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News-Archiv (bis Februar 2017)

Wohnungssuche für Rollstuhlfahrer Dilemma

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-08-27
61-jährige Waltraud Macke beklagt zu hohe Mietpreise / Türen zu schmal, Schwellen zu hoch

Nur mit Mühe kommt Waltraud Macke mit ihrem Rollstuhl durch die Türen ihrer Mietwohnung. (Foto: Vollmer)


„Es gibt keine behindertengerechte Wohnung im Ort, die bezahlbar ist“, stelltWaltraud Macke enttäuscht fest. Die ehemalige Krankenschwester ist seit eineinhalb Jahren an den Rollstuhl gefesselt. Seitdem versucht sie in der Gemeinde eine Wohnung zu finden.

Vor fünf Jahren zog die 61-Jährige von Damme in ihre jetzige Wohnung nach Handorf-Langenberg, um in der Nähe ihrer Tochter zu wohnen. Einen Rollstuhl kann sie in ihrer Wohnung nicht nutzen. Die Türen sind zu schmal. Und das in einer Wohnung, die mit öffentlichen Mitteln ausgebaut worden sein soll. Doch für ihre Zwecke mangelt es an zahlreichen Details. Türen, die gerade mal 82 Zentimeter breit sind, unterschiedliche Bodenhöhen und Schwellen machen ihr zu schaffen. Die Jalousien lassen sich nur per Hand öffnen und schließen. Für Macke sind sie nutzlos. Gespräche mit ihrem Vermieter endeten damit, dass sie bei Veränderung selbst für die Kosten aufzukommen habe.

Als sie in dieser Zeitung davon las, dass der CDU-Ratsherr Udo Schlarmann auf dem ehemaligen Gelände des Kampers- Marktes die Wohnanlage „Villa Kampers“ für behinderte und alte Menschen bauen wolle, setzte sie sich mit diesem in Verbindung. Doch ihre Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen wurde enttäuscht. Da sie auf die Unterstützung staatlicher Stellen angewiesen ist, wird sie sich die Miete nicht leisten können. Und mit 78 Quadratmetern ist die Wohnung zu groß, um finanzielle Unterstützung zu bekommen. Macke rechnet vor: „292 Euro Kaltmiete, plus zehn Prozent Behindertenbonus und im Notfall noch zehn Prozent mehr, übernimmt das Sozialamt.“ Und die Wohnung darf höchstens 50 Quadratmeter groß sein. „Für den Preis gibt es keine Wohnungen in Holdorf“. Sie fragt sich, warum in das neben der „Villa Kampers“ neu entstehende Haus nicht speziell zugeschnittene und ausgestattete Wohnungen für nicht so gut verdienende Menschen gebaut werden.

In Anbetracht des demografischen Wandels müsse sich die Gemeinde in die Pflicht nehmen, Investoren in den Ort zu holen, damit diese mit steuerlicher Unterstützung solche Wohnungen schaffen, argumentiert Heinrich Schonhöft. Aus ihren Erfahrungen empfiehlt Waltraud Macke, Projekte für behindertengerechtes Wohnen mit Fachleuten und Betroffenen zu planen. So solle verhindert werden, dass nicht erst danach erkannt werde, was alles falsch gemacht wurde.



Staatsanwaltschaft bestätigt Dreifach-Suizid

Geschrieben von OV am 2011-08-27
Mädchen verabredeten sich über soziale Netzwerke / Religionspädagoge fordert mehr Prävention in den Schulen

Die drei jungen Frauen, die am 15. August auf dem Muna-Gelände zwischen Holdorf und Damme-Glückauf gefunden wurden, haben einen gemeinsamen Suizid begangen. Das teilte gestern die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg mit. „Auch aus den weiteren Ermittlungen haben sich keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass eine weitere Person an dem Ableben der drei jungen Frauen beteiligt gewesen wäre“, erklärte Sprecherin Kathrin Schmelzer.

Die Rechner und Mobiltelefone der drei in einem Waldstück aufgefundenen jungen Frauen sind inzwischen von Beamten der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta ausgewertet worden. Danach steht fest, dass die Frauen insbesondere in den Tagen vor ihrem Tod über verschiedene soziale Netzwerke regen Kontakt im Internet hatten und verschiedene Foren besuchten. Wie der erste Kontakt der jungen Frauen zustande kam, sei nicht feststellbar, erläuterte die Staatsanwältin in ihrer gestrigen Mitteilung.

Die polizeilichen Ermittlungen haben außerdem ergeben, dass sich die aus verschiedenen Teilen des Bundesgebietes stammenden Frauen am Samstag (13. August) beim Hauptbahnhof in Osnabrück getroffen haben und von dort gemeinsam mit einem Taxi in Richtung Damme gefahren sind.

Eine offene gesellschaftliche Diskussion über Suizide hat der Vechtaer Uniprofessor Dr. Egon Spiegel gefordert. Auch Lehrer seien in der Verantwortung, meinte der Religionspädagoge. Sie sollten das Thema offensiv angehen. Gerade der Religionsunterricht müsse eine Einladung zum intimen Gespräch sein. Das Erkennen eigener Potenziale sei das beste Präventionsmittel gegen Suizidgedanken. „Der Unterricht muss den Kindern beibringen zu fragen: Was habe ich, was kann ich? Und nicht: Was habe ich nicht, was kann ich nicht?“



Nabu Holdorf: 20 Jahren aktiv

Geschrieben von OV am 2011-08-27

Mühlenbach: Der Flusslauf soll wieder mehr schlängeln. Das ist eine Forderung der Nabu- Ortsgruppe. (Foto: privat)


Vor 20 Jahren hatten sich Holdorfer Naturfreunde zusammen getan, um sich in der Gemeinde für den Natur- und Umweltschutz zu engagieren. „Wir haben hier in den vergangenen Jahren viel erreicht“, resümiert Thomas Wagner, 1. Vorsitzender der Nabu- Gruppe Holdorf.

Schwerpunkt des Vereinsarbeit ist die Pflege und Erhaltung von Heide- und Magerrasenflächen sowie die Weiterentwicklung einer Orchideenfläche. Angelegt wurden außerdem eine Trockenmauer und mehrere Streuobstwiesen. Begonnen wurden auch verschiedene Artenschutzprojekte wie der Eulen- oder Fledermausschutz. „Auch tagesaktuelle Themen wie der Hochwasserschutz oder die Anträge auf neue Stallbauten und Biogasanlagen bestimmen unsere Arbeit“, so Wagner. Wichtig sind für den Nabu auch die Angebote für Kinder. Seit 2002 können sich Schulklassen und Kindergärten auf dem Naturlehrpfad am Mühlenbach austoben, der in Zusammenarbeit mit verschiedenen Holdorfer Vereine angelegt wurde.

Den 20. Geburtstag feiert der Nabu Holdorf am Sonntag, 28. August, gemeinsam mit dem „Natur erleben“-Tag des Landkreises am Mühlenbach. Los geht es um 10 Uhr mit einem Wald-Frühschoppen und Musik. Am Nachmittag gibt es ein buntes Programm mit Ritterspiel, Eselreiten, der Kräuterhexe und Überraschungen.



Seebühne bereichert Tourismus der Region

Geschrieben von H. Vollmer am 2011-08-26
Konstruktion kann in verschiedener Weise auf dem Wasser aufgebaut werden / Bau möglich durch Sponsoren

Übergabe der schwimmenden Bühne an den Zweckverband Erholungsgebiet Dammer Berge: Die Volks- und Raiffeisenbanken der Region sorgten für die Finanzierung des Projektes. Landrat Albert Focke (2. von links) und Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug nehmen den Scheck aus den Händen von Siegfried Schlarmann (4. von links) entgegen. (Foto: Vollmer)

Holdorf ist nicht Bregenz und der Kalksandsteinsee nicht der Bodensee. Dennoch haben sie jetzt etwas gemeinsam: eine Seebühne.

„Der Musikverein hat Großartiges geleistet!“, lobte Siegfried Schlarmann, Vorstandssprecher der Volksbank Dammer Berge. „Sie ist eine weitere Bereicherung für den Tourismus in dieser Region“, stieß Landrat Albert Focke, er sprach gleichzeitig als Vorsitzender des Zweckverbandes Erholungsgebiet Dammer Berge, ins gleiche Horn. Gemeint ist die Herstellung einer schwimmfähigen Seebühne, die Mitglieder des Musikvereins gebaut haben.

Gestern übergab der Verein die 125 Quadratmeter große Konstruktion, die bereits am vergangenen Samstag beim Seekonzert auf dem Kalksandsteinsee ihre Feuertaufe bestanden hat (OV berichtete).

Bevor Pastorin Kerstin von Stuckrad und Diakon Norbert Klauss das Bauwerk einsegneten, eröffneten die Musiker des Orchesters unter der Leitung von Dirigent Josef Bruns mit der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel die offizielle Übergabefeier. Neben dem Dank an die fleißigen Musikvereinsmitglieder wurde von allen Rednern das starke Engagement der Volks- und Raiffeisenbanken der Region hervorgehoben.

Von den annähernd 20 000 Euro Gesamtkosten übernahmen die Volksbank Dammer Berge, die Volksbank Neuenkirchen- Vörden, die VR Bank Dinklage-Steinfeld und die VR Stiftung für Norddeutschland mit Sitz in Hannover 12 000 Euro. Die restliche Summe bringt der Zweckverband Erholungsgebiet Dammer Berge auf, in dessen Eigentum die Bühne übergeht, die Vereine der Region ausleihen können. 60 großvolumige Kunststoffbehälter verarbeiteten die fleißigen Musiker während ihres ehrenamtlichen Einsatzes von mehr als 400 Arbeitsstunden zu zehn jeweils 12,5 Quadratmeter umfassenden Elementen. Diese können variabel auf dem Wasser aufgebaut werden. Ein Gutachten der Dekra bescheinigt, dass diese „verkehrssicher“ sind.

Vor Vertretern der vier Südkreisorte, den jeweiligen Banken und dem Geschäftsführer des Kalksandsteinwerkes Dr. Hans Georg Leuck hob Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug als Vorsitzender der Tourist Information Dammer Berge den Einsatz des Ideengebers Norbert gr. Schlarmann und deren Helfer hervor. Ein Glücksfall sei Volksbänker Siegfried Schlarmann, der die Banken und ihre Stiftung mit ins Boot geholt habe.





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