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News Archiv

Für und Wider der Umlaufsperren am Naherholungsweg

Geschrieben von OV am 2014-01-22
Sitzung des Wirtschafts- und Sicherheitsausschusses am 27.01.2014 um 18.00 Uhr

Von manchen Radfahrern wurden sie als störend empfunden. Außerdem wurden sie von Mofafahrern umfahren: die Umlaufsperren auf dem Naherholungsweg, der am Kalksandsteinsee vorbei Richtung Damme führt.

Jetzt sind die Sperren teils verschwunden, nachdem die entsprechenden Gremien der Gemeinde sich Ende des vergangenen Jahres mit dem Problem befasst hatten. Inzwischen aber haben sich auch Bürger im Rathaus gemeldet, die die ein oder andere Sperre vermissen.

Deshalb wird sich der Wirtschafts- und Sicherheitsausschuss am kommenden Montag (27. Januar) erneut mit den Umlaufsperren am Naherholungsweg beschäftigen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Holdorfer Rathauses.



Edelkrebse noch 2013 gesichtet

Geschrieben von OV am 2014-01-22
Im Jahr 2001 Schalentiere in Handorfer Mühlenbach ausgesetzt

Er liebt nährstoffreiche Gewässer und meidet schlammige Gewässer. Auf chemische Verschmutzung reagiert er empfindlich: der Edelkrebs oder auch europäischer Flusskrebs genannt.

Im Zusammenhang um den künftigen Hochwasserschutz in Holdorf ist er plötzlich in der Diskussion aufgetaucht. UWG-Mitglied Bernard Schonhöft hatte kürzlich angeführt, dass es einen Nachweis über den europäischen Flusskrebs im Handorfer Mühlenbach nicht gebe (OV berichtete). Außerdem spiele das Tier mit Blick auf einen künftigen Hochwasserschutz – egal ob Rückhaltebecken oder Umlegung des Baches – keine Rolle. In letzterem stimmt CDU-Ratsherr Ludger Westerhoff seinem Naturschützerkollegen Bernard Schonhöft zu.

Allerdings sagt Westerhoff, dass es Edelkrebse im Handorfer Mühlenbach gebe. „Im Mai 2001 wurden dort 200 Edelkrebse und 40 Teichmuscheln ausgesetzt.“ Dabei habe es sich um eine gemeinsame Aktion vom Naturschutzbund (Nabu) und der Kreisfischereivereinigung gehandelt. Noch im vergangenen Sommer seien Tiere im Oberlauf gewesen, sagt Westerhoff.

Völlig unabhängig von einer Edelkrebspopulation hält Ludger Westerhoff es für wichtig, bei der Diskussion um den Hochwasserschutz zu einer vernünftigen Lösung zu kommen. Die Positionen lägen nicht so weit auseinander. Es komme darauf an, eine Umleitungsvariante finanziell interessanter zu machen, findet er.



Bewusst für die Landpraxis entschieden

Geschrieben von OV am 2014-01-21
Zahnärztin Dr. Wiebke Saarberg setzt in Holdorf Familientradition fort / Für Bürgermeister ein gutes Zeichen / Zwei Zahnärzte – die reichen für die Versorgung der Holdorfer Bevölkerung. Anders sieht das bei den Hausärzten aus.

Anfang des Jahres hat Dr. Wiebke Saarberg die Zahnarztpraxis ihres Vater übernommen. Von langer Hand geplant hat das die 34-jährige Holdorferin nicht. Erst Ende 2012 traf sie die Entscheidung für sich. „Aus vollem Herzen“, wie sie sagt.

Für Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug ist der Generationenwechsel in der Praxis Saarberg „ein großes Zeichen der Hoffnung“. Saarbergs Schritt zeige, dass junge Ärzte ihre Existenzgrundlage durchaus auch in kleinen Gemeinden finden könnten.

Mit der jüngsten Praxisübernahme ist die zahnärztliche Versorgung mit zwei praktizierenden Zahnärzten in der 6.600 Einwohner zählenden Gemeinde weiterhin gut. Wie Dr. Michael Loewener,Vorstandsreferent für Pressearbeit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN), erklärt, könne beim Stand von zwei Zahnärzten von einer Unterversorgung in Holdorf keineswegs die Rede sein. Ganz anders sehe das bei den Hausärzten aus, sagt er.

Dr. Eckhard Jung, Pressesprecher der Zahnärztekammer Niedersachsen (ZKN), sagt mit Blick auf die Versorgung durch Zahnärzte auf dem Land: „Wie definiert sich ausreichend? Zwei reichen, doch gefühlt wären drei oder vier natürlich besser.“ Ein Zahnärztemangel auf dem Land oder eine Tendenz in diese Richtung ist Jung nicht bekannt. „Aber es gibt die Niederlassungsfreiheit und es gab schon immer Regionen, die bei Niederlassungswilligen – Ärzten und Zahnärzten – beliebter waren, oder eben nicht.“ Hinzu komme heute noch das Phänomen der Work-Life-Balance. Das heiße, die jüngeren Generationen wollten mehr Ausgeglichenheit zwischen Arbeit und Freizeit.

