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News-Archiv (bis Februar 2017)

Inklusion im Alltag

Geschrieben von OV am 2011-11-22
Arbeitskreis wird in Holdorf gegründet

Behinderten Menschen soll in der Gemeinde Holdorf ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Ein Ziel des Teilhabekreises. Der Sozialausschuss hat gestern Abend seine Gründung empfohlen.

Für die Mitarbeit in dem Kreis wurden von der UWG benannt: Martin und Elfriede Lampe, Iris Artner, Waltraud Macke. Für die CDU arbeiten Jan-Dierk Brandt und Mario Trumme mit. Die SPD wird ihre Teilnehmer bis zum 12. Dezember benennen. Außerdem sollen noch Vereine und Kirchen mit ins Boot geholt werden. Am Arbeitskreis könne jeder mitwirken, betonte Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug. Er solle sich nur kurz im Rathaus melden. Anfang Juni hatte Matthias Warnking, Geschäftsführer des Andreaswerks, über die Möglichkeit eines Teilhabekreises informiert.

Der Arbeitskreis nimmt die Inklusion beim Wort und beschränkt sie nicht nur auf Schulen. Er sucht nach Lösungen, die dasMiteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen im Alltag zu einer Selbstverständlichkeit machen.



Wie aus alten Betonklötzen Schotter wird

Geschrieben von OV am 2011-11-21
Der Abriss des ehemaligen Möbel-Böckmann-Baus in Holdorf ist ein Geschäft mit ausgedienten Baustoffen

Zur Entkernung freigegeben: Bauleiter Dirk Hesse von der Dammer Baustofffirma Pundt erklärt, wie der Möbel-Böckmann-Bau recycelt wird. Die Holzteile werden auf der Deponie verbrannt. Die Betonteile werden in der firmeneigenen Brechanlage zu Schotter zerkleinert. (Foto: Köhne)


Die Firma Pundt aus Damme recycelt ganze Gebäude.Aktuelles Beispiel: das ehemalige Möbelhaus Böckmann in Holdorf.

Verschwunden sind die Schildkröte und andere Urwaldbewohner aus dem Holdorfer Umwelthaus. Holdorfs Künstler Waldemar Krause hat die Ausstellungsstücke aus Styropor in Sicherheit gebracht. Denn jetzt räumt die Firma Pundt aus Damme in dem ehemaligen Möbel-Böckmann-Bau so richtig auf. Bevor der Bagger anrollt ist Recycling angesagt.

Auf dem ehemaligen Möbel- Böckmann-Gelände soll ein Einkaufskomplex entstehen (mehrfach berichtet). Dafür muss das alte Gebäude weichen. Nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach. Bis Ende Dezember wird von dem alten Bau endgültig nichts mehr zu sehen sein, so die grobe Schätzung von Bauleiter Dirk Hesse. Im Prinzip laufe das Recycling eines Gebäudes genauso ab wie die Mülltrennung im Haushalt, erklärt der 41-jährige Fachmann. Zu Hause trennt man Glas, Altpapier und Plastikmüll, damit die Rohstoffe in den großen Kreislauf der Wiederverwertung kommen.Was nicht zurWiederverwertung taugt, kommt auf den Müll. Im Fall von Möbel Böckmann sieht das ähnlich aus.

„Das Holz wird abgehängt, die Decke muss separiert werden. Sie darf nicht in den Bauschutt gelangen“, sagt Hesse. Denn aus dem Bauschutt macht die Firma Pundt Schotter. Und damit auch ein gutes Geschäft.

Der Bauschutt ist der Beton, der aus Boden und Wänden stammt. „Der kommt in eine Brechanlage. Dort wird der Beton zerkleinert und gesiebt“, sagt Hesse. Die Brechanlage müsse man sich wie einen großen Schredder vorstellen. Einen Meter hoch, einen Meter lang und 50 Zentimeter breit sind die Betonblöcke, die auf dem firmeneigenen Gelände in die Brechanlage wandern. Sie würden dann auf eine Körnung von null bis 56 Millimeter heruntergebrochen. Aus den riesigen Betonklötzen werden so kleine Beton-Krümel. Die sind zum Beispiel als Belag für Parkplätze oder bei den vorbereitenden Maßnahmen beim Straßenbau gefragt.

Kein Wunder, dass Kommunen zu den Hauptabnehmern des Recycling-Betons zählen. In diesem dürfen sich keine Reste des Moniereisens finden, das beim Häuserbau die Betonstücke zusammenhält. Deshalb durchläuft der Schotter noch einen Magnetabscheider, der das Eisen herauszieht. Denn durch die Brechanlage ist der Beton zuvor gemeinsam mit dem Eisen gewandert, wie Hesse erklärt. Denn kämen die Eisenstücke beispielsweise auf einen Parkplatz, wäre das für die Reifen, die darüber rollen, schlecht.

Die Hölzer der abgehängten Decke des Möbel-Böckmann- Baus werden in der Verbrennungsanlage verbrannt. Aus der Wärme wird Strom. Das Stahlgerippe des Baus wird eingeschmolzen und ist so auch wiederverwertbar.

