Holdorfer Dorfleben

Aktuelles aus dem Rathaus
IGeHo-Jahresauftakt gibt Denkanstöße und Tipps zum selbstbestimmten Wohnen im Alter
Wohnen, wie ich möchte - heute und im Alter":
Mehr als 50 Interessierte kamen zum Jahresauftakt der Interessengemeinschaft Holdorf. (Foto: Völkerding)
Dieses Thema hat am 23. Januar im Mittelpunkt beim Jahresauftakt der Interessengemeinschaft Holdorf (IGeHo) gestanden.
In der Bauernschänke Bocklage in Ihorst begrüßte der IGeHo-Vorsitzender Andreas Lucht konnte dazu mehr als 50 interessierte Gäste. Rund 15 zusätzliche Interessierte hatten die Teilnahme aufgrund der unsicheren Witterungsverhältnisse noch kurzfristig abgesagt.
,,Wir wollen erfahren, was Ihr Euch wünscht, um an den richtigen Rahmenbedingungen vor Ort mitzuwirken", machte Lucht deutlich. Eine am Abend online und auf Papier durchgeführte Umfrage unter den Anwesenden kam zu dem Ergebnis, dass sich viele Teilnehmende in Zukunft ein Leben in generationsübergreifenden Wohnprojekten vorstellen können. Zugleich spielen für die Menschen der Umfrage zufolge vor allem Kriterien wie Nähe zur Familie und zu Freunden wie auch die fußläufige Erreichbarkeit von lokalen Veranstaltungen sowie Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten eine wichtige Rolle.
Verschiedene Wohnformen und -konzepte für das Alter stellte die Immobiliensachverständige und IGeHo-Beisitzerin Sabine von der Heide vor. ,,Wohnen ist auch in unserer ländlichen Region längst eine Preisfrage", sagte die Fachfrau. Ein stetig sich verknappendes Angebot an Bauland und vor allem immens gestiegene Baukosten bildeten die Rahmenbedingungen, die durchaus auch politisch beeinflusst seien. Das möglichst lange unabhängige Wohnen in den eigenen vier Wänden stünde auf Platz 1 der Pläne und Vorstellungen vom Älterwerden. ,,Nicht alle Menschen wollen irgendwann in ein Heim oder eine Seniorenresidenz", sagte von der Heide. Alternative Wohnkonzepte fänden daher immer mehr Anklang. Darunter fallen zum Beispiel Seniorenwohngemeinschaften oder auch sogenannte Wohnquartiere, die auf generationenübergreifendes Wohnen - wie es die IGeHo auch für Holdorf gern prüfen würde - setzen.
Hierzu stellte die Immobiliensachverständige mit einem kurzen Video das Wohnquartier ,,Teilerhöfe" in der Nähe von Hannover vor. Es besteht aus zehn Häusern und 42 Mietwohnungen, in denen Familien, Alleinerziehende, Paare und Singles, Wohngemeinschaften sowie Senioren- und Seniorengruppen gemeinsam leben. Das funktioniere frei nach dem Motto ,,Jeder profitiert von jedem und alle helfen und unterstützen sich", sagte von der Heide. Dabei handelt es sich nach ihrer Auffassung um ,,ein Vorzeigeobjekt für nachhaltiges und gemeinschaftliches Leben für alle Lebensphasen."
,,Die Menschen wollen so lange wie möglich unabhängig und im eigenen Zuhause leben", machte Thomas Kossen, ehrenamtlicher Wohnberater im Landkreis Vechta, deutlich. Mit fünf weiteren geschulten Ehrenamtlichen berät er Menschen und Familien rund ums Wohnen und Bauen im Alter oder bei eingeschränkter Mobilität. ,,Es gibt eine Vielzahl an technischen Hilfsmitteln, die kurzfristig Unterstützung bieten. Wenn das nicht reicht und ein Umbau zu Hause erforderlich ist, helfen wir Planung und Umsetzung", sagte Kossen. Hilfreich sei dabei die Kenntnis, dass diverse Maßnahmen auch förderfähig seien: ,,Auch hier beraten wir gerne."
Einen kurzen Rückblick auf die IGeHo-Aktivitäten im vergangenen Jahr gaben die beiden Ratsmitglieder Thomas Deters und Anja Schlarmann. Beim Schlusswort des Abends konnte sich Andreas Lucht über zwei neue Mitglieder freuen und lud zur Teilnahme an den künftigen IGeHoAktionen ein.