Loewener, der die zahnärztliche Versorgung in Holdorf mit Blick auf die Ärztezahl für gut befindet, sagt auch: „Ganz anders sieht das bei den Hausärzten für die Gemeinde Holdorf aus.“ Auf den Mangel an Hausärzten hatte der Bürgermeister bereits im April vergangenen Jahres hingewiesen. Auch in diesem Bereich sind zwei Ärzte im Einsatz. „Das ergibt eine Versorgungsquote von 50 Prozent, was anhand der aufgestellten Kriterien schon heute einer eindeutigen Unterversorgung entspricht“, hatte Krug damals vorgerechnet. Daran geändert hat sich nichts.

Nach 15 Jahren in Städten wie Osnabrück, Hannover, Frankfurt am Main und Karlsruhe hat sich Wiebke Saarberg ganz bewusst fürs Landleben entschieden. Das Leben in der Stadt habe sie genossen. Doch auf Dauer mag sie das nicht so anonyme Sozialgefüge in einem kleinen Ort wie Holdorf doch lieber. Saarberg, die auch Fachärztin für Oralchirurgie ist, findet es außerdem schön, eine Familientradition fortzuführen.

Das ist heute längst nicht mehr selbstverständlich, wie Loewener weiß. Viel stärker als früher würden sich Kinder von praktizierenden Ärzten und Zahnärzten überlegen, ob sie diesen Beruf ausüben sollen. Schließlich sei dieser immer mehr mit einer Bürokratisierung verbunden. „Nur wer wirklich den Drang hat, schlägt diesen Berufsweg ein“, sagt Loewener.



„Weitere Planungen kosten wieder eine Menge Geld“

Geschrieben von OV am 2014-01-20
UWG Holdorf hält Hinzuziehen von weiteren Experten zum Thema Hochwasserschutz für überflüssig

Mögliche Varianten zur Bachumleitung: Bernard Schonhöft hat sich detailliert damit befasst. Er findet nicht, dass noch ein weiterer Planer als Antonius Timme eingeschaltet werden muss. (Foto: Köhne)



Der Hochwasserschutz für Holdorf treibt Rat und Verwaltung schon seit Jahren um. Wie er künftig aussehen soll, ist aber noch nicht klar. In der kommenden Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 28. Januar (Dienstag) ab 18 Uhr stehen die beiden Varianten erneut auf der Tagesordnung: Entweder soll der Bach umgeleitet werden oder es sollen Dämme mit Rückhaltebecken geschaffen werden.

Bereits am Dienstag (21. Januar) findet ein Sitzung des Verwaltungsausschusses statt. Hier die Festlegung einer Variante zu beraten, hält die UWG für sinnlos und beantragt, diesen Punkt zu streichen. Wie der Vorsitzende der UWG, Heinrich Schonhöft, erklärt, bedeute dies, „dass Pferd weiterhin von hinten aufzuzäumen“. Bei solch einem komplexen Verfahren, da sind sich er und seine Fraktionsmitglieder Bernard Schonhöft und Martin Lampe einig, müssten alle Beteiligten von den Behörden, Verbänden bis hin zu Grundstückseigentümern gemeinsam an einem Tisch sitzen. Viel zu spät, so der Vorwurf der UWG, wurde die Bürgerversammlung bei der Entscheidungsfindung abgehalten. Die Wasserrahmenrichtlinie, so Bernard Schonhöft, schreibe die möglichst frühe Einbindung persönlich Betroffener sogar vor.

Eine weitere Planung einzuholen, halten die UWG-Ratsherren für keine gute Idee: „Das kostet wieder eineMenge Geld.“ Dass noch keine Lösung gefunden sei, könne man nicht dem Ingenieurbüro IDN und dem Planer Antonius Timme in die Schuhe schieben.

Für Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug hat es durchaus seinen Reiz, „wenn jemand Neues nochmal komplett über das Thema nachdenkt“. Natürlich koste das Zeit und Geld. Aber es sei legitim bei so einer weitgreifenden Entscheidung, auch einen Schritt zurückzugehen. Die Umleitung hatte für Krug ihren Charme, als vom 100-jährigen Hochwasser die Rede war. Was aber, wenn sich das Klima weiter ändere? Denn wenn mehr Wasser als bei dem 100-jährigen Hochwasser anfalle, dürfe bei der Umleitung, so wie sie ausgelegt ist, dem Trinkwasserschutzgebiet des OOWV nichts passieren.

Bernard Schonhöft, hat allerdings auch Variationen der Umleitung im Blick. Er glaubt, viele Ratsmitglieder seien mit der Thematik schlicht überfordert. Er hat ausgerechnet, dass bei der auf den ersten Blick teureren Umleitungsvariante nach 20 Jahren eine Million Euro gespart würden. Das Argument, dass die Verrohrung des Mühlenbachs bei der Rückhaltebecken-Variante den europäischen Flusskrebs vor der Pest schütze, die der amerikanische Flusskrebs einschleppe, sei ein Rohrkrepierer. Denn einen Nachweis, dass der europäische Flusskrebs im Handorfer Mühlenbach vorkomme, gäbe es nicht: „Der Bach ist für ihn in einem viel zu schlechten ökologischen Zustand.“ Für eine Revitalisierungsmaßnahme des Baches, also Umleitung, gibt es Geld vom Land, für reine Hochwasserschutzmaßnahmen nicht.





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