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Archäologen auf der Suche nach Überresten

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-09-10
Grabungen im Bebauungsgebiet Lagerweg II / Vier Hektar große Fläche wird untersucht

Der Ortsgeschichte auf der Spur: Unter der Leitung der Archäologin Marion Kanczok (rechts) wird bis Ende Oktober am Lagerweg gegraben, geputzt und dokumentiert. (Foto: Vollmer)


Nachdem die Gemeinde Holdorf aufgrund archäologischer Funde im vergangenen Jahr um 500 Jahre alterte und ihr 1300. Jubiläum feierte, graben seit Mitte August erneut Experten in der Südkreisgemeinde.

Die Suche nach ursprünglichen Relikten geht weiter: Im Bebauungsgebiet Am Lagerweg II werden unter der Leitung der Archäologin Marion Kanczok bis Ende Oktober Grabungen durchgeführt, die möglicherweise neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Ortes zutage fördern. Die Gemeinde Holdorf hat das Fachbüro Denkmal-3-D für die Grabungen beauftragt.

Bisherige Funde einer frühmittelalterlichen Schicht bestätigen die Besiedlung des Ortes im 8. Jahrhundert. Verfärbungen im Boden, anhand von Messungen per Satelliten-Daten (GPS) ausgewertet und aneinandergereiht, verraten der erfahrenen Archäologin, um was für einen Grundriss mit welchen Ausmaßen es sich handelt. So wurden bisher Grundrisse von mehreren Pfeilerhäusern gefunden. Einige mit Abmaßen von 20

Meter Länge und sechs Meter Breite. Dies lasse auf Wohnhäuser schließen. Ebenso kleinere Gebäude, in denen vermutlich Tiere untergebracht waren oder die als Nahrungsspeicher dienten. Spannend wurde es, als die Grabungen ein Haus zutage förderten, dass offenbar einem Brand zum Opfer gefallen sein muss. Rötungen im Boden ließen darauf schließen. Gefundene Tonscherben, die vermutlich als Behältnisse oder auch als Wandbehang dienten, sollen noch genauer untersucht werden. „Solche Keramik sagt eine ganze Menge über die Zeitepoche aus“, so die Archäologin.

Etwa aus dem 1300-Jahrhundert dürfte eine Holz-Erdwallanlage stammen, deren Daten noch ausgewertet werden müssen, ehe die Archäologin Näheres dazu sagen kann. „Was wir noch nicht gefunden haben, sind große Speicherbauten. Es gibt Rutenberge, die haben einen dicken Pfosten in der Mitte und einen achteckigen Grundriss“, erklärt Kanczok. Die größten „Feinde“ der archäologischen Arbeiten sind Wind und Regen. Der sandige Boden ist trotz starker Niederschläge ziemlich ausgetrocknet. Windböen wehen Flächen, die gerade freigeputzt wurden, mit Flugsand wieder zu. Regen zerstört so manche Fundstelle.

Bis zum 31. Oktober haben die Archäologen Zeit, die etwa vier Hektar umfassende Fläche auszuwerten. Danach haben die Bauherren auf dem Gelände am Lagerweg das Sagen, wo 44 Bauplätze ausgewiesen sind.



Natürliche Senken gegen die Wassermassen

Geschrieben von OV am 2011-09-08
Ortskundige Bürger stellen ihre Anregungen für einen Hochwasserschutz am Handorfer Mühlenbach vor

Das Gelände zwischen Osterberg und Dersaburg könnte sich mit seinen Senken als natürlicher Hochwasserschutz bei einem 100-jährigen Hochwasser erweisen. Über einen geeigneten Hochwasserschutz wird derzeit in Holdorf noch beraten. (Foto: Köhne)


Im Juni hatte Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug alle Bürger dazu aufgerufen, sich die Pläne des Überschwemmungsgebiets für den Handorfer Mühlenbach im Falle eines 100-jährigen Hochwassers und die angedachten Schutzmaßnahmen anzuschauen. Außerdem bat er, jeder solle sich Gedanken hinsichtlich eines möglichen Hochwasserschutzes machen und sie an die Gemeinde schicken. Im jüngsten Planungsausschuss stellten jetzt ortskundige Bürger ihre Ideen vor.

