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News Archiv

Frauenkarneval in Holdorf

Geschrieben von OV am 2014-12-29
Kartenvorverkauf am 8. Januar

Der Frauenkarneval in Holdorf findet am 30. Januar (Freitag) im Saal Böckmann statt. Der Kartenvorverkauf ist am 8. Januar (Donnerstag) ab 18 Uhr im Pfarrheim.



Landjugend-Vorstand lädt ein

Geschrieben von OV am 2014-12-29
Sektempfang im Pfarrheim

Der neue Vorstand lädt am 8. Januar (Donnerstag) ab 20 Uhr zum Sektempfang ins Pfarrheim ein.



Gut Ihorst erscheint in einem neuem Licht

Geschrieben von OV am 2014-12-29
Eine Holdorfer Bauerschaft mit gräflicher Geschichte/ Im Advent öffnet Kapelle nach langer Zeit wieder ihre Tür

Ihorster Dorfleben in barocker Kapelle: Bezirksvorsteher Hubert Grevenstette (links) und Josef Kampers (4. von links), der in unmittelbarer Nachbarschaft des Gutes aufwuchs, freuen sich über das Licht, das Marit Brune als heilige Lucia in die Gutskapelle trägt. (Foto: Honkomp)


In den Erzählungen, die die Dorfbewohner gern zum Besten geben, erfährt man ein fast vergessenes Stück hiesiger Heimatgeschichte.

Wer in dieses Dorf kommt, muss unversehens an die Erzählung „Kannitverstan“ von Johann Peter Hebel denken. So wie dort der Handwerksbursche auf jede seiner Fragen, wem dies und das gehöre, die Antwort „Kannitverstan“ bekommt, so lautet hier in Ihorst die Antwort: „Dem Grafen Spee“. Kaum jemand hat den in Düsseldorf ansässigen Grafen schon einmal gesehen, doch er ist in vielen Gesprächen gegenwärtig.

So weiß beispielsweise Lehrer Josef Kampers viel zu berichten über das Leben der Heuerleute, Knechte und Mägde früher auf dem Gut (siehe auch Fakten). „Dort arbeiteten immer ungefähr 20 Leute.Mein Opa gehörte zu denen, die hier die Wälder aufforsteten.“ Kampers wuchs unmittelbar neben dem Gut auf. Seine Eltern waren Pächter des Gutsherrn. Heute lebt er in Holdorf, hier ist er stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. „Ich wäre gern in Ihorst geblieben, aber es war nicht möglich, mein Elternhaus zu kaufen“, sagt er.

Zum Gut gehörten früher elf Heuerstellen und ein hauptamtlicher Melker. Kampers berichtet, dass viele der Heuerleute es im Laufe der Jahre durch Fleiß und Geschick, beispielsweise in der Tierhaltung, zu einem guten eigenen Auskommen brachten. Doch als das Heuerlingswesen im Oldenburger Münsterland endete, mussten sie wegziehen. „Vom Gut konnte man keinen Quadratmeter kaufen“, erinnert er sich. Die Folge: Seit den fünfziger Jahren seien alle alten Heuerhäuser nach und nach abgebrochen worden.

Andere hatten günstigere Ausgangsbedingungen:Etwa um 1870 konnten die Familien Brüning, Bocklage, Moormann und Bokern Höfe vom Gut erwerben, die Familie Grevenstette hatte ihren Hof schon 1845 freikaufen können, hat der heutige Lohner Stefan Heitlage, der vom Ihorster Hof Heitlage stammt, in einer kleinen privaten Dorfchronik festgehalten.

Die Verbundenheit der Ihorster untereinander war trotz der Trennung zwischen Bauerschaft und Gut immer groß. Das mag auch an der früheren Volksschule liegen. Bis 1970 wurden alle acht Jahrgänge gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Ludger Hülsmann erinnert sich gut daran. „So kannte man alle Kinder gut, nicht nur die aus dem eigenen Jahrgang.“ Hülsmann ist aus Ihorst nach Holdorf gezogen, „wir haben hier keinen Bauplatz bekommen.“ Doch wenn etwas Besonderes los ist, kommt er selbstverständlich zurück in sein Heimatdorf, wie unlängst beim lebendigen Adventskalender.

Da erlebten die Ihorster das Gut im wahrsten Sinne des Wortes in einem ganz neuen Licht, passend zum Fest der heiligen Lucia. Möglich machte das Daniel Brüning. Der absolviert gerade eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker. Als Überraschung für seine Tante Christa und deren Mann Klaus Brüning, die Schlüsselverwahrer des Gutes sind, tauchte er Gut und Kapelle mittels modernster Lichttechnik in ein adventliches Farbenmeer. Die Ihorster und viele Gäste staunten und zeigten sich bewegt von der stimmungsvollen Adventsfeier in der Kapelle. Anschließend, bei Glühwein und Bratkartoffeln von Heitlages, gab es viel zu erzählen. Von den regelmäßigen Maiandachten früher in der Kapelle, aber auch vom nächsten Treffen der Jäger und des ältesten Kartenclubs im Dorf. Es bleibt der Eindruck: Materiell mag vieles hier im Besitz des Grafen sein. Doch die Ihorster tragen Feld, Wald und Flur ihres Heimatdorfes im Herzen. Wessen Besitz größer ist? Das mag jeder für sich selbst entscheiden.



Fakten zur Bauerschaft Ihorst

Geschrieben von OV am 2014-12-29
34 Familien stellen 112 Einwohner

Das Gut auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1972: Für viele Ihorster ist sie eine Erinnerung an ihre Kindheit. (Foto: Sammlung Kampers)


Der Name Ihorst leitet sich wie folgt ab: Ihorst = Igehorst = Eist = Anhöhe im Wasser.

Zu Ihorst gehören die Bauerschaft Ihorst und das Gut Ihorst. Zur Zeit leben in Ihorst 112 Einwohner in 34 Familien; 1959 waren es 253 Einwohner in 40 Familien.

Von den Höfen in der Bauerschaft werden heute noch die Höfe Brüning, Heitlage, Grave, Ferneding, Moormann und Pille-Themann bewirtschaftet.

Im Jahr 2000 wurde an der Bundesstraße ein Gewerbegebiet von jetzt etwa elf Hektar Größe ausgewiesen.

Zum Gut Ihorst gehören etwa 180 Hektar Ackerland, 160 Hektar Wald, zehn Hektar Moor. 95 Hektar des Gutsbesitzes liegen außerhalb der Gemeinde Holdorf.

Das Gut baute der Droste Heinrich von Schade 1560 auf der Fläche dreier Höfe aus dem Besitz der Herren von Dinklage. Von 1697 bis 1868 war es im Besitz der Familie von Ascheberg. 1882 kaufte es Graf Franz von Spee aus Heltorf bei Düsseldorf (1841 – 1921).

Von 1903 bis 1986 verwalteten die Gutsinspektoren Franz Wehage und dessen Sohn Josef das Gut im Auftrag des Grafen. Von 1998 bis 2012 hatte Familie Cremer es gepachtet und dort zeitweise ein Café eröffnet.

Zum Gut gehört eine barocke Gutskapelle. Sie wurde 1747 durch den damaligen Besitzer Ernst Friedrich von Ascheberg erbaut. Baumeister war wahrscheinlich Barockbaumeister Konrad Schlaun.





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