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Osnabrücks Bischof bestraft Ihorster Adeligen

Geschrieben von OV am 2008-10-16
Heinrich von Schade wollte zu viel Land in Besitz nehmen / Zur Geschichte des Rittergutes Ihorst bei Holdorf

Am Eingang zum Gelände des Gutes Ihorst finden sich rechts und links die Wirtschaftsgebäude (rechts ist heute ein Café eingerichtet) sowie in der Mitte platziert die Kapelle. (Foto: Willenborg)


Das ehemalige Rittergut Ihorst wurde in der Nähe von Holdorf auf sumpfigem Untergrund in einem großen Waldgebiet angelegt. Wie bei allen Burgen achteten die Erbauer darauf, dass genügend Wasser für das Anlegen einer Gräfte vorhanden war, denn ohne diese war eine Verteidigung damals kaum möglich. Wegen des Sumpfes konnte Ihorst nur von der Dammer Seite her erreicht werden. Folgerichtig gehörte es daher zunächst zum Kirchspiel Damme.

Das heutige Gut Ihorst wurde wohl von Hugo von Dincklage angelegt, der dort zwei eigenhörige Bauernstellen besaß. Der Stammsitz von Dincklages zu Dinklage war 1374 durch die Fürstbischöfe von Münster und Osnabrück zerstört worden. Als dann Friederich von Dincklage mit seinen sechs Söhnen versuchte, eine neue Burg zu bauen, kreuzte der Bischof von Münster mit den Burgmannen von Vechta noch einmal auf, und die von Dincklages mussten nun feierlich geloben, nie mehr eine befestigte Burg zu errichten.

Hugo von Dincklage kam 1479 auch in den Besitz des Gutes Bakum. Seine Tochter Friederike von Dincklage erbte die Güter Ihorst und Bakum. Sie heiratete 1501 den Emsländer Otto von Schade aus Wesuwe. Otto von Schade war Gutsherr zu Wesuwe und Burgmann zu Meppen. Als dieser früh verstarb, kamen seine Kinder in die Obhut von Vormündern. Doch jene nahmen es mit ihrer hehren Aufgabe nicht so genau. So bekam der eigentliche Erbe, Heinrich von Schade, nur das mindere Gut Ihorst. Das Gut Bakum aber wurde Junker Voss, dem Mann seiner Schwester, zugesprochen.

Heinrich von Schade schuf um 1560 auf Ihorst neue Gutsgebäude, für deren Errichtung er eigens eine Ziegelei baute, die aber nur auf drei Jahre betrieben werden durfte. In dem Gutshof gingen seine beiden Ihorster Stellen sowie die Tebbenstelle auf. Den Bauern Tebbe hatte er finanziell entschädigt. Da er seinen Besitz nun immer mehr ausweitete und auch freie Weideflächen in seinen Besitz zu bringen suchte, zerstörte der Bischof von Osnabrück seine Ziegelei. Das Gut Ihorst, welches wegen seiner Größe landtagsfähig geworden war, erbte nun Sohn Otto. Er heiratete das Erbfräulein Petronella Budde, welches ihm das Gut Hange, die Buddenburg und ein Burgmannshaus in Vechta zubrachte. Er wurde nun auch Droste in Vechta.

Der Drost Schade hinterließ bei seinem Tode im Jahre 1635 drei uneheliche Söhne und eine erbberechtigte Tochter, die den Rittmeister Johan Caspar von Lipperheide ehelichte. Deren Enkelin Dorothea Lipperheide nahm 1697 den Geheimrat Johan Mathias Ascheberg zu Venne zum Mann. Im Jahre 1747 ließ deren Sohn Ernst Friedrich von Ascheberg eine Backsteinkapelle errichten. Nach stilkritischen Untersuchungen war der Erbauer der berühmte Barockbaumeister Johan Konrad Schlaun, der auch das Jagdschloss Clemenswerth entwarf.

Typisch für Schlaun ist, dass er das Baujahr der Kapelle 1747 in den Großbuchstaben des Chronogramms über der Eingangstür versteckt. 1975 wurde die Kapelle restauriert. Noch heute finden dort gelegentlich Trauungen und Taufen statt.

Fast 200 Jahre blieb das Gut dann im Besitz der Grafen von Ascheberg, bis 1868 der Lehrer Friedrich Ahlrichs das Gut für 210000 Mark erwarb. Er hatte geglaubt, seine Schulden durch Holzeinschlag auf dem Gut bezahlen zu können. Und tatsächlich verkaufte er für fast 100 000 Mark Holz. Dann geriet er dennoch in die Zwangsversteigerung. Für 170 000Mark ging das Gut Ihorst an die Grafen von Spee zu Heltorf bei Düsseldorf. Holz einschlagen aber konnte der Graf zunächst nicht mehr, denn derWald war vom Vorgänger stark dezimiert worden.

Während des Ersten Weltkrieges sorgten Mitglieder der Familie von Spee für Schlagzeilen: der Admiral Maximilian Graf von Spee und seine beiden Söhne. Im Kampf mit britischen Schiffen fanden sie alle auf drei unterschiedlichen deutschen Kriegsschiffen bei den Falklandinseln den Tod.

Seit 1902 wird das 360 Hektar große Gut Ihorst von der FamilieWehage verwaltet. 1979 eröffnete die Familie Heßling auf dem Gutshof eine Hundeschule und eine Hundepension. Ein Vorfahre dieser Familie hatte 1877 eine neue Jagdhundrasse gezüchtet, nämlich den „Kleinen Münsterländer“. Dieser Hund leistet sowohl auf dem Feld als auch im Wasser hervorragende Arbeit. Vor nunmehr elf Jahren übernahm die Familie Cremer die Gutsgebäude in Erbpacht.

Das Herrenhaus wurde 1560 auf Pfählen in Fachwerkbauweise errichtet. Später wurde bei Renovierungsmaßnahmen daraus ein Putzbau, der wie die meisten Adelshäuser der damaligen Zeit in den Farben Gelb und Weiß gehalten ist. „Als wir hier ankamen, lag das Gut wie im Dornröschenschlaf da. Hier hatte sich lange nichts mehr verändert“, erinnert sich Anna Maria Cremer.

Die Cremers richteten nun in den ehemaligen Stallungen ein geschmackvolles Gutscafé ein. Hier bietet nun Anna Maria Cremer köstliche, selbst gebackene Torten, kleine Mahlzeiten und sonstige Köstlichkeiten an. Das Gutscafe bietet auch das passende Ambiente für Hochzeitsfeiern und Gesellschaften für bis zu 100 Personen.

In der ehemaligen Ökonomie des Gutes ist ein umfangreicher Antikmarkt eingerichtet. Hier können die Besucher altertümliche Gegenstände bewundern und auch kaufen. Das Café und der Markt sind am Mittwoch, Donnerstag sowie am Samstag und am Sonntag ab 14 Uhr geöffnet. Angemeldete Gruppen sind auch zu anderen Zeiten willkommen. Anmeldung unter Telefon 05494/995535.

Weitere Bilder können Sie sich mit einem Klick auf den nachfolgenden Link ansehen.

Bilder Gut Ihorst



Schweden-Schuh erinnert in Holdorf an Europameisterschaft

Geschrieben von H. Vollmer am 2008-10-16

Ein Stück Fußball-Europameisterschaft 2008 steht seit Dienstag im Vorgarten des Holdorfer Unternehmens Sport Böckmann. Direkt am Kreisel steht dieser 4,30 Meter lange, 1,45 Meter breite und 1,75 Meter hohe Fußballballschuh. Er trägt die schwedischen Farben und ist eines von insgesamt 16 Kunstwerken, die jeweils eine der teilnehmenden Nationen an der Uefa Euro 2008 in Österreich-Schweiz symbolisiert.

Während der EM standen alle 16 Schuhe vor dem Adidas PR
Headquarter, dem Museumsquartier in Wien. „Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit mit Adidas, wurde uns der Schuh zur Verfügung gestellt“, erklärt Richard Zumloh, Geschäftsführer des Sportartikelhauses. (Text/Foto: hvo)



Hilfsaktion für gelähmten Markus Taphorn

Geschrieben von H. Vollmer am 2008-10-15
Nachbarn, Sportverein und Schule wollen behindertengerechten Anbau mitfinanzieren / 20 000 Euro von Grimme

Nachbarschaftshilfe: An dieser Stelle wollen Freunde und Nachbarn der FamilieTaphorn beim Bau eines behindertengerechten Bades und Schlafzimmers helfen. Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug (4. von links) und Rektorin Anita König (6. von links) unterstützen Kerstin Taphorn (5. von links). (Foto: hvo)


Mittwoch, 30. Juli 2008: ein Tag, der das Leben der Familie Kerstin und Markus Taphorn aus Holdorf schlagartig verändert hat. Es sind Sommerferien, Kerstin und Markus Taphorn besuchen mit ihren vier Kindern Marvin (13), Lea-Marie (11), Fabian (8) und Maxima (18 Monate) die Großeltern in Lohne. Vor der Heimfahrt wollen sie noch eine Abkühlung im Pool nehmen. Als der 36-Jährige ins Wasser steigt, passiert das Unglück: Markus Taphorn fällt kopfüber in das Becken und schlägt hart auf dem Boden auf. Er ist bewusstlos. Die Ärzte stellen eine Fraktur des vierten und fünften Halswirbels fest. Prognose: Eine hohe Querschnittslähmung, die den Familienvater vom Hals abwärts lähmt.

Bis heute liegt der Hydrauliker in der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, muss hier das Atmen, Schlucken und Sprechen neu erlernen. Ob er sich jemals wieder bewegen kann, ist nicht vorherzusagen. „In der Zeit nach dem tragischen Unfall haben mir und unseren Kindern die Nachbarn sehr geholfen“, sagt Kerstin Taphorn. Sie ist glücklich, dass ihr die Freundin Katja Schlarmann sowie Jörg Nareike, ein Arbeitskollege von Markus, zur Seite stehen.

„Erst in der Not zeigt sich, wieviel Freunde man wirklich hat“, sagt Kerstin Taphorn und weiß, wovon sie spricht. Nicht nur die Nachbarn wollen ihr dabei helfen, für 25.000 Euro Eigenleistungen für den Anbau eines behindertengerechtes Bades und Schlafzimmers zu erbringen. Insgesamt 75.000 Euro werden dafür benötigt, sagt Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug, der für eine solide Kostenberechnung von Architekt und Baufirmen gesorgt hat.

Auch die Elternschaft der Grundschule Holdorf, Fabian und Lea-Marie besuchen diese, will in dieser Not hilfreich zur Seite stehen. Damit die benötigten 50.000 Euro für den dringend erforderlichen Anbau möglichst schnell zusammenkommen, organisieren sie am 22. November (Samstag) von 14 bis 18 Uhr in der Grundschule einen Flohmarkt. Eine Standgebühr in Höhe von 15 Euro soll ebenso wie der Erlös aus der Cafeteria den Taphorns zu Gute kommen, erklärt Rektorin Anita König.

Ebenso wird der SV Holdorf, bei dem Markus Taphorn acht Jahre als Betreuer ehrenamtlich tätig ist, eine Aktion starten, um das Bauvorhaben finanziell zu unterstützen. Da jeder Cent zählt, hat Katja Schlarmann ein „Spendenkonto Markus“ mit der Nummer 1826163 bei der LzO (BLZ 280 501 00) eingerichtet.

Erfreulich: Taphorns Arbeitgeber, Landmaschinen Grimme, hat 20.000 Euro eingezahlt. Ein Anfang, der Hoffnung macht, dass weitere Unterstützung erfolgt, damit Markus Taphorn, der voraussichtlich um die Weihnachtszeit aus der Klinik entlassen wird, optimale Bedingungen vorfindet.



Rundfahrt und Kaffeetafel

Geschrieben von OV am 2008-10-10
200 Holdorfer Senioren erkunden ihren Heimatort

Die ältestenTeilnehmer der Seniorenfahrt mit Vertretern der Gemeinde Holdorf: (untere Reihe, von links) Hans Pohlmann, Hermann Diekhaus, Engelbert Hellmann, Maria Frilling, Irmgard Buß, Josepha Trumme, Elisabeth Wesselmann. (Foto: privat)


Das Wetter passte und die Stimmung war gut: Bei der traditionellen Seniorenfahrt konnte Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug am Dienstag rund 200 Senioren begrüßen. In vier Busse startete man zunächst zur Besichtigung der Gemeinde.

Mit dabei neben waren der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Heiner Themann, Sozialamtsleiter Sebastian Wolke sowie die Ratsmitglieder Bernard Echtermann, Heinrich Schonhöft und Ludger Westerhoff. Die Senioren erfuhren unter anderem Wissenswertes über die aktuellen Bauvorhaben und Veränderungen im Ortsgebiet.

Im Anschluss an die Rundfahrt wurde zu einer Kaffeetafel in das Gasthaus Bocklage in Ihorst eingeladen. Neben musikalischen Beiträgen eines Flötentrios (Kirsten Vocks, Sandra Schlarmann, Carolin Borgmann) wurden die ältesten Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Holdorfs Bürgermeister besonders geehrt. Älteste Teilnehmerin der Fahrt war Elisabeth Wesselmann (91) und ältester Teilnehmer Engelbert Hellmann (89). Im Anschluss bedankte sich Krug bei den zahlreichen Teilnehmern aus der Gemeinde Holdorf und deutete bereits schon jetzt darauf hin, dass weitere Seniorenfahrten angedacht sind.





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