Holdorfer Dorfleben

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Bericht von: Heinrich Vollmer Veröffentlicht am 02.03.2026

Mister Musikverein und die ,,Dicke Berta"

Mister Musikverein und die ,,Dicke Berta"

Reinhold ,,Olly" Heil gehört zum Inventar

Immer konzentriert bei der Sache: Reinhold ,,Olly" Heil und seiner ,,Dicken Berta". (Foto: Vollmer)
 

Wenn Reinhold Heil über sein Leben spricht, dann tut er das mit jener ruhigen Zuversicht, die Menschen ausstrahlen, deren Glas grundsätzlich ,,immer halb voll" ist. Geboren am 19. Oktober 1952 im kleinen Fladderlohausen, ist er seinem Heimatort stets treu geblieben - ein Mann, tief verwurzelt in seiner Umgebung, seiner Familie und der Musik. Hier ist er aufgewachsen, hier lebt er bis heute mit seiner Frau Ulrike, hier sind seine Kinder Johanna, Julian und Maximilian groß geworden. Und hier ist auch der Ort, an dem Reinhold Heil seine musikalische Heimat fand.

Sein Weg in die Musik begann früh - und eher ungewöhnlich: Weihnachten 1965 bekamen Reinhold und fünf Freunde eine Melodica geschenkt. Die Jungen trafen sich regelmäßig, übten Lieder und spielten schließlich beim Kuchensingen im Januar 1966. Was als kleines Experiment begann, führte zu einem Moment, der Reinholds Leben prägte. Beim Laternenumzug wurden sie vom damaligen Musikvereinsleiter Heinz Meiners angesprochen - die Jungen rechneten mit Ärger, da sie in Fladderlohausen einen eigenen Laternenumzug organisiert und durchgeführt hatten, doch stattdessen kam eine Einladung zur Probe. Für Reinhold der Beginn einer jahrzehntelangen musikalischen Reise.

Bei seinem ersten Treffen im Musikverein dauerte es nicht lange, bis er sein Instrument fand - oder besser gesagt: bis es ihn fand. Als Heinz Meiners auf dem Dachboden der Gaststätte Blomendahl eine alte Tuba entdeckte, wusste er sofort: ,,Die ist für dich." Reinhold, ohnehin begeistert von groß

en Instrumenten, nahm sie an - und blieb der Tuba bis heute treu. Später kam seine ,,Dicke Berta" hinzu, ein (klanggewaltiges) wuchtiges Instrument älteren Baujahrs, das er liebevoll hütet. Nach einer 

Generalüberholung versprach er ihr sogar lachend: ,,Ich schleppe dich, solange ich dich tragen kann."

Über 50 Jahre war Reinhold beruflich bei der Volksbank Dammer Berge tätig, davon viele Jahre in Holdorf - immer offen für Neues, vor allem wenn es um IT ging. Er installierte den ersten PC, später den ersten Geldautomaten. Seit 2017 ist er Rentner, aber weiterhin hat der seinen Job noch halbtags bis zum Mai 2022 ausgeführt, wo er dann endgültig nach 50 Jahren Volksbank in den Ruhestand verabschiedet wurde. 

Auch im Musikverein war Reinhold stets einer derjenigen, die Verantwortung übernahmen. Schon ab 1967 Kassenwart, später über Jahrzehnte Geschäftsführer, wurde er am 17. Februar 2026 für seine außergewöhnlich lange Mitgliedschaft und sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement feierlich ausgezeichnet - eine Ehrung, die seine Bedeutung für den Verein eindrucksvoll unterstrich. Seit derselben Generalversammlung unterstützt er den Verein noch einmal als stellvertretender Kassenwart, um seinem Nachfolger bei Bedarf mit Erfahrung zur Seite zu stehen.

Wegen seines kulturellen Engagements, dem überdurchschnittlichen Einsatz und der Gründung des Jugendorchesters im Musikverein wurde ihm im Jahr 2001 von der Gemeinde Holdorf die höchste Auszeichnung ,,Verdienter Bürger" verliehen.

Der Musikverein ist für ihn weit mehr als ein Hobby: ,,Hier habe ich meine Freunde, hier bekomme ich den Kopf frei, hier fühle ich mich rundum wohl." Und man merkt schnell, dass er ein leidenschaftlicher Musiker ist. Wenn es schwierig wird, hilft nur eines: üben, üben, üben - so lange, bis eine Stelle dreimal hintereinander fehlerfrei sitzt.

Ein musikalischer Traum wäre es für ihn, einmal den Walzer ,,An der schönen blauen Donau" zu spielen - die berühmte Zugabe der Wiener Philharmoniker zum Neujahrskonzert, für ihn der ,,schönste Walzer, den es gibt".

Reinhold lebt nicht nur musikalisch für die Gemeinschaft. Er ist Tuba-Spieler bei den Original-