Bereits vor zwei Monaten hatte der von der Gemeinde beauftragte Fachmann, Stefan Meyer von Ingenieur Dienst Nord (IDN) aus Oyten, verschiedene Maßnahmen vorgestellt, um möglicherWassermassen Herr zu werden. Dabei hatte er mit der Möglichkeit von Rückhaltebecken und einem Überlaufgraben in verschiedenen Varianten gespielt. JeModell könnten dabei Kosten bis zu rund 350 000 Euro entstehen.

Billiger könnte das Ganze auf den ersten Blick werden, wenn die Anregungen von Berhnard Glandorf oder die Vorschläge, die Bernard Schonhöft und Markus Oevermann (beide UWG) gemeinsam vorstellten, mitberücksichtigt würden.

Glandorfs Vorschlag und der von Schonhöft und Oevermann haben eines gemeinsam: Sie setzen auf die bereits vorhandenen, natürlichen Senken. Auch bestehende Wälle, Gräben und den Bahndamm haben sie in ihren Ausführungen berücksichtigt.

Schonhöft wies auch auf die Möglichkeit hin, den Bach in den Talauen der Dersaburg wieder zu revitalisieren, also in seinen sich schlängelnden Ursprungszustand zurückzuversetzen. Außerdem schlägt die UWG einen runden Tisch vor, an dem neben Fachleuten und Gemeindevertretern auch Landwirte, Grundstückseigentümer, Naturschützer, Behörden und Vereine nach einer optimalen Lösung suchen sollen.

Zunächst aber wird sich der Verwaltungsausschuss mit diesen Vorschlägen befassen. „In einem nächsten Schritt wird das Planungsbüro neue Modellrechnungen erstellen“, so Krug. Die vorliegenden Pläne des Büros seien grobe Modelle, die jetzt angereichert werden könnten – dank der Ortskenntnisse, die Glandorf, Schonhöft und Oevermann miteingebracht haben. „Einfach toll“, lobt Krug.



Wirtschaftsboom lässt Wasser knapp werden

Geschrieben von OV am 2011-09-08
Verband mahnt speziell die Industrie zur Sparsamkeit und prognostiziert steigende Preise

Woher kommt das Wasser? Von Holdorf führen Rohre unter anderem nach Bakum, Damme, Dinklage, Holdorf, Lohne, Neuenkirchen und Steinfeld. Wildeshausen ist zuständig für die Trinkwasser-versorgung in Goldenstedt, Visbek und einem kleinem Teil Vechtas. (OV-Grafik: Jäger)


Mit einem Lebensmittel von hoher Qualität das Klo spülen? Nicht im Hause Eger. Dort gibt es seit Jahren zwei Leitungen. Eine für das Trinkwasser, die andere für das Nass aus der Oberflächenentwässerung. Mit dem kocht sich der Verbandsvorsteher des Oldenburgisch- Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV), Oldenburgs Landrat Frank Eger, zwar keinen Kaffee. Umgekehrt aber sei das Qualitätsprodukt Trinkwasser zu wertvoll, um es zur Pflege der Sanitär- und anderer Lebensbereiche im Haushalt zu verwenden, findet er.

Tatsächlich ist das Trinkwasser ein knappes Gut. Zwar sinke der persönliche Verbrauch, weiß Eger. Aber: Die Region Weser- Ems boome. Die Arbeitslosenquote sei gering. Die Städte wachsen. Die Industrie produziere fleißig – speziell die Ernährungswirtschaft. Die wiederum brauche für ihre Prozesse überdurchschnittlich vielWasser. Der Bedarf steige also. Ihn zu befriedigen heiße für den OOWV, mehr fördern zu müssen. So wie in Holdorf, wo der OOWV sich eine Erhöhung der Fördermenge wünscht.

Während der Wasserverband das innerhalb der gewählten Grenzen für möglich hält, sind die Holdorfer skeptisch. Sie fühlen sich bereits durch die Förderpraxis der vergangenen Jahrzehnte auf dem Trockenen. Wälder verdorren, der Wasserspiegel auch des Heidesees sinke. Kurz: Die Natur leide unter dem großen Durst von Mensch und Industrie, klagt die Interessengemeinschaft für eine umweltverträgliche Wasserförderung. Zumal der OOWV, der ein großer Grundstückseigentümer im Gemeindegebiet Holdorf sei, sich selbst das Wasser abgrabe. Die Lösung: Der Verband solle seinen Suchradius auf den kompletten Kreis Vechta ausdehnen. Leichter gesagt als getan, versichert Landrat Eger. Er gehe nicht davon aus, dass diese Suche den großen Erfolg beschere. Es sei nicht wahrscheinlich, zusätzliche Reservoire aufzutun, die noch niemand kenne.