Das Recycling von Baustoffen ist nicht nur ein gutes Geschäft, wie Hesse weiß. Es schont vor allem auch die Umwelt. Beton ist ein Mineralgemisch, das aus dem Steinbruch und damit aus der Landschaft stammt. Recycelter Schotter hilft dabei, dass weniger Löcher in der Landschaft entstehen und kann sogar dazu beitragen einige wieder zu schließen.



Geschenke gestalten leicht gemacht

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-11-19
Ursula Kruse vom Landwirtschaftsamt gib Landfrauen Tipps

Spaziergang durch das Jahr: Ursula Kruse vom Landwirtschaftsamt Meppen besuchte die Landfrauen Holdorf. Unter dem Titel „Geschenke aus Küche und Garten zum Selbermachen – Spaziergang durch das Jahr“ zeigte sie Möglichkeiten auf, kreative Geschenke, Hausschmuck und viele andere nützliche Dinge mit einfachen Mitteln zu gestalten.

Unter der Fragestellung „Was verschenke ich von Januar bis Dezember an selbstgebastelten oder gekauften Kleinigkeiten?“ vermittelte sie anhand von mitgebrachten Gelees und Aperitifen, die zum Probieren gereicht wurden, praktische und relativ schnell umsetzbare Möglichkeiten. Außerdem demonstrierte sie anhand von Fotos im gut gefüllten Saal der Bauernschänke Bocklage in Ihorst, wie beispielsweise aus Draht ein schmucker Kranz gebunden wird.



Kraftakt für die Musik der Kleinsten

Geschrieben von OV am 2011-11-18
Kommunen bauen ihre Kinderbetreuung aus – mit Herz und dem nötigen Geld

Im Jahr 2013 muss für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren ein Platz da sein. Die Städte und Gemeinden im KreisVechta wählen verschiedeneWege zu diesem Ziel.

Martin Wiewerich hat festgestellt, dass die alten Gewissheiten auch in Neuenkirchen- Vörden schwinden. „Es ist heute nicht mehr wie vor 20 Jahren, dass die Oma mit 56 Jahren Hurra schreit, weil die Tochter ein Kind kriegt, dass sie sofort ihren Job hinschmeißt und das Enkelkind betreut“, sagt er. Wiewerich leitet das Amt für Bürgerservice, Ordnung, Familie und Soziales. Er weiß nicht nur, dass Neuenkirchen-Vörden sich wandelt. Er weiß auch, dass der Wandel in größeren Städten stärker spürbar ist. So wählt jede Kommune im Kreis Vechta ihren ganz eigenen Weg zu dem Ziel, das 2007 gesetzlich festgeschrieben worden ist: Im Jahr 2013 muss für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsplatz vorhanden sein.

Jüngst wurde bekannt, dass diese Quote in Westdeutschland kaum erreicht werden wird; speziell Nordrhein-Westfalen ächzt unter den Anforderungen. Der Landkreis Vechta teilte mit, er stehe aus Termingründen nicht für eine Einschätzung zur Verfügung. Doch wer sich in den Verwaltungen der Region umhört, der bekommt eine Ahnung davon, dass den Kommunen das Thema am Herzen liegt – und dass sie mehr Geld als andere haben, dieses Herzensanliegen auch zu verfolgen. Vechtas Erster Stadtrat Josef Kleier berichtet, die Kreisstadt werde die Quote von 35 Prozent erreichen: „Ob das dann ausreicht, ist eine andere Frage.“ Vechta habe mit einem „gewaltigen Kraftakt“ in Plätze in Krippen, bei Tagesmüttern und in der Großtagespflege investiert und festgestellt: „Mit dem Angebot hat sich auch die Nachfrage erheblich verstärkt.“ Sie sei kaum geringer als in vielen Großstädten. Sollte Vechta einst mehr als 35 Prozent der Kleinkinder betreuen müssen, sagt Kleier, dann verlange er von Bund und Land zusätzliche Hilfe: „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“

Neuenkirchen-Vörden, sagt Amtsleiter Wiewerich, werde ebenfalls kein Problem haben, die Quote zu erfüllen. Doch die will abwarten, wie hoch der Bedarf an Betreuungsplätzen 2013 tatsächlich ist – und nicht jetzt Strukturen schaffen, die dann niemand nutzt. „Wir wollen nicht einen Neubau nach dem anderen machen und nachher die Plätze gar nicht voll kriegen“, sagt Wiewerich. „Wir finanzschwachen Gemeinden müssen gucken, dass wir nicht übers Ziel hinausschießen.“ Er betont, er könne bei Bedarf flexibel reagieren – und ein leerstehendes Zimmer in einem Kindergarten zu einem Gruppenraum machen oder Krippengruppen auch nachmittags öffnen.

Zurzeit arbeiten in Neuenkirchen- Vörden vergleichsweise viele Tagesmütter, die die Gemeinde weniger kosten als eine Krippe. Vielerorts könnten sie noch deutlich mehr Kleinkinder betreuen als derzeit. Wiewerich erwartet, dass große Unternehmen zudem bald eigene Kindergärten eröffnen: als Bonbon für gute Leute in Zeiten des Fachkräftemangels.





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