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News-Archiv (bis Februar 2017)

Steine statt Blumen?

Geschrieben von OV am 2012-10-30
Fahrbahnteiler beschäftigen Holdorfer

Fugenritzen in den Geh- und Radwegen sind Sorgenkinder des Holdorfer Bauhofs (OV berichtete). Aber es gibt noch weitere Problemfälle: Die Fahrbahnteiler im Ort.

Denn auch sie zu pflegen, kostet Zeit und Geld. Das Ergebnis sei dennoch nicht befriedigend, sagt Bauhofleiter Reinhard Piekenbrock. Frisch bepflanzt sehen die Fahrbahnteiler schön aus, aber nicht lange. „Vermutlich wegen der Abgase sterben die Pflanzen schnell ab. Wir müssen häufig nachpflanzen.“ Wenn das aber bisweilen unterbleibt, sieht das ganz schön trist aus. Man sei auf der Suche nach einer Lösung, so Piekenbrock.

Die Verkehrsinseln zuzupflastern, ist eine Überlegung. Da tuen sich dann natürlich neue Fugenritzen auf. Die bedeuten wiederum Mehrarbeit und den Einsatz der Wildkraut-Hex, ein neues Gerät des Bauhofs. Möglich wäre es auch, die Fahrbahnteiler mit einem Vlies zu überdecken und in eine Art Steingarten zu verwandeln. Eine gute Lösung findet Piekenbrock. Aber er sieht die Gefahr, dass die Steine von Passanten auf die Straße gekickt werden könnten.

Ein Thema, mit dem sich demnächst auch Holdorfs Kommunalpolitiker befassen werden.



Leeres Wohnhaus in Holdorf brennt nieder

Geschrieben von OV am 2012-10-29
Die Ursache des Feuers ist noch ungeklärt / Die Polizei ermittelt und schließt auch Brandstiftung nicht aus

Nächtlicher Großeinsatz: Aus Holdorf, Fladderlohausen, Damme und Neuenkirchen rücken in der Nacht zum Sonntag Feuerwehrleute an, um den Brand in der Neuenkirchener Straße zu löschen. Das Haus wird völlig zerstört. (Foto: Haß)


Mit schwerem Atemschutz gehen die Einsatzkräfte aus vier Orten vor. Nach einer Stunde haben sie die Flammen unter Kontrolle.

Mit 80 Kameraden haben vier Feuerwehren aus dem Kreis Vechta in der Nacht zum Sonntag einen Wohnhausbrand in Holdorf bekämpft. Nach einer Stunde hatten sie die Flammen unter Kontrolle. Nach knapp fünf Stunden, gegen 2.15 Uhr, hatten sie das Feuer in dem leer stehenden Gebäude in der Neuenkirchener Straße gelöscht.

Glutnester in den hölzernen Zwischendecken erschwerten den Einsatzkräften aus Holdorf, Fladderlohausen, Damme und Neuenkirchen die Arbeit.

Die Brandursache ist noch ungeklärt. Die Tatortgruppe der Polizei Cloppenburg war in der Nacht zum Sonntag mit zwei Beamten in Holdorf. Sie sperrte das Haus ab. Am heutigen Montag nähmen die Brandexperten ihre Ermittlungen auf, teilte Frank Soika, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cloppenburg/ Vechta, mit. Zu Gerüchten, es könne sich möglicherweise um Brandstiftung handeln, sagte Soika: „Wir können nichts bestätigen und nichts ausschließen.“

Holdorfs Gemeindebrandmeister Norbert Nobbe berichtete, die Feuerwehrleute hätten am Einsatzort keinen Brandbeschleuniger gefunden. Das Feuer, sagte er, habe sich vom Erdgeschoss aus nach oben ausgebreitet. Es habe dasWohnhaus völlig zerstört: „Das kann man nur noch wegschieben.“

Die Einsatzkräfte hätten mit zwölf Fahrzeugen und schwerem Atemschutz gearbeitet, sagte Nobbe. Durch ihr gezieltes Vorgehen hätten sie verhindert, dass es auf das angrenzende Wohnhaus übergreift, in dem sich drei Menschen befanden, so Nobbe. Diese drei seien nicht unmittelbar in Gefahr gewesen.