Umso wichtiger sei eine verträgliche Entwicklung. Zudem arbeite der OOWV an einer Stärkung seines Verbundsystems. Sprich: Es sollen mehr Querverbindungen zwischen den Wasserwerken gelegt werden. Spitzenwerte könnten so besser kompensiert werden. Der Rest regle sich über den Preis. Wasser werde teurer, prophezeit der Verbandsvorsteher. Das werde die Industrie reizen, mehr über die Wiederaufbereitung nachzudenken. Unternehmen aus der Fleischverarbeitung seien in anderen Ländern längst technisch weiter. Und:Weil auch in der Region Weser-Ems jeder Boom irgendwann ende, werde sich der Verbrauch schließlich einpendeln.

Also alles gut an den Wasserhähnen? „Nein“, sagt Eger. Zu früh gefreut. Die Natur habe ihre eigenen Gesetze. Die alten Zyklen mit den so wichtigen feuchten Monaten im Frühjahr und Herbst scheinen durchbrochen. Selbst in einem verregneten Sommer füllen sich die unterirdischen Vorräte nicht automatisch auf. Darauf müsse der Mensch Rücksicht nehmen. Besonders in einer Boom-Region wie im Kreis Vechta.


Zum Thema: Wer versorgt wen im Kreis?

Der größte Trinkwasserversorger vor Ort ist der Oldenburgisch- Ostfriesische Wasserverband OOWV. Nach eigenen Angaben betreibt er insgesamt 15 Wasserwerke und bedient sich dabei etwa 240 Brunnen.

Für den Kreis Vechta relevant sind zweiWasserwerke. Den Großteil liefert Holdorf. Aus 14 Brunnen werde gefördert, so der Wasserverband. Die Leistung je Brunnen: 60 Kubikmeter je Stunde. Im Nordkreis kommt das wertvolle Nass aus Wildeshausen. 22 Brunnen gibt es dort. Die Förderleistung differiert zwischen 60 und 220 Kubikmeter je Stunde.

Das Wasserwerk Vörden versorgt den Ortsteil Vörden, die Bauernschaft Campemoor sowei Teile der Bauernschaft Astrup, Kalkriese und Vennermoor. Zwei Förderbrunnen sind vorhanden. Der jährliche Verbrauch der privaten Haushalte liegt bei 210 000 Kubikmeter; das Gewerbe bezieht nach Angaben des Wasserwerks 242 000 Kubikmeter. Decken kann Vörden diesen Bedarf, weil es zusätzlich Wasser vom Wasserverband Bersenbrück bezieht.

Das Wasserwerk Vechta hat dagegen noch Spielraum. Zwei Millionen Kubikmeter pro Jahr dürfen gefördert werden. 1,68 Millionen Kubikmeter werden laut Wasserwerk gebraucht, um die Vechtaer zu versorgen.



Herbert Helms gestorben

Geschrieben von OV am 2011-09-07
Ehemaliger Rektor der Grundschule und verdienter Bürger der Gemeinde Holdorf wurde 76 alt

Herbert Helms, ehemaliger Rektor der Holdorfer Grundschule, ist am Sonntag im Alter von 76 Jahren gestorben. Als Junglehrer kam Helms, der gebürtig aus Warnstedt in der Gemeinde Cappeln stammt, nach Holdorf und engagierte sich von da an nicht nur beruflich, sondern auch im Vereinsleben der Gemeinde.

Von 1975 bis Februar 1999 leitete Helms die Grundschule. Für sein großes ehrenamtliches Engagement innerhalb der Gemeinde wurde er kürzlich noch als Verdienter Bürger 2011 ausgezeichnet. Das ist die höchste Auszeichnung der Gemeinde Holdorf.

25 Jahre war Herbert Helms Dirigent des Männergesangvereins „Concordia“. Auch in der Kolpingfamilie Holdorf war er aktiv und von 1965 bis 1972 ihr Vizepräses. Er übte das Lektorat in der Kirchengemeinde St. Peter und Paul aus und war erster Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Außerdem war Helms tätig im Vorstand des Kreisbildungswerkes sowie beim Bildungswerk Dammer Berge. Helms engagierte sich auch als Gästeführer und in der Seniorenbetreuung.





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