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News-Archiv (bis Februar 2017)

Zur Kirmes leuchten in Holdorf Laternen

Geschrieben von OV am 2011-10-27

Auch St. Martin stattet der Holdorfer Kirmes einen Besuch ab: Am 6. November (Montag) endet das dreitägige Fest um 18.30 Uhr mit dem Laternenumzug.

Am 4. November (Samstag) beginnt der Budenzauber und Trubel rund um die Fahrgeschäfte ab 14 Uhr. Um 14.30 Uhr wird Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug die Kirmes offiziell mit Bonbonregen und Freibieranstich eröffnen. Der Musikverein Holdorf spielt zum Platzkonzert auf.

An allen drei Kirmestagen zeigen Schüler der Kunstschule Frankowski ihre Arbeiten im Rathaus. Außerdem wird an allen drei Tagen eine Modell-Ausstellung mit Lego- Modell und Bildern des Holdorfer Bahnhofs präsentiert.

Am Sonntag können die Jahrmarktbesucher auch durch die Geschäftswelt bummeln. Diese sind von 13 bis 18 Uhr geöffnet.



„Besser als schöne Häuser bauen“

Geschrieben von OV am 2011-10-26
Pfarrer mit gestalterischem Talent: Michael Kenkel nimmt Sonntag Abschied von Holdorf

Der Mittelpunkt ist Christus: Dieses Kunstwerk hat sich Pfarrer Michael Kenkel vom Weltjugendtag aus Madrid mitgebracht. (Foto: Köhne)


In Richtung Raesfeld verlässt Pfarrer Michael Kenkel Holdorf zu seiner neuen Gemeinde.Auch dort hat er schon den Zollstock angelegt.

Innenarchitekt oder Designer – Berufspläne, mit denen Pfarrer Michael Kenkel als Jugendlicher spielte. Eine Fahrt des Kolpingverbands Oldenburg nach Straßburg, an der der damals 16-Jährige teilnahm und viele Diskussionen, die er mit Gleichaltrigen über Gott und die Welt führte, änderten seinen Berufswunsch. Er kam zum Schluss: „Du kannst den Menschen mehr Freude bereiten, wenn Du sie zum Glauben führst, als wenn Du schöne Häuser baust.“

Sieben Jahre hat Michael Kenkel jetzt die Holdorfer Katholiken betreut. Und er wünscht ihnen zum Abschied: „Dass die Leute der Kirche treu bleiben. Dass sie ihren gemeinsamen und auch ihren eigenen Glauben lebendig halten.“ Am Sonntag (30. Oktober) verabschiedet sich der Geistliche, der aus Dinklage stammt, Richtung Raesfeld (Landkreis Borken/Nordrhein- Westfalen). In Holdorf feiert er am Sonntag um 10 Uhr noch einen Gottesdienst. Anschließend können sich die Holdorfer im Hotel zur Post persönlich von ihrem Pfarrer verabschieden.

Bei Taufe, Kommunion, Firmung und Hochzeit war Kenkel in Holdorf gefragt. Aber auch bei Todesfällen war er zur Stelle. „Es sind schwierige Momente, vor denen man sich gerne drücken würde. Im Nachhinein ist man froh, dass die Menschen einen gerufen haben. Für solche Momente bin ich Priester geworden.“ Privat setzt sich der 44-Jährige gern aufs Motorrad. Irland hat er als Urlaubsland für sich entdeckt. Der Fotoapparat ist dort sein treuer Begleiter. „Tanzen“, nennt er ein weiteres Hobby und lacht spitzbübisch. Dabei hat sein Ruf als guter Tänzer bei Festlichkeiten längst die Runde gemacht. Der sportliche Pfarrer stammt aus einem katholischen Elternhaus.

Studiert hat Kenkel fünf Jahre in Münster und ein Jahr inWien. 1993 wurde er Diakon in Delmenhorst und am 22. Mai 1994 zum Priester geweiht. Es folgten vier Jahre als Kaplan in Emsdetten und sechs Jahre, in denen er als Kaplan in Garrel, Beverbruch, Falkenberg und Nikolausdorf tätig war.Dort wie auch in Holdorf sei es ihm wichtig gewesen, Räume zu schaffen, in denen die Leute Fragen stellen können. Bestes Beispiel sind die von ihm organisierten Santiago-Wallfahrten, Fahrten zum Weltjugendtag oder ein Spaziergang um den Dammer Bergsee.„Wenn jemand etwas Wichtiges besprechen wollte, haben wir dort eine Runde gedreht.“

Irland, Dammer Bergsee und Jakobsweg – so großartige Räume kann kein Innenarchitekt schaffen. „Aber Umbaumaßnahmen in Kirche und Pfarrheim begleite ich gern“, sagt Kenkel. Für seinen Vater, derMaurer war, durfte er als Schüler Skizzen zeichnen. An seinem neuen Wirkungsort habe er noch nichts vorbereitet. Nur ein paar Ecken habe er mit dem Zollstock ausgemessen – für kleine räumliche Veränderungen.



Gastfreundschaft auf Litauisch

Geschrieben von OV am 2011-10-25
Holdorfer helfen seit 13 Jahren / Von Landrat zu Stadtfest eingeladen

Im Flamencoschritt zum Stadtfest: Einen ideenreichen Umzug erlebten und jede Menge kulinarische Köstlichkeiten verspeisten die Holdorferin Angela von Grafen und ihre Begleiter in Litauen. (Foto: privat)


Sie können tanzen wie die Spanier und ihre Gastfreundschaft ist einfach unvergleichlich: Für die Menschen von Pasvitinys setzt sich dieHoldorferin Angela von Grafen immer wieder gern in den Flieger.

Seit 13 Jahren engagiert sich von Grafen für die Menschen in dem litauischen Örtchen Pasvitinys. Sie hat 1998 den Litauenkreis Holdorf/Handorf-Langenberg gegründet.

Diesen August brachte sie mit vier weiteren Mitgliedern 20 Tonnen Hilfsgüter nach Pasvitinys (OV berichtete). Kaum wieder zurück in Holdorf erreichte die 62-Jährige die Einladung des Landrats von Pakruojis zu einem Stadtfest. „Pasvitinys ist wie Holdorf, Pakruojis ist wie Vechta, so muss man sich das vorstellen“, erklärt von Grafen. Das Stadtfest finde jedes Jahr statt, aber dieses Mal sei es ein ganz besonderes gewesen: „Es wurde zum ersten Mal auf einem riesigen Gut veranstaltet.“ Als Privatperson reiste von Grafen begleitet von sieben Holdorfern an. Bevor das Fest eröffnet wurde, ließ der Landrat es sich nicht nehmen, die Holdorfer neben Schweden, Belgiern und Ukrainern, die ebenfalls in diese Region partnerschaftliche Beziehungen pflegen, zu empfangen.

Eine offizielle Partnerschaft der Gemeinde Holdorf mit Pasvitinys wird es weiterhin nicht geben. Die Gemeinde unterstütze den Litauenkreis, aber den Wunsch nach einer offiziellen Partnerschaft gebe es politisch nicht, heißt es aus dem Rathaus.



Neue Erkenntnisse für Holdorfs Geschichte

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-10-24
Mehr als 200 Interessierte beim Tag des offenen Grabungsfeldes am östlichen Rand der Gemeinde

Informationen über die Grabungen: Archäologe Andreas Hummel (gelbe Weste) führt eine Besuchergruppe durch das Grabungsfeld und erklärt die Bedeutung der verschiedenen Fundstellen. Rechts der interessierte Holdorfer Manfred Rybka. (Foto: Vollmer)


„Es bleibt beim 7. Jahrhundert“, fasst der leitende Archäologe kurz und bündig das bevorstehende Ergebnis der Grabungen im kommenden Baugebiet am Lagerweg II zusammen.

Mehr als 200 interessierte Bürger fanden sich gestern im Laufe des Nachmittags beim Tag des offenen Grabungsfeldes auf dem etwa zwei Hektar umfassenden Areal am östlichen Rande des Südkreisortes ein. Fachkundig ließen sie sich von Andreas Hummel, der am 10. Oktober seine Vorgängerin Marion Kanczok bei dieser wissenschaftlichen Bodenuntersuchung ablöste, und Volker Platen über die offengelegte Fläche führen. Jede der bisher 1600 gesteckten Markierungen offenbart die frühe Geschichte Holdorfs.

Und die interessiert auch Manfred Rybka, der zu den Besuchern zählte. „Für die Geschichte von Holdorf sind die gefundenen archäologischen Spuren von großer Bedeutung. Sie haben ja bereits einmal belegt, dass dieser Ort viel früher da war, als man je gedacht hat“, sagt der Holdorfer. Er selbst kannte die heimatlichen Besonderheiten erst ab den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und die zuvor erstmals urkundlich erwähnten 800 Jahre habe er in einem Buch nachlesen können. Aber diese Bodenuntersuchungen brächten handfeste Belege zutage. Und davon gibt es einige, wie der Fund von drei Langhäusern und Nebengebäude in Art eines Vierpfostenspeichers. Außerdem weisen die Reste von Wölbäckern auf die landwirtschaftliche Bedeutung der Ansiedlung hin.

Größere Mengen Siedlungskeramik, die beispielsweise zur Aufbewahrung von Lebensmitteln genutzt wurde, stammt der Zeit vom 8. bis 13. Jahrhundert erklärt Andreas Hummel. Ein besonderer Fund ist ein eindeutig schönes Exemplar eines ausgezeichnet erhaltenen Klopfsteines, der als Werkzeug diente. Aber den aufregendsten Fund machte Ralf Lampe. Der Steinfelder Sondergänger entdeckte einen Bronzering, verziert mit einem Edelstein, vermutlich einem Smaragd, so Andreas Hummel. „Ich vermute, dass dieser aus der frühen Neuzeit ab dem 17. Jahrhundert stammt“, so der Archäologe, der sich aber erst nach konkreten Untersuchungen festlegen will.

Das ist nicht die einzige Überraschung. Ein Fibelfragment, sozusagen eine Sicherheitsnadel von früher, die älter als 2000 Jahre ist, zählt zu den herausragenden Fundstücken. Nach Schätzung des Archäologen stammt diese aus der vorrömischen Eisenzeit.





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