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„Halt, Stopp, ich will das nicht“

Geschrieben von H. Vollmer am 2010-06-02
Thema Gewalt: Puppenbühne der Polizei zu Gast in Barbara-Schule Handorf-Langenberg

Im Gespräch mit der Polizei: Grundschüler der Barbara-Schule setzten sich mit demThema Gewalt auseinander. Puppenspielerpolizist Jürgen Paul moderierte und gab Ratschläge. (Foto: hvo )


„Wo liegt die Grenze zur Gewalt und wie kann ich mich selbst vor Gewalt schützen?“ Dieser Frage gingen die Jungen und Mädchen der dritten und vierten Klasse der Barbara-Schule gemeinsam mit den Polizeipuppenspielern Jürgen Paul, Bianka Stutz und Uwe Wispeler nach. Die drei Polizisten waren mit der Pädagogischen Puppenbühne der Polizeidirektion Oldenburg (PÄPP) bei ihnen zu Gast.

Was auf der Bühne von den Puppen Punki und Tom vorgespielt wurde, war durchaus wirklichkeitsnah. Der kleine Punki wurde von Tom geschubst, beleidigt, bestohlen und erpresst. Nachdem Punki seiner Jacke beraubt und auch sein Taschengeld an Tom abgeben musste, suchte er vergebens Hilfe bei seinem Vater. In drei Schritten führten die Polizisten dieses Stück zur Gewaltprävention auf. Erst ganz ohne Worte mit geballter Faust, schubsen und Finger vor dem Mund. Anschließend mit Dialogen und schließlich unter Berücksichtigung der Lösungsvorschläge der Kinder, wie sie in solch einer Situation Hilfe erfahren können.

In diesem Fall war es ein Onkel, da der Vater ja keine Zeit für Punki hatte. Im Gespräch arbeitete Jürgen Paul mit den Kindern heraus, dass auch der Vater mit seinem desinteressierten Verhalten Gewalt anwendet, „nämlich seelische Gewalt“, erklärte Jürgen Paul. Auch wenn schubsen Spaß mache, es ist eine Form von Gewalt. „Ihr müsst immer bedenken, wie sich der andere dabei fühlt. Was Gewalt ist, das bestimmt immer das Opfer“, so der Polizist. Mit „Halt, Stopp, ich will das nicht!“, sollten die Schüler anderen Einhalt gebieten. „Sagt immer laut und deutlich, was ihr wollt oder nicht wollt und das frühzeitig“, riet er den Jungen und Mädchen. Gewalt beginne nicht erst, wenn es wehtut. Auch das Drohen mit erhobener Faust oder das sich in den Weg stellen und auch schon die Androhung von möglichen Bestrafungen sind eine Form von Gewalt, erklärte Jürgen Paul.

Der Polizist sprach auch das Verhalten des Vaters an, der seinen Sohn nicht helfen wollte. Wer Hilfesuchenden nicht zur Seite stehe, wende selbst Gewalt an. Wen Kinder ansprechen könnten, wenn sie Hilfe brauchen, hatten die Schüler schnell erkannt. Freunde, Nachbarn, Geschwister, Eltern, Lehrer, Passanten und die Polizei wählten sie als ihre Unterstützer. Am Nachmittag waren die Eltern der Schüler gefordert. Die drei Polizisten berichteten über ihre Arbeit und Erkenntnisse mit den Grundschülern, klärten die Eltern auf und gaben ihnen Hilfen an die Hand, die Heranwachsenden in der Entwicklung zu unterstützen.



Engagement als Stützpfeiler

Geschrieben von H. Vollmer/Rundschau am 2010-06-02
Voll besetzte Scheune beim Festempfang zur 1.300-Jahrfeier in Holdorf

Eintragung ins Goldene Buch Holdorf: Die Bischöfe Jan Janssen (li.) und Heinrich Timmerevers. (Bild: Vollmer)


Das starke ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde und die positive wirtschaftliche Entwicklung zeichne in der heutigen Zeit die Gemeinde Holdorf aus. Beides rechtfertige das Synonym „Holdorf, eine sympathische Alternative“, schwärmte der stellvertretende Landrat Friedhelm Biestmann während seines Grußwortes beim Festempfang zur 1.300- Jahrfeier der Besiedlung Holdorfs.

In der voll besetzten Scheune der Familie Oliver Völkerding- Struckhoff fanden sich neben dem Landtagsabgeordneten Stefan Siemer ebenso Vertreter der benachbarten und befreundeten Gemeinden sowie die Bischöfe Heinrich Timmerevers vom Offizialat Vechta und Jan Janssen von der Landeskirche Oldenburg ein. Gemeinsam hielten sie mit Pfarrer Michael Kenkel und Pastorin Kerstin von Stuckrad eine Andacht. „Menschen müssen innehalten, um sich und das Leben immer wieder festzumachen am dreifaltigen Gott“, sagte Heinrich Timmerevers und erinnerte an die sicher schwierigen Lebensbedingungen der Menschen um 700 nach Christus. „Lebt nicht ohne Gott!“, forderte Jan Janssen.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug versäumte es nicht, den vielen im Zusammenhang mit dem Jubiläum aktiv gewordenen Bürgern für ihr Engagement zu danken. Stellvertretend nannte er die Mitglieder des Vorbereitungsteams, das seit zwei Jahren aktiv ist. Außerdem stellte er die Bürger vor, die seit 1997 wegen ihrer besonderen Verdienste mit der Großen Ehrentafel der Gemeinde ausgezeichnet wurden und als „leuchtendes Beispiel“ für die Förderung des Gemeinsinns gelten.

Einen umfassenden Vortrag, mit Fotos, hielt der mittlerweile pensionierte Bezirksarchäologe Dr. Jörg Eckert. Er ging auf die Ergebnisse der in den Jahren 1999 und 2005 durchgeführten Grabungen in den beiden Baugebieten am Osterort ein. Durch diese wurde belegt, dass im Osten Holdorfs eine früh- bis hochmittelalterliche Siedlung existiert hat. Hier wurden Grundrisse von zwölf Langhäusern, Nebengebäuden, Grubenhäusern und Rutenberge gefunden. Ganz abgeschlossen seien die Grabungen noch nicht. In östlicher Richtung vermutet Dr. Jörg Eckert noch weitere Funde. So sollten vor einer weiteren Bebauung unbedingt die Grabungen fortgesetzt werden, empfahl der Archäologe. Interessant wäre es, den Friedhof von damals zu finden. „Das würde uns neue Erkenntnisse bringen“, sagte Dr. Jörg Eckert. Bürgermeis ter Dr. Wolfgang Krug bestätigte Planungen des Gemeinderates in diese Richtung.



Seit 1997 jedes Jahr „verdiente Bürger“

Geschrieben von H. Vollmer am 2010-06-01
Zum Festempfang sieben Geehrte vorgestellt

Festempfang mit Geehrten: Bürgermeister Dr.Wolfgang Krug (Mitte) stellte verdiente Bürger Holdorfs vor (von links): Heinrich Baumann, Anni Kreinest, Franziska Dwerlkotte, Pfarrer Albert Holzenkamp, Stefan Borgmann und Manfred „Manni“ Pohlmann. (Foto: hvo)


Den Festempfang zur 1300-Jahrfeier der Besiedlung Holdorfs nutzte am Samstagabend die Gemeinde, um die 15 verdienten Bürger vorzustellen, die seit 1997 mit der großen Ehrentafel ausgezeichnet wurden.

1997 waren dies: Anni Kreinest für ihr soziales Engagement und der bereits verstorbene Bernhard gr. Schlarmann für seinen langjährigen Dienst in der Feuerwehr Holdorf. 1998: Franziska Dwerlkotte für ihr soziales Engagement. 1999: der bereits verstorbene Herbert Klose für 40 Jahre Hallen- und Platzwart beim SV Handorf-Langenberg. 2000: Paul Olberding für seine ehrenamtliche Tätigkeit im Natur- und Umweltschutz. 2001: Reinhold Heil für langjährige Vorstandstätigkeit im Musikverein Holdorf.

2002: Heinz Heiker für ehrenamtliche Tätigkeit im Schützenverein Holdorf und anderen Vereinen. 2003: Karl Meyer für 20 Jahre Vorsitzender der Kolpingfamilie Holdorf und 30 Jahre Wahlhelfer beziehungsweise -vorsteher. 2004: Paul Börgerding für seinen Dienst in der Seniorenarbeit; Helmut Ansmann für langjährige Vorstandstätigkeit beim SV Holdorf; Pfarrer Albert Holzenkamp für sein langjähriges Wirken bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand. 2005: Heinrich Baumann für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit beim Schützenverein Holdorf. 2006: Manfred „Manni“ Pohlmann für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Jugendarbeit beim SV Holdorf. 2007: der bereits verstorbene Theodor Schnepper für sein Lebenswerk (75 Jahre Kalksandsteinwerk). 2009: Stefan Borgmann für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in verschiedenen Funktionen bei der Feuerwehr, im Rat und als Schöffe.



Ausgrabungen machen 1300-Jahr-Feier möglich

Geschrieben von H. Vollmer am 2010-05-31
Pensionierter Bezirksarchäologe Dr. Eckert erklärte beim Festempfang die Besonderheit der uralten Besiedlung

Die musikalische Umrahmung der Festlichkeit übernahmen neben dem Blasorchester Handorf-Langenberg der katholische und evangelische Kirchenchor gemeinsam. (Foto: hvo)


„1300, das ist eine Zahl, die gefeiert werden muss“, sagte Offizial Heinrich Timmerevers am Samstagabend beim Festempfang der Gemeinde Holdorf aus Anlass der 1300-jährigen Besiedlung des Ortes. Gemeinsam mit Bischof Jan Janssen, Pastorin Kerstin von Stuckrad und Pfarrer Michael Kenkel hielt er zur Eröffnung eine Andachtsfeier in der voll besetzten Scheune der Familie Oliver Völkerding-Struckhoff am Osterort.

Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug habe anfangs davon gesprochen, es werde gefeiert, weil es ein Geschenk des Himmels sei. Heute antworte er: „Weil es ein Geschenk von Dr. Jörg Eckert ist, dem verantwortlichen Geologen.“ Der mittlerweile pensionierte, aber nicht minder engagierte Bezirksarchäologe Eckert aus Oldenburg zeigte die Entwicklung der Ausgrabungen in den Jahren 1999 und 2005 und die Ergebnisse der Spuren im Untersuchungsgebiet am Osterort mit Hilfe von Fotos, Grafiken und Kartenmaterial.

Nach Auswertung der Funde ist belegt, dass im Osten Holdorfs eine früh- bis hochmittelalterliche Siedlung existiert hat. Hier wurden auf einem Hektar Grundrisse von zwölf Langhäusern, Nebengebäuden, Grubenhäusern und Rutenberge gefunden. „Das waren Häuser, die nicht zeitgleich existiert haben, sondern über mehrere Jahrhunderte hinweg bis ins Mittelalter immer wieder neu errichtet wurden“, erklärte Eckert.

Die Ausgrabungen hätten neue Erkenntnisse hervorgebracht. So wurde ein Typ Keramikbehältnis entdeckt, wie er zuvor in dieser Form noch nicht gefunden worden war. „Die Gefäße haben an der Öffnung eine ganz speziell umgelegte Randbildung“, sagte der Bezirksarchäologe. Diese Ränder seien als „Typ Holdorf“ in die Literatur eingeführt.

„Wir wissen nicht, wie es nach Osten weitergeht, aber wenn hier eine weitere Bebauung geplant wird, dann müssen wir unbedingt die Grabungen fortsetzen“, so der Archäologe. Bürgermeister Krug bestätigte solche Planungen des Gemeinderates. „Wer weiß, vielleicht können wir dann nochmal 500 Jahre draufgeben und bald wieder feiern“, unkten die Gäste und Gastredner Friedhelm Biestmann.





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