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News-Archiv (bis Februar 2017)

Glasscherben und Bier in der Kirche

Geschrieben von OV am 2011-11-15
Der Vandalismus an einem Gotteshaus und einem Wegekreuz empört die Menschen im Südkreis

Kaputte Fensterscheibe: Harro Hüser zeigt, wo eine der zwei vollen Bierflaschen durch das Kirchenfenster in Fladderlohausen schlug. (Foto :Vollmer)


An der evangelischen Christuskirche in Fladderlohausen haben Unbekannte am Wochenende Fensterscheiben zerbrochen. In Nellinghof wurde ein Wegekreuz demoliert.

Nicht wütend, nur maßlos enttäuscht, sei er. Das sagt Harro Hüser mit Blick auf die zerschlagene Scheibe des Aushängekastens für die Mitteilungen der evangelisch-lutherischen Kirche in Fladderlohausen. Das ist aber längst nicht alles, was Unbekannte in der Nacht zu Sonntag rundum und am Gotteshaus zerstörten. Hüser, Mitglied des Gemeindekirchenrates, führt zu den anderen Orten, die von Zerstörungswut zeugen.

Bierflaschen wurden an zwei Stellen durch die bleiverglasten Fenster geschleudert, und auch eine der Außenleuchten am Eingangsportal wurde mutwillig zerschlagen. Die als Wurfgeschosse benutzten Bierflaschen seien voll gewesen, sagt Küsterin Martina Borgerding. „Das Bier hat sich in der Kirche verteilt.“ Borgerding hat die Scherben der schwarzen Bierflaschen und den klebrigen Dreck beseitigt. Geblieben sind die kaputten Glasscheiben. Die werden schnellstmöglich ersetzt. „Die Kosten bleiben aber an uns hängen“, sagt Pastorin Kerstin von Stuckrad. Gegen Einbruch sei man versichert, gegen Vandalismus nicht.

Sowohl Hüser als auch von Stuckrad vermuten, dass die Täter betrunken waren. „Alkohol entschuldigt solche Taten aber nicht“, betont Hüser. Das findet auch Pfarrer em.Helmut Middendorf. Der Pfarrverwalter von Holdorfs katholischer Kirchengemeinde St. Peter und Paul sagt: „Die Sache ist sehr traurig. Kirche ist wie auch der Friedhof ein sakraler Raum. Ihnen sollte man doppelt Respekt und Ehrfurcht zollen.“

Vandalismus sei immer eine Dummheit, erklärt Kreispfarrer Michael Braun. Und er pflichtet Middendorf bei: „Bei Kirchen wird das Ganze dadurch verschärft, da sie für viele Menschen emotional sehr wichtige Orte sind.“ Kirche, das sei ein Ort der Freude bei Taufen und Hochzeiten, aber auch ein Ort der Trauer. Außerdem, so Braun, seien die Menschen in Fladderlohausen sehr eng mit ihrer Kirche verbunden: „In den schwierigen 30er Jahren haben sie sich an ihrem Bau massiv beteiligt und viel Einsatz gezeigt.“ Wenn dann Flaschen geworfen würden, „geht die Schändung den Menschen hier sehr zu Herzen“.

Den Tätern gibt Braun einen Tipp: „Es wäre richtig, sich anonym zu melden als kleines Zeichen der Entschuldigung.“ Das, so glaubt Braun, würde den Tätern, die möglicherweise ein schlechtes Gewissen haben, und auch der Kirchengemeinde gut tun. „Sie können auch mit Pastorin von Stuckrad ein Gespräch, das unter das Beichtgeheimnis fällt, suchen“, so Braun.

Dass der Vandalismus im Zusammenhang mit einer Serie mutwilliger Zerstörungen an Wegkreuzen im Bereich Nellinhof/ Bieste steht, glaubt Klaus Dieter Gebauer von der Polizei Neuenkirchen nicht. Am vergangenen Samstag wurde gegen 23.45 Uhr entdeckt, dass das Wegekreuz in Nellinghof bei Wieghaus/Vorwerk kokelte. Bei näherer Betrachtung, zeigten sich aber Schäden durch Axthiebe im Gesicht- und Halsbereich des Christuskorpus. „Es wurde wieder versucht, den Kopf abzuschlagen“, ist Gebauer ziemlich sicher. Das war bereits zwei Mal in diesem Jahr vorgekommen. Anderthalb Jahre liegt ein weiterer Fall zurück.

„Warum die Köpfe immer mit Beilschlägen ein- oder abgeschlagen werden?“, diese Frage stellt sich Gebauer immer wieder. Eine Antwort hat er noch nicht, geht aber davon aus, dass der Täter psychische Probleme hat. Pfarrer Middendorf, der bis vor kurzem noch in Neuenkirchen tätig war, spricht von „krankhaftem Fanatismus“ und hofft, dass die Polizei dem Täter schnell auf die Spur kommt. Die Polizei bitte die Bevölkerung dabei um Hinweise. Diese nimmt die Dienststelle Neuenkirchen, Telefon 05493/1797, entgegen.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass an der Kirche in Fladderlohausen randaliert wurde. „Vor fünf oder sechs Jahren wurde schon einmal etwas zerstört“, erinnert sich Hüser. Er weiß auch, dass in der Nähe der Kirche, im Schützenhaus auch am vergangenen Wochenende zünftig gefeiert wurde. „Wir haben früher auch gut gefeiert und auch getrunken. Aber so etwas hätten wir nie gemacht.“

Hüser will es eigentlich gar nicht sagen. Aber angesichts der Meldungen vom Wochenende über den rechtsextremen Terror erinnern ihn eingeworfene Kirchenfensterscheiben an die Schreckensherrschaft der Nazis. „Das ist vermutlich weit hergeholt“, sagt Hüser, der den Krieg noch miterlebt hat. Die Assoziation macht aber ganz deutlich, warum solche Taten Christen wie Harro Hüser erschüttern.

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Großer Jubel bei Damenschießgruppe

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-11-15
Auf dem Schützenball als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet / Ilse Hessler als Sportlerin des Jahres geehrt

Ehrung auf dem Schützenball: Kaiser Eduard I. kl. Bornhorst (Mitte) überreichte Ilse Hessler (Mitte, links) und Gründungsmitglied Hildegard Baumann einen Blumenstrauß, nachdem Präsident Richard Zumloh (links) und Vizepräsident Nikolas Vogt (rechts) die Schützendamen ausgezeichnet hatten; von links Sigrid Plewa, Stephanie Brand, Maria Stärk, Birgit Deters, Karin Zumloh, Marie-Theres Nobbe, Gaby Schlarmann und Sigrid Dinkgrefe. (Foto: Vollmer)


Erfolg für die Damenschießgruppe des Schützenvereins Holdorf. Während des Schützenballs auf dem Saal der Bauernschänke Bocklage zeichnete am Samstagabend Präsident Richard Zumloh die vor 25 Jahren gegründete Gruppe als Mannschaft des Jahres aus. Erneuter Jubel brach aus, als Vizepräsident Nikolas Vogt Ilse Hessler zur Sportlerin des Jahres erklärte. Seit Bestehen der Damenschießgruppe ist Ilse Hessler aktiv im Schützenverein und von jeher an jedem Montag beim Training auf dem Schießstand anzutreffen.

„Sie hat den ersten Kreismeistertitel in der Disziplin Luftgewehr- Auflage nach Holdorf geholt“, hob Nikolas Vogt während der Laudatio hervor. Zu ihren sportlichen Erfolgen gehören unzählige Vereins- und Kreismeistertitel. Sie schoss auch auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene erfolgreich. Unvergessen bleibt das Jahr 2009, als sie in drei Disziplinen neue Kreisrekorde aufstellte und die Meistertitel nach Holdorf holte. „Neben ihren sportlichen Erfolgen schätzen wir vor allem ihre menschliche Wärme. Immer bleibt sie bescheiden und zurückhaltend. Sie ist sich für keine Arbeit zu schade“, lobte der Vizepräsident ihr Engagement für den Verein. Mit Ilse Hessler freute sich die gesamte Frauenschießgruppe über die Auszeichnung des Teams. Ilse Hessler und Inge Horstmann zählen zu den Gründungsmitgliedern.

Mit ihnen sind Hildegard Baumann, Elisabeth Hennig und Hedwig Niehues heute noch aktiv. Damals waren es elf Frauen von aktiven Schützen, die in geselliger Runde auf die Idee kamen, eine Damenschießgruppe zu gründen.

„Bereits einen Monat später fand der erste Schießabend statt“, erinnerte Richard Zumloh. Im Laufe der Zeit verzeichnete die Gruppe zahlreiche Schießerfolge auf Gemeinde-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene. Aber auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. „Bei vielen Veranstaltungen des Vereins kann man sich auf die Damen verlassen“, lobte der Präsident.



Holdorfern ist Bahnhof nicht egal

Geschrieben von OV am 2011-11-14
Große Resonanz auf Ausstellung / Kosten sind das Dilemma

Holdorfs alter Bahnhof ist heruntergekommen, aber nicht vergessen. Das zeigt zum einen der Arbeitskreis Bahnhof, in dem sich Holdorfer Bahnhofsfreunde um eine künftige Nutzung des 1899 errichteten Baus Gedanken machen (OV berichtete). Aber auch der große Andrang der Besucher zur Ausstellung über den Bahnhof während der Holdorfer Kirmes hat demonstriert, dass viele Holdorfer Bürger sich für die Geschichte des Bahnhofs, aber auch für seine Zukunft interessieren.

Mit letzterer wird sich der Arbeitskreis weiterhin befassen. Anders als beispielsweise der Arbeitskreis „Dorferneuerung Holdorf“ oder der Arbeitskreis „Außenbereichsnutzung“ handelt es sich bei dem Bahnhofs-Arbeitskreis um eine lose, nicht formelle Teilnehmerrunde, die nicht der Beschlussfassung durch den Rat bedarf.

Anderseits werden sich künftig auch die Ratsmitglieder mit dem Thema befassen. Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug hat die große Resonanz auf die Ausstellung noch einmal vor Augen geführt, „dass der Bahnhof einen Wert hat, der nicht zu beziffern ist“. Das Dilemma: Die Restaurierungskosten lassen sich sehr wohl beziffern. Sie werden auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzt. Eine Hausnummer zu groß für den Gemeindesäckel.

Das bedeutet für den Arbeitskreis und die Kommunalpolitiker, sich nicht nur über eine mögliche künftige Nutzung, sondern auch über die damit verbundene Finanzierung der Sanierung Gedanken zu machen. Die Suche nach Fördertöpfen wird dabei genauso eine Rolle spielen wie die nach Ideen für mögliche Spendenaktionen aus der Bürgerschaft.

Ob und wie viel den Holdorfern der Erhalt ihres Bahnhofs tatsächlich wert ist? Der Ansturm auf die Ausstellung gibt darüber keine Antwort. Der Arbeitskreis und die politischen Gremien müssen sie finden.



Abriss für Rewe-Markt

Geschrieben von OV am 2011-11-11
Möbel-Böckmann weicht Einkaufskomplex

Die Tage des alten Möbel-Böckmann-Gebäudes in Holdorf sind endgültig gezählt. „Die Abrissarbeiten beginnen am Montag“, sagt Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug. Und ergänzt, die Baugenehmigung liege vor.

Dass bedeutet, dass mit dem Neubau des geplanten Einzelhandelskomplexes gleich nach dem Abriss begonnen werden kann. Investor ist die Genos GmbH Vechta. Ihr GeschäftsführerWolfgang Grieshop rechnet damit, dass der Neubau im Herbst 2012 bezugsfertig ist. Der L-förmige Gebäudekomplex sieht für einen Rewe- Markt eine Netto-Nutzfläche von 2100 Quadratmeter vor.

Außerdem gibt es Platz für drei weitere Läden. Zwei werden 450 Quadratmeter groß, der dritte 127 Quadratmeter. Wie viel Geld die Genos GmbH in den Neubau investiert, sagt Grieshop nicht.

Grünes Licht für den Bau hatte mit Blick auf Holdorfs Einzelhandelsstruktur auch der von der Gemeinde beauftragte Experte Stefan Plötzsch gegeben. Bereits seit sieben Jahren kreisten Ideen um eine sinnvolle Nutzung des Geländes.





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