Wildkraut-Hex merzt unerwünschtes Grün aus

Geschrieben von am 2012-10-29
Ein Phänomen: Verkrautung der Ortskerne nimmt deutlich zu

Bringt Mehrarbeit: Mit der Wildkraut-Hex ist Holdorfs Bauamtsleiter Reinhard Piekenbrock zwar zufrieden. Doch ihr Einsatz ist zeitintensiv. (Foto: Köhne)


Für die Umwelt ist das Verbot von Chemie im Einsatz gegen Unkraut gut. Für die Bauhofmitarbeiter der Kommunen bedeutet es Mehrarbeit. Auch in Holdorf, obwohl dort jetzt die Wildkraut-Hex im Einsatz ist.

Schön grün war der Sommer. Sogar aus den Fugenritzen der Bürgersteige und Fahrradwege sprießten und blühten Unkräuter. Ein Phänomen, das besonders in klammen Kommunen im Ruhrgebiet nicht zu übersehen ist. Von Verkrautung der Innenstädte wird da gesprochen. Das Phänomen, wenn auch nicht so extrem, hat inzwischen auch das Oldenburger Münsterland erreicht. Holdorfs Bauhofleiter Reinhard Piekenbrock kennt den Grund: „Es dürfen keine Pestizide mehr auf versiegelte Flächen ausgebracht werden.“ Seit 2011 werde das streng kontrolliert. Und ein Verstoß gegen das Verbot sei mit Hilfe von Bodenproben nach langer Zeit noch nachweisbar.

Für die Umwelt eine gute Sache, sagt Piekenbrock. Und für den, der eine umweltschonende und zugleich effektive Methode gegen das unerwünschte Grün hat. „Die Industrie sucht gerade händeringend nach Lösungen“, weiß Piekenbrock. Und für eine hat sich die Gemeinde Holdorf entschieden. Seit Juni ist der Bauhof in Besitz einer sogenannten Wildkraut-Hex. Einige Male war das Gerät, das fast aussieht wie ein Rasenmäher, bereits in Gebrauch. Und der Bauhofleiter ist zufrieden. Denn die rotierende Scheibe, deren Stahlborsten das Unkraut wegkratzen, übt keinen Druck auf die Steine aus. Sie leiden unter der Methode nicht. Das sieht bei der größeren Variante, bei der die Stahlzöpfe viel größer sind und die als Gerät vor ein Fahrzeug gespannt wird, anders aus. Das gehe zwar schneller, aber die Oberfläche der Steine werde angegriffen.

Andere Hersteller setzen auf Gas, mit dessen Hilfe Unkraut und Samen verbrannt werden. Nur auf den ersten Blick raffiniert wirkt die Möglichkeit mit Hilfe heißen Wassers und eines Schaumteppichs, der als Isolierschicht darüber liegt, das Grün auszumerzen. „Schaum und Wasser, beides ist ganz harmlos. Allerdings ist der Schaum erst nach 20 Minuten weg“, erklärt Piekenbrock. Und deshalb sei die Methode für den Ortskern ungeeignet: „Denn wenn die Leute durch den Schaum zu den Geschäften gehen, ist das zum Beispiel für den Teppichboden in den Geschäftsräumen nicht so toll.“ So zufrieden der Fachmann auch mit der rund 2400 Euro teuren Wildkraut-Hex ist, für die Mitarbeiter des Bauhofs bedeutet sie eindeutig Mehrarbeit.

Denn statt wie früher einmal im Jahr rücken die Bauhofmitarbeiter mit ihr jetzt alle vier bis sechs Wochen aus. „Und man braucht einfach länger.“ Dabei, so Piekenbrock, seien die personellen Ressourcen des Holdorfer Bauhofs schon über das Limit hinaus ausgeschöpft. Einen Mitarbeiter mehr, den wünscht er sich nicht nur, er könnte ihn wirklich gut gebrauchen.



Eine Beute, die in keinen Kofferraum passt

Geschrieben von OV am 2012-10-25
Unbekannte stehlen in Holdorf undV isbek Schweine / Kreislandwirt Norbert Meyer: Seuchengefahr steigt dadurch

Keine millionenschwere Kunst, sondern Schweine: Trotzdem wurden jetzt in Holdorf und Visbek insgesamt 30 Tiere gestohlen. (Foto: dpa)



Wo ist das pfundige Diebesgut geblieben? Das fragt sich derzeit nicht nur die Polizei. Sicher ist, die Täter kennen sich mit Schweinen aus.

Die Zeiten der großen Viehdiebstähle sind längst vorbei. Das bestätigt Frank Soika, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cloppenburg/ Vechta. Deshalb hat ihn sehr überrascht, dass jetzt im Landkreis Vechta gleich zweimal Schweinediebe zugeschlagen haben (OV berichtete). Während der vergangenen Woche wurden 20 Schweine aus einem Schweinestall am Lorser Weg in Holdorf gestohlen. Am zurückliegenden Wochenende schlugen unbekannte Täter dann in Visbek zu. Sie entwendeten zehn Zuchtsauen aus einer Zuchtanlage In Neumühle in Visbek.

Die Vermutung liegt nahe, dass beide Diebstähle von den selben Tätern verübt wurden. Die Polizei überprüfe das derzeit, so Soika. Rund 150 Kilo bringt eine Zuchtsau auf die Waage. Ein Mastschwein, so wie in Holdorf, wiegt zwischen 80 und 90 Kilogramm. Vor 14 Tagen, so Kreislandwirt Norbert Meyer, habe der Schweinepreis ein Hoch erreicht. Inzwischen sei der Preis pro Kilogramm Schlachtgewicht um zehn Cent gefallen. „Zehn Cent mehr dürfte aber nicht die Motivation für den Diebstahl sein“, sagt er. Den Experten beunruhigt, dass mit dem Diebstahl eine unkontrollierte Bewegung der Tiere und damit eine Seuchengefahr verbunden ist. Früher sei mal ein einzelnes Schwein für eine Party gestohlen worden. Doch die jüngsten Diebstähle zeigten eine neue Dimension. Meyer: „Das riecht nach Weiterverkauf.“

Da wird auch die Ohrenmarke nicht helfen, die jedes Schwein noch als Ferkel erhält. Es ist keine individuelle Registriernummer des Tieres. Sie gibt lediglich Auskunft über den Geburtsbetrieb. Die Nummer vergibt das zuständige Veterinäramt, wie der Landkreis Vechta mitteilt. Bevor ein Schwein zum Schlachthof kommt, erhält es vom abgebenden Betrieb eine weitere Kennzeichnung mit einem Schlageisen, den sogenannten Schlagstempel, auf den Rücken. Vorausgesetzt die gestohlenen Tiere sind ohne Schlagstempel, könnten sie in einem Mastbetrieb eingestallt werden und bei der Abgabe zur Schlachtung entsprechend gekennzeichnet werden, erklärt Stefan Weidelich, Pressesprecher des Landkreises. Angenommen die Diebe oder deren Helfer seien als Tierhalter registriert und könnten für ihren Betrieb eine Schlagkennzeichnung durchführen, sei nicht auszuschließen, dass die Schweine in einem nationalen Schlachtbetrieb unbemerkt zur Schlachtung kämen. Schwieriger, so heißt es aus dem Kreishaus, sei die Vermarktung des Diebesguts in Mitgliedstaaten der EU wegen weitergehender Vorschriften des Tierseuchenrechts.

Doch ohne den Herkunftsnachweis auf Papier wird die Schweine keiner lebend kaufen, glaubt Meyer. Sicher ist er sich, dass die Diebe mit ihrem Diebesgut umgehen können und über passende Fahrzeuge verfügen. Das sieht Soika genauso: „Schweine nimmt man nicht im Kofferraum mit.“





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