarmann bereits mit sieben Jahren im Kindergarten der Benediktinerinnen in die Hand bekam. Mit neun Jahren war es die Klarinette, die ihm sein Vater für den Unterricht bei dem Musiklehrer Eduard Holstein besorgte. „Da war der Funke übergesprungen“, erklärt der Musiker. Während für ihn anfangs dreimal die Woche Einzelunterricht in der alten Volksschule auf dem Programm stand, gab es später Gruppenunterricht. „Das waren die ersten zaghaften Erfahrungen mit Orchestermusik“, sagt der sympathische Saxophonist.

Die wurden bald intensiver: Denn mit elf Jahren und immer noch mit seiner Klarinette ausgestattet, trat er in den Musikverein Holdorf ein. Der Dirigent war Eduard Holstein, der sich als Musiklehrer der Kreismusikschule Vechta ein Zubrot verdiente. „Mit 15 Jahren vereinbarten mein Vater und Eduard Holstein ein Deal“, erinnert sich Martin gr. Schlarmann. Statt Einzelunterricht für ihn kamen sieben bis acht Musiker vom Orchester mit zu ihm nach Hause in die gute Stube, hier unterrichte der Musiklehrer. „Unser Vater hat dabei gesessen und sich aus Freude die Musik angehört“, berichtet der heutige Musikvereinsvorsitzende. „Als Entschädigung gab es anschließend für Eduard von unserer Mutter zubereitetes Essen aus der Pfanne.“ Doch nach dem Tod vom Vater im April 1982 sei die Hausmusik leider eingeschlafen.

Nicht nur diese Erinnerungen begleiten Martin gr. Schlarmann bis heute. Als er 19 Jahre alt war, schenkte ihm sein Vater ein Tenorsaxophon zu Weihnachten. Dafür sei er bis heute dankbar. „Das hat mich nie wieder losgelassen“, berichtet der im Hauptberuf als Lagerist tätige Musiker. Wenn er zu dem Instrument greife, sei ihm sein Vater immer noch nahe. „Der Klang ist sehr schön. Damit kann man Gefühle ausdrücken, die man mit der Klarinette nicht spielen kann“, beschreibt er seine Freude an diesem Klang. Diese Freude will er noch lange mit anderen Musikern teilen.

Der Entschluss, im Jahr 2007 die alte Scheune in seinem Garten für den Ausbau zur Musikscheune zur Verfügung zu stellen, sei ihm nicht schwer gefallen. Als eine seiner besten Entscheidungen als Vorsitzender nennt er zudem die Verpflichtung von Josef Bruns als Dirigent im Jahr 2006. „Mit ihm haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht“, lobt er dessen Engagement und Ideenreichtum. Dazu gehöre auch das Seekonzert, das am 25. August zum dritten Mal auf dem Kalksandsteinsee in Holdorf über die Bühne geht.





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