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News-Archiv (bis Februar 2017)

„Sie sind jetzt hier, nicht irgendwann“

Geschrieben von OV am 2013-10-17
Holdorfs SPD-Fraktionschef Martin Fischer kritisiert Vereinbarung zu Werkvertragsarbeitern als zu unkonkret

Eine Ombudsstelle für Werkvertragsarbeiter soll es im Landkreis künftig geben. Die Holdorfer SPD fordert auch einen Ansprechpartner vor Ort.

„Ich finde, dass Holdorf das besser kann“, sagt Martin Fischer. Der Chef der SPD-Fraktion meint damit die Vereinbarung von Kommunen, Unternehmen und Werkvertragspartnern für Einheitstandarts für Werkvertragsarbeiter nach dem Vechtaer Modell. Deshalb hat Fischer sich jüngst enthalten, als es im Rat darum ging, die Vereinbarung auch für Holdorf zu beschließen (zwölf Ja-Stimmen, fünf Enthaltungen).

Fischer sagt: „Papier ist geduldig.“ Darüber hinaus lässt die Vereinbarung für ihn Fragen offen. Zum Beispiel: Wer kontrolliert die Umsetzung der Forderungen? Wer ist in der Verwaltung Ansprechpartner für die Betroffenen, wer nimmt sie an die Hand?

Auf letztere Frage hat Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug eine Antwort: „Im Vertrag ist eine Ombudsstelle vorgesehen, die beim Kreis ansässig ist.“ Die Arbeitgeber hätten sich verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass es diese gibt.

Keine befriedigende Antwort für Fischer. Denn die Ombudsstelle existiert noch nicht. Außerdem hält er es für wichtig, dass auch ein Ansprechpartner in der Verwaltung vor Ort für die Werkvertragsarbeiter da ist. Und er hat einen Vorschlag. Da der Wirtschaftsförderer der Gemeinde mit den Firmen in Kontakt stehe, könne er auch mit den Arbeitern sprechen und so weit es möglich sei, die Zustände kontrollieren.

Außerdem findet der SPD-Mann, dass es nicht reicht, über die Vereinbarung in den Medien zu berichten. Er fordert eine mehrsprachige Broschüre, damit die, die es angeht – nämlich die Werkvertragsarbeiter, auch davon erfahren. Krug sagt, die Arbeitgeber hätten sich mit der Vereinbarung verpflichtet, auf die Ombudsstelle hinzuweisen. Die politischen Gremien der Gemeinde Holdorf werden sich dennoch auch in den nächsten Monaten mit dem Thema befassen und zwar konkret mit den Wohnmöglichkeiten für Werkvertragsarbeiter. Im Grunde sind für alle Arbeitnehmer, die nach Holdorf kommen, die Wohnmöglichkeiten begrenzt.

„Nicht jeder kann sich sofort ein Haus leisten“, sagt Krug. In den Baugebieten der Gemeinde sind jedoch in der Regel nur zwei Wohneinheiten pro Grundstück vorgesehen. Jetzt soll überlegt werden, wo Mietwohnungen und größere Unterkünfte entstehen könnten. Dabei gilt auch zu erwägen, ob das Baurecht geändert werden soll. Auch hier geht Martin Fischer einen Schritt weiter, denkt nicht nur an Arbeitnehmer und Werkvertragsarbeiter. Er hat auch die Asylanten und Obdachlosen im Blick. „Die werden nach Lorse abgeschoben.“

Mehrfach hat die SPD-Fraktion darauf hingewiesen, dass sie nicht einverstanden ist, diese Menschen am Randbereich der Gemeinde in Fladderlohausen unterzubringen. Die SPD will sie in den Ort zu holen. „Wir müssen eine Lösung finden, dass wir diesen Menschen gerecht werden.“ Fischer fordert wie bei den Werkvertragsarbeitern rasches Handeln. „Diese Menschen sind jetzt hier bei uns und nicht erst irgendwann.“ Die Vereinbarung sei lediglich ein Signal. Konkretes sieht Fischer noch nicht.



16-Jähriger flüchtet vor Polizei

Geschrieben von OV am 2013-10-17
Holdorfer fährt mit 80 Stundenkilometern durch Tempo-30-Zone

Leicht verletzt hat sich ein 16-jähriger Holdorfer bei seiner Flucht vor der Polizei. Wie die Beamten gestern mitteilten, fuhr der 16-Jährige am Dienstag gegen 15 Uhr mit seinem Roller auf der Straße Am Stadion. An dieser Stelle sind 30 Stundenkilometer erlaubt, der Holdorfer aber fuhr mit Tempo 80. Die Polizei versuchte, den 16-Jährigen zu stoppen. Die Haltezeichen der Polizei missachtete der junge Holdorfer und floh mit seinem Krad, von dem das Kennzeichen entfernt worden war.

Etwa zehn Minuten später konnten die Beamten den 16-Jährigen in Holdorf an der Einmündung Am Heerweg/ Kreuzbreite antreffen. Er war mit seinem Roller auf der nassen Fahrbahn gestürzt. Dabei erlitt er leichte Verletzungen. An seinem Kleinkraftrad entstand geringer Sachschaden.

Die Beamten stellten fest, dass der Kradfahrer nicht die erforderliche Fahrerlaubnis besitzt. Die weiteren Ermittlungen gegen den 16-jährigen Holdorfer dauern an.



Zeit-Spender immer willkommen

Geschrieben von H. Vollmer am 2013-10-16
Bürgerstiftung Holdorf tagt heute /Einige Projekte schon etabliert

Einsatz für Gemeinwohl: Stefan Witte.


Die Bürgerstiftung Holdorf lädt am heutigen Mittwoch (16. Oktober) 19.30 Uhr zu ihrer gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Beirat ins „Hotel zur Post“ in Holdorf ein. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Themen wie Entwicklung des Stiftungsvermögens und Kassenlage, Internet- Auftritt, Projekttag „Azubis für Azubis“, Kleinspenden im mildtätigen Bereich und Projekt „Sozialer Tannenbaum“.

Zurückblicken kann die Anfang Dezember 2010 gegründete Stiftung auf jetzt fast drei Jahre Tätigkeit. Nicht nur Geldspenden können die Stiftung unterstützen, die sich für das Gemeinwohl der Gemeinde Holdorf einsetzt. Auch Zeit-Spenden sind willkommen, sagt Geschäftsführer Stefan Witte.

Damit meint er Menschen, die ihre Zeit zur Verfügung stellen, um sich in der Bürgerstiftung sozial zu engagieren. Immer wieder, so Witte, sei die Stiftung auch auf der Suche nach guten Projekten, um sich dort einzubringen.

Auf der anderen Seite haben sich bestehende Projekte inzwischen etabliert. So unterstützt die Bürgerstiftung die Box-AG der Oberschule im zweiten Jahr. Der Projekttag „Azubis für Azubis“, bei dem Auszubildende über die Berufe, die sie erlernen, Schüler informieren, sei in diesem Jahr besonders gut angenommen worden, freut sich Witte. Erstmals im vergangenen Jahr wurde der „Soziale Tannenbaum“ vom Verein Zukunft für Jugend iniziiert und von der Stiftung unterstützt: „Eine Erfolgsgeschichte, die fortgesetzt wird.“



Damit der Bach nie wieder milchig wird

Geschrieben von OV am 2013-10-15
Holdorfer Betrieb hat nachgerüstet

Der Havariestopfen: Matthias Bünger, Umweltbeauftragter des HoldorferWerkes, mit der Spezialanfertigung. (Foto: Köhne)


Der Monitor blinkte nicht. Die Sirenen schrillten nicht. Das Überwachungssystem hatte am 8. Juni kurzfristig versagt. Das Milchwerk hat auf den Vorfall mit drei Maßnahmen reagiert.

Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Das Ergebnis: ein kurzzeitig milchiger Handorfer Mühlenbach am späten Abend des 8. Juni in diesem Jahr.

Ein einmaliger Anblick, den der Werksleiter des Holdorfer Werkes des Deutschen Milchkontors (DMK), Herbert Scheipers, kein zweites Mal sehen möchte. Auch wenn Proben des Bachwassers, die damals sofort genommen wurden, ergaben, dass der Vorfall mit Blick auf den ph-Wert als unbedenklich einzustufen war.

Der DMK-Standort in Holdorf, der von 320 Lieferanten mit 135 Millionen Kilogramm Milch jährlich beliefert wird, liegt in unmittelbarer Nähe zum Handorfer Mühlenbach. In ihn wird bei Niederschlag Oberflächenwasser eingeleitet. Ein solch öffentlicher Gully für Oberflächenwasser befindet sich an der Straße unmittelbar vor dem etwas höher gelegenen Firmensitz. In diesen Gully floss am 8. Juni der Milchrest und kam im Handorfer Mühlenbach zum Vorschein.

Eigentlich aber gehörte die trübe Flüssigkeit als erster Schwapp eines Spülschrittes ins Abwasser. Vorher aber wird das in den firmeneigenen Tank gepumpt, wo es sich vermischt. Bei Erreichen des gewünschten ph- Werts ist der Tankinhalt wieder klar. Für diese Aufgabe, erklärt Matthias Bünger, Sicherheitsbeauftragter des Werks, seien drei Pump-Phasen nötig. Bisher wurde eine dieser Phasen überwacht. Diese war auch am 8. Juni in Ordnung. Folgerichtig erfolgte keine Warnmeldung. Bei den anderen Phasen hatten allerdings die Sicherungen versagt, es wurde nicht gepumpt, der Abwasserschacht lief über und die Flüssigkeit nahm Kurs auf den Oberflächenwasser-Gully. Damit so etwas nicht wieder passiert, wird jetzt die komplette Elektrik der Pumpe überwacht, sagt Mark Osterhus, der den Bereich Instandhaltung und Technik des Werks leitet. Auf dem Monitor, der alle Produktionsschritte zeigt, blinkt es bei einem Störfall und die Sirene ertönt.

In solch einem Fall, sagt Matthias Bünger, der auch die jährliche Schulung der 100 Mitarbeiter auf Gefahrenschwerpunkte im Blick hat, wüsste jeder, was zu tun sei. Um wirklich ganz auf Nummer sicher zu gehen, soll darüber hinaus ein direktes Verbindungsrohr vom Überlaufschacht zum Abwasserkanal gelegt werden. Gespräche hierzu mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband seien bereits erfolgt, so Scheipers. Die Verbindung, so Osterhus solle noch in diesem Jahr geschaffen werden.

Bis dahin hat Bünger gegen unvorhergesehene Unwägbarkeiten einen Riesen-Stopfen zur Hand. „Das ist ein Havarie-Stopfen“, sagt er. Die Spezialanfertigung aus Holz pfropft man im Notfall einfach auf den Schacht. Ein paar Gebrauchspuren hat der Stopfen. Bünger: „Wir haben geübt.“ Auch wenn eine erneute Verkettung unglücklicher Umstände unwahrscheinlich ist.





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