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News-Archiv (bis Februar 2017)

Holdorfer Schwimmbad wird saniert

Geschrieben von Anke Rehling am 2003-04-28
Hallenbad-Sanierung soll vor allem technische Mängel beseitigen / Bad ist seit Freitag bis Ende Juli geschlossen

Das wären 800 000 Ein-Liter-Milchtüten gewesen: Am Freitag drehte Schwimmmeister Hans-Werner Münsterjohann die Hähne auf und ließ rund 800 Kubikmeter Wasser aus dem Holdorfer Schwimmbad ab. Der etwa anderthalb Tage dauernde Vorgang war diesmal nicht nur wegen der üblichen jährlichen Grundreinigung nötig, sondern in erster Linie, weil die Schwimmhalle saniert werden soll.

Nach Angaben von Wilfried Schweigel, Bauamtsleiter der Gemeinde Holdorf, werden in den kommenden drei Monaten vor allem Anlagen erneuert, sodass die Badegäste vor der Sanierung auf den ersten Blick gar nicht viel merken werden. So seien die Elektrotechnik zu überarbeiten und die alten, asbesthaltigen Lüftungskanäle auszubauen.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf dem Arbeitsplan ist der Austausch der Heizungskanäle. Dass die nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik ist, haben auch die Schwimmer in den vergangenen Monaten einige Male hautnah zu spüren bekommen, wenn das Wasser badewannenwarm oder unangenehm kühl war. "Außerdem wird zurzeit die warme Abluft der Heizung einfach über das Hallendach abgeleitet. So heizen wir quasi den Himmel", erklärt Schweigel. Durch die Erneuerung der Anlage will die Gemeinde diesem Energieverlust ein Ende machen.

Handlungsbedarf besteht auch bei der Umlaufrinne und den Bodeneinläufen. Sie sind undicht, mit der Folge, dass bei Badebetrieb Wasser in den Keller unter dem Becken sickert. Hier sollen ein neuer Beckenkopf und die Neu-Verfliesung des Umlaufs Abhilfe schaffen.

Besondere neue Attraktionen für die Badegäste sind in der Sanierung nicht vorgesehen. "Aus Kostengründen mussten wir alles, was nicht absolut notwendig war, zurückstellen", sagt Schweigel. Immerhin: Geschaffen werden sollen eine Gegenstromanlage sowie Massagedüsen, die demnächst im Nichtschwimmerbereich für noch mehr Badespaß sorgen sollen.

An Kosten hat die Gemeinde rund 785 000 Euro veranschlagt. "Damit sind wir günstiger als ursprünglich angenommen", betont Schweigel. Er fügt aber auch bewusst vorsichtig hinzu, dass "zusätzliche Kosten bei einer Altbausanierung natürlich nie ausgeschlossen werden können."

Die Aufträge für die acht handwerklichen Gewerke hat die Gemeinde nach den gesetzlich vorgeschriebenen Ausschreibungen an Firmen aus nah und fern vergeben. So sind zum Beispiel für die Maurer- und die Fliesenlegerarbeiten ebenso Betriebe aus dem Südkreis zuständig wie für die Raumlufttechnik und die sanitärtechnischen Anlagen. Den Hubboden hingegen wird eine Langenhagener Firma richten, die Asbestsanierung übernehmen Fachleute aus Berlin. Die Projektleitung liegt beim Büro Thalen Consult aus Zetel.

Den Betrieb in der unmittelbar angrenzenden Sporthalle soll die Sanierung nicht beeinträchtigen. "Die Sportler werden in dieser Zeit lediglich den Hintereingang benutzen müssen", kündigt Schweigel an.

Starten werden die Arbeiten am 5. Mai. Und wenn alles glatt geht, soll die Halle am 21. Juli wieder freigegeben werden. Dann steht für das zweiköpfige Schwimmhallenteam noch die Reinigung an, und im September können die Wasserratten das Bad endlich zurückerobern.





Holdorfs Bürgermeister verlässt die Gemeinde Holdorf zum 01.01.2004

Geschrieben von OV am 2003-04-02
Gerd Muhle wird in Damme Erster Stadtrat / Enttäuschung bei Holdorfer Bürgern und Politikern

Es ist die Sensation in der Politik im Südkreis Vechta. Holdorfs Bürgermeister Gerd Muhle soll ab dem 01. Januar 2004 in Damme Erster Stadtrat und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters Hans-Georg Knappik werden. Auf dessen Vorschlag hin nominierte die Dammer CDU-Ratsfraktion am Montag Gerd Muhle einstimmig als Nachfolger des jetzigen Stelleninhabers Franz Maue. Dieser tritt Ende des Jahres in Ruhestand.


Hätte die OV diese Nachricht gestern abgedruckt, fast alle Leser hätten sie für einen Aprilscherz gehalten: Holdorfs Bürgermeister Gerd Muhle wechselt am 1. Januar 2004 nach Damme. Er wird dort als Nachfolger Franz Maues Erster Stadtrat und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters Hans- Georg Knappik.

Diese Nachricht platzte gestern wie eine Bombe ins politische Leben im Südkreis. Neben den beiden Protagonisten Gerd Muhle und Hans-Georg Knappik waren nur wenige weitere Personen eingeweiht. Alle hatten dicht gehalten. Am Montagabend schließlich hatte die CDU-Fraktion des Dammer Rates einstimmig grünes Licht gegeben und sich für die Stellenbesetzung mit Gerd Muhle ausgesprochen. Endgültig entscheiden wird der Stadtrat im Zuge einer außerordentlichen Sitzung am Donnerstag (8. April) über die Besetzung.

Nach dem einmütigen Votum der 26-köpfigen christdemokratischen Fraktion ist aber sichergestellt, dass der Rat zumindest mit einer großen Mehrheit für Gerd Muhle stimmen und damit auch gleichzeitig auf die Ausschreibung der Stelle verzichten wird, die mit der Pensionierung Franz Maues frei wird. Der jetzige Erste Stadtrat und allgemeine Vertreter des Bürgermeisters ist 63 Jahre alt. Wie ihn wird der Rat auch Gerd Muhle für die Dauer von acht Jahren wählen.

Mit seinem Amtsantritt soll sich die Organisation der Stadtverwaltung noch einmal ändern. "Die Rolle des Ersten Stadtrates wird dann eine ganz andere sein als die Franz Maues", erklärte Hans-Georg Knappik gestern bei einem Pressegespräch im Dammer Rathaus. Gerd Muhle solle mehr Verantwortung übertragen bekommen und noch mehr in die Leitung eingebunden sein. Mehr über die neuen Organisationsstrukturen wollte Dammes Bürgermeister noch nicht sagen.

Hinsichtlich ihrer zukünftigen Zusammenarbeit in einer Verwaltung machen sich die beiden Bürgermeister indes keine Sorgen. "Die Chemie zwischen uns stimmt", betonte Hans-Georg Knappik. Und auch Gerd Muhle sieht keine Schwierigkeit darin - auch nicht darin, dass er ab 1. Januar nicht mehr der erste, sondern nur noch der zweite Mann ist: "Je länger ich hauptamtlicher Bürgermeister gewesen wäre, desto größer wäre vielleicht das Problem geworden, der zweite Mann zu sein."

Aber warum hat er sich um die Stelle bemüht? Er sei seit zehn Jahren in Holdorf, weitere 25 Jahre kämen hinzu, wenn er dort bis zu seiner Pensionierung mit 65 Jahren bliebe. Eine so lange Zeit auf einem Posten sei, das lehre die Erfahrung aus anderen Kommunen, weder für den Betroffenen noch für die Gemeinde gut. Zudem, so Gerd Muhle, sei es mit 40 Jahren noch möglich, sich beruflich zu verändern. Schließlich habe die Stadt Damme alle seine Forderungen erfüllt. So könne er mit seiner Familie in Holdorf wohnen bleiben. Zudem klettere er in der Besoldung von A 15 nach A 16.


Die Kontakte wegen der Stelle des Ersten Stadtrates hatte Gerd Muhle bereits vergangenes Jahr geknüpft. Nach mehreren Gesprächen seien sie sich über den Wechsel einig gewesen.

Ein schlechtes Gewissen, weil er sich in Holdorf erst vor knapp anderthalb Jahren hatte zum Bürgermeister wählen lassen und die Amtsperiode eigentlich noch bis 2006 dauert, hat Gerd Muhle nicht. Seinerzeit sei nicht absehbar gewesen, dass die Stelle des Ersten Stadtrates in Damme mit Beginn des Jahres 2004 zu besetzen ist. Manchmal seien schnelle Entscheidungen notwendig. Die jetzt getroffene für den Wechsel bedeute im übrigen nicht, dass er sich irgendwann als möglicher Nachfolger Hans-Georg Knappiks sieht.

Mit überwiegend Verständnis, aber auch mit ein wenig Enttäuschung reagierte gestern Holdorfs CDU-Fraktionschef Norbert von Handorff auf die überraschende Entscheidung des Bürgermeisters. Seine persönlichen und beruflichen Ziele würden den jetzigen Wechsel rechtfertigen, so von Handorff. Allerdings habe die CDU-Fraktion auf Gerd Muhle bei der Wahl zum Bürgermeister gesetzt und ihn auch unterstützt. „Ich hatte gedacht, dass er eine Wahlperiode durchhält“, erklärte der Fraktionschef. Nun müsse die ganze Sache zum Wohl der Gemeinde positiv zu Ende gebracht werden. Denn „erfolgreich und auch angenehm“ sei die Arbeit mit dem Bürgermeister gewesen, resümierte von Handorff.

In den nächsten Tagen sollen zunächst im kleinen Kreis die weiteren Schritte für die neu anstehende Wahl eines neuen Bürgermeisters beraten werden. Die Überraschung sei zu groß gewesen, als dass jetzt schon irgendwelche Aussagen sowohl über einen möglichen Termin als auch einen Nachfolger getroffen werden könne.

Auch der CDU-Gemeindevorsitzende Norbert gr. Schlarmann differenzierte seine Reaktion auf Muhles Wechsel. Politisch sei er ebenso enttäuscht wie der Fraktionschef. „Wir hatten uns mit Gerd Muhle als Bürgermeister eingelassen, weil wir ihn für den Richtigen hielten und auch noch halten“, meinte gr. Schlarmann. Persönlich könne er die Entscheidung verstehen.

„Die SPD-Fraktion nimmt die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis“, erklärte gestern Fraktionschef Franz Overmeyer. „Wir können Gerd Muhle bescheinigen, tadellos, parteiunabhängig und zum Wohle der Gemeinde gearbeitet zu haben. Er war ein Glücksfall für Holdorf. Jetzt müssen wir sehen, wie es weitergeht.“



Holdorfer Wohngebiete werden zu
„Tempo-30-Zonen“

Geschrieben von Heinrich Vollmer am 2003-03-21
Flächendeckende Einrichtung in Holdorf und in den Ortsteilen


An der Ortseinfahrt aus Richtung Steinfeld begann Bauhofleiter Reinhard Piekenbrock am Montagmorgen mit dem Aufstellen der Tempo-30-Schilder. Foto: hvo




Zum Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Kinder und Fußgänger haben Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Holdorf jetzt damit begonnen, sämtliche Wohngebiete als „Tempo-30-Zone“ auszuweisen.

Die flächendeckende Einrichtung von 30-km-Zonen in Holdorf und in den Ortsteilen Handorf-Langenberg und Fladderlohausen beruht auf einem Ratsbeschluss. Nur noch auf den innerörtlichen Durchfahrtsstraßen gilt die übliche Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. In den „Tempo-30-Zonen“ gilt maximal Tempo 30 und zwar bis zum Ende der Zone. Die Beschilderung wird nicht an allen Einmündungen, wie sonst üblich, wiederholt. Im Regelfall gilt in Tempo-30-Zonen rechts vor links, Ausnahmen von dieser Regel werden jedoch ausgeschildert.

Mit dem Beschluss über die Einrichtung der „Tempo-30-Zonen“ entsprachen die Politiker den Anträgen auf Verkehrsberuhigungen.

„Der Erfolg dieser Verkehrsberuhigung hängt natürlich vom Verhalten eines jeden Verkehrsteilnehmers ab“, räumt Bürgermeister Gerd Muhle ein und hofft auf die Einsicht der Bürger. Die Verkehrsgeschwindigkeiten werden von der Gemeinde Holdorf durch zeitweilige Aufstellung eines Geschwindigkeitsmessgerätes kontrolliert.





An der Autobahn ensteht Anlage rund um den LKW

Geschrieben von Heinrich Vollmer am 2003-02-26
„PS Holding“ aus Mühlen investiert drei Millionen Euro in ein neues Projekt

Treffpunkt Bauschild: Frank Pille, Gerd Muhle, Ernst Nordlohne, Gottfried Pille, Hauke Anders und Andreas Rolfs (von links) Foto: hvo


Alles rund um den Lkw: Nach dreijährigen Vorbereitungen haben in den vergangenen Tagen Bagger und Planierraupen das 33.000 Quadratmeter große Gelände im Dreieck an der Landesstraße 849 und Bundesstraße 214 hergerichtet. Autobahnnah will die PS Holding aus Mühlen bis zum Herbst in dem neuen Gewerbegebiet eine Waschstraße, Tankstelle und Werkstatt für Nutzfahrzeuge errichten.

Etwa drei Millionen Euro investiert die PS Holding in dieses Projekt, dessen Planung und Ausführung in den Händen vom Ingenieurbüro Frilling (Vechta) liegen. Die Speditionsgruppe Paul Schockemöhle (Mühlen) wird die Tankstelle und Waschanlage betreiben, während das Autohaus Anders (Vechta) die Werkstatt übernimmt. Bis zu 22 neue Arbeitsplätze entstehen dadurch an der Dinklager Straße, von wo aus das „Nutzfahrzeug-Zentrum“ zu erreichen sein wird. „Zur Zeit suchen wir noch qualifiziertes Personal, das möglichst aus Holdorf kommen sollte“, sagte Gottfried Pille, Geschäftsführer der Speditionsgruppe Paul Schockemöhle, bei einem Treffen mit Bürgermeister Gerd Muhle.

„Das Gewerbegebiet bot sich für uns an“, so Gottfried Pille, „denn es ist ein idealer Standort für unsere firmeneigene Lkw-Waschanlage“. Der Fuhrpark der Paul Schockemöhle Spedition & Logistik umfasse allein 160 Lkw, dazu kämen noch einmal 25 der Dammer Logistik und weitere 60 Lkw anderer verbundener Unternehmer. Auch Hauke Anders, Geschäftsführender Vorstand des gleichnamigen Unternehmens, hält diesen Standort für interessant, „weil in Holdorf und Steinfeld die größte Lkw-Dichte im südlichen Oldenburger Münsterland besteht.“ Zudem erwarte er für die Werkstatt Kundenzulauf durch die Nähe der Autobahn.

Die moderne Lkw-Waschanlage soll für jedermann geöffnet sein und bietet zudem die Möglichkeit der Siloinnenreinigung. Für die umweltverträgliche Waschanlage wird das Regenwasser der Dachflächen aufgefangen und in einem 72 Kubikmeter fassenden Tank gesammelt. Das verbrauchte Waschwasser wird in einer vollbiologischen Wasseraufbereitungsanlage behandelt und bis zu 80 Prozent für nachfolgende Waschgänge wieder verwendet. „Die restlichen Abwasser, die nicht höher belastet sind als normales Haushaltswasser, werden an die Kläranlage abgegeben“, erklärte Diplom-Ingenieur Andras Rolfs vom Ingenieurbüro Frilling.

Vorerst sei geplant, das „Nutzfahrzeug-Zentrum“ von montags bis sonnabends von 6 bis 22 Uhr im Zweischichtbetrieb offen zu halten. „Durch den Tagesbetrieb ist es nicht erforderlich zum einzig vorhandenen nahe gelegenen Wohnhaus einen Lärmschutzwall zu errichten“, berichtete Muhle. Hier sei Privatinteresse mit dem allgemeinen Interesse abgewogen worden. „Sobald Nachtbetrieb hinzu kommt, werden die laut Bebauungsplan geforderten Lärmschutzmaßnahmen kommen“, fügte Gottfried Pille hinzu.







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