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Neue Erkenntnisse für Holdorfs Geschichte

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-10-24
Mehr als 200 Interessierte beim Tag des offenen Grabungsfeldes am östlichen Rand der Gemeinde

Informationen über die Grabungen: Archäologe Andreas Hummel (gelbe Weste) führt eine Besuchergruppe durch das Grabungsfeld und erklärt die Bedeutung der verschiedenen Fundstellen. Rechts der interessierte Holdorfer Manfred Rybka. (Foto: Vollmer)


„Es bleibt beim 7. Jahrhundert“, fasst der leitende Archäologe kurz und bündig das bevorstehende Ergebnis der Grabungen im kommenden Baugebiet am Lagerweg II zusammen.

Mehr als 200 interessierte Bürger fanden sich gestern im Laufe des Nachmittags beim Tag des offenen Grabungsfeldes auf dem etwa zwei Hektar umfassenden Areal am östlichen Rande des Südkreisortes ein. Fachkundig ließen sie sich von Andreas Hummel, der am 10. Oktober seine Vorgängerin Marion Kanczok bei dieser wissenschaftlichen Bodenuntersuchung ablöste, und Volker Platen über die offengelegte Fläche führen. Jede der bisher 1600 gesteckten Markierungen offenbart die frühe Geschichte Holdorfs.

Und die interessiert auch Manfred Rybka, der zu den Besuchern zählte. „Für die Geschichte von Holdorf sind die gefundenen archäologischen Spuren von großer Bedeutung. Sie haben ja bereits einmal belegt, dass dieser Ort viel früher da war, als man je gedacht hat“, sagt der Holdorfer. Er selbst kannte die heimatlichen Besonderheiten erst ab den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und die zuvor erstmals urkundlich erwähnten 800 Jahre habe er in einem Buch nachlesen können. Aber diese Bodenuntersuchungen brächten handfeste Belege zutage. Und davon gibt es einige, wie der Fund von drei Langhäusern und Nebengebäude in Art eines Vierpfostenspeichers. Außerdem weisen die Reste von Wölbäckern auf die landwirtschaftliche Bedeutung der Ansiedlung hin.

Größere Mengen Siedlungskeramik, die beispielsweise zur Aufbewahrung von Lebensmitteln genutzt wurde, stammt der Zeit vom 8. bis 13. Jahrhundert erklärt Andreas Hummel. Ein besonderer Fund ist ein eindeutig schönes Exemplar eines ausgezeichnet erhaltenen Klopfsteines, der als Werkzeug diente. Aber den aufregendsten Fund machte Ralf Lampe. Der Steinfelder Sondergänger entdeckte einen Bronzering, verziert mit einem Edelstein, vermutlich einem Smaragd, so Andreas Hummel. „Ich vermute, dass dieser aus der frühen Neuzeit ab dem 17. Jahrhundert stammt“, so der Archäologe, der sich aber erst nach konkreten Untersuchungen festlegen will.

Das ist nicht die einzige Überraschung. Ein Fibelfragment, sozusagen eine Sicherheitsnadel von früher, die älter als 2000 Jahre ist, zählt zu den herausragenden Fundstücken. Nach Schätzung des Archäologen stammt diese aus der vorrömischen Eisenzeit.



Die Plattschnackers suchen den Mörder

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-10-21
Kriminalkomödie „Doe loopt nich wech“ auf dem Spielplan in der Bauernschänke Bocklage

Mit viel Humor und vielen Überraschungen unterhält „Doe loopt nich wech“das Publikum. (Foto: Vollmer)


Wer sein Zwergfell mal wieder so richtig durchtrainieren will, sollte es nicht versäumen, eine der fünf verbleibenden Theaterabende der Holdruper Plattschnackers zu besuchen. Auf dem Spielplan steht in der Bauernschänke Bocklage an der B 214 die witzige Kriminalkomödie „Doe loopt nich wech“ aus der Feder von Wilfried Reinehr, übersetzt von Heino Buerhoop ins Plattdeutsche.

Bereits während der Premiere bewies das Team um die beiden Regisseurinnen Maria Haverkamp und Christiane gr. Schlarmann, dass es mit ihrer Inszenierung den Humor-Nerv des Publikums getroffen hat. Für Letzteres geht ein turbulentes und vor allem humorvolles Theaterstück über die Bühne.

Dafür sorgen so altbewährte Darsteller wie Bernd Kenkel als Bankdirektor Frederick Meyerbrinck, Martina gr. Schlarmann als seine Ehefrau, Heike Weddehage als Putzfrau Gerda Kungelmann, Klaus Kalkhoff als ihr Ehemann und Bernd von Lehmden als Kriminalkommissar Zacharias Zacke. Bei diesem Dreiakter feiert Michaela Völkerding in der Rolle als Sekretärin Gloria Hoffmann ein gelungenes Bühnendebüt.

Das Stück in dem Bankhaus Meyerbrinck und Abendroth hält von Anfang an Turbulenzen bereit. Es geht um den Chef, der von der alles beherrschenden Putzfrau Gerda Kungelmann mit einem Messer im Rücken tot aufgefunden wird. Als der Kriminalassistent Berthold Blümel gemächlichen Schrittes auftaucht, ist die Leiche längst verschwunden. Kommissar Zacharias Zacke fragt sich, wer aus der Umgebung des Opfers ein Motiv hätte.

Weitere Aufführungen: 21. Oktober (Freitag), 19.30 Uhr, 5 Euro; 22. Oktober (Samstag), 15 Uhr, mit Kaffee und Kuchen, 10 Euro; 23. Oktober (Sonntag), 9 Uhr, mit Frühstück, 16 Euro; 28. Oktober (Freitag), 19.30 Uhr, 5 Euro und 29. Oktober (Samstag), 19,30 Uhr, 5 Euro. Kartenvorverkauf mit Platzreservierung bei Flora Team, Große Straße 1, 05494/8304 und Bauernschänke Bocklage, An der Bundesstraße 11, 05494/581.



Nach Tragödie ein Leben auf engstem Raum

Geschrieben von OV am 2011-10-21
Holdorferin sucht nach Wohnungsbrand für ihre Familie neues Zuhause / Caritas-Sozialwerk unterstützt sie dabei

Immobilienmarkt im Blick: Sascha Heckmann und Anja Igelmann vom Caritas-Sozialwerk St. Elisabeth unterstützen die durch den Brand wohnungslos gewordene Holdorfer Familie bei ihrer Wohnungssuche. Und hoffen, dass mögliche Vermieter rasch mit ihnen Kontakt aufnehmen. (Foto: Köhne)


Nach dem Brand in einem Kinderzimmer in Holdorf in der vergangenenWoche schwebt das kleine Mädchen, das starke Verbrennungen erlitten hat, noch immer in Lebensgefahr. Und ihre Familie ist noch immer ohne Wohnung.

Die junge Frau wirkt gefasst. Stabil, aber noch immer kritisch sei der Zustand ihrer zweieinhalbjährigen Tochter.„Ob sie das Ganze überstehen wird, also außer Lebensgefahr ist, weiß man erst in sechs bis acht Wochen“, erzählt sie, was sie von den Ärzten erfahren hat. Die behandeln ihr Kind in einer Spezialklinik in Hannover. Während ihr Mann Tag und Nacht bei dem kleinen Mädchen, das in ein künstliches Koma versetzt wurde und schon etliche Operationen hinter sich hat, verbringt, versucht die 26-Jährige den Alltag so gut wie möglich zu meistern.

Das fällt schwer. Eine zusätzliche Belastung für die Mutter sind die äußeren Umstände: Die verzweifelte Suche nach einer Wohnung.Mit ihren zwei sieben und neun Jahre alten Töchtern und ihrem 16-jährigen Stiefsohn ist sie bei der Familie ihrer Schwester untergeschlüpft. Diese hat auch vier Kinder. Ihre Wohnung hat vier Zimmer.

„Das sind zehn Leute in einer Vier-Zimmer-Wohnung“, sagt Sascha Heckmann. Gemeinsam mit seiner Chefin Anja Igelmann von der Kinder- und Jugendhilfe in Damme des Caritas-Sozialwerks St. Elisabeth betreut er die in Not geratene Familie. Sie helfen der Familie auch bei der Wohnungssuche. Bisher allerdings leider ohne Erfolg. Dabei belastet die räumliche Enge, in der die Familie derzeit lebt, die Psyche zusätzlich. „Es gibt keinen Raum, in den sich die einzelnen Mitglieder zurückziehen können“, sagt Igelmann. „Die Kinder sind aufgewühlt und zickig“, ergänzt die Mutter. „Es sind immer wieder andere Stressfaktoren, die auf die Familie einwirken und die die Bearbeitung des Traumas gar nicht zulassen“, so Heckmann.

Er, Anja Igelmann und die Mutter hoffen, dass sich möglichst bald mögliche Vermieter beim Caritas-Sozialwerk melden. „Wir brauchen einfach unser eigenes Reich“, sagt die 26-Jährige.

Igelmann und Heckmann wünschen sich für die Familie eine Vier- bis Fünf-Zimmerwohnung. „Am besten wäre ein Haus mit Garten, damit sich die Kinder richtig austoben können.“ Und der Hund. Dass ein Hund bei Vermietern nicht unbedingt auf ein freudiges Hallo stößt, ist Heckmann klar: „Aber der ist für die Mädchen ganz wichtig. Er gibt ihnen Halt.“ Hatte die Familie zunächst im Südkreis nach einer Wohnung gesucht, käme jetzt auch Wohnraum im Nordkreis in Frage. Favorisiert wird allerdings noch immer der Südkreis. „Gerade bei einer Traumatisierung ist es gut, wenn die Strukturen beibehalten werden, man sich nicht auf ein neues soziales Umfeld einstellen muss“, so Igelmann.

Die alte Wohnung der Familie ist im Augenblick nicht bewohnbar. In sie zurück möchten Eltern und Kinder verständlicherweise nicht. Die furchtbaren Bilder der Brandnacht kämen dort sofort wieder hoch.

_ Wer eine Wohnung oder ein Haus an die in Not geratene Familie vermieten kann, wird dringend gebeten, sich mit dem Caritas- Sozialwerk in Damme, Telefon 05491/996-442 oder Handy 0176-860-568-42 in Verbindung zu setzen. Anrufer werden gebeten, auch auf den Anrufbeantworter zu sprechen; er wird regelmäßig abgehört.



Weihnachten im Karton

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-10-21
Geschenke für mittellose Kinder

Anregungen zum Inhalt eines Schuhkartons für die Geschenk- Aktion gibt André Ortmann bei Haus & Co. Wernke. (Foto: Vollmer)


Ein Schuhkarton, der Freude schenkt: Kinder in Armenien und Weißrussland sind die Adressaten der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Manuela Rocks und Maria Krämer organisieren seit Jahren die Sachspendenhilfe, für die bis zum 15. November „Päckchen der Nächstenliebe“ abgegeben werden können. Entgegen nehmen diese die beiden Frauen in Holdorfs Wilhelm-Busch-Straße 8 beziehungsweise 10 sowie im Rathaus, im Schuhgeschäft Echtermann und im Haus & Co. Wernke in der Großen Straße.

An den Abgabestellen liegen auch Informationsbroschüren mit Tipps zum Packen aus. Die Idee der Aktion des Vereins „Geschenke der Hoffnung“ – ein christliches Missions- und Hilfswerk – ist es, einen handelsüblichen Schuhkarton mit Geschenkpapier zu bekleben und mit Dingen des täglichen Bedarfs zu füllen. Ob sich der Inhalt für einen Jungen oder ein Mädchen eignet und für welche Altersgruppe sollte vermerkt sein. „Aufgrund strenger Einfuhr- und Zollbestimmungen einiger Länder dürfen nur neue Waren und keine gelatinehaltigen Süßigkeiten wie Gummibärchen verpackt werden“, erklärt Manuela Rocks.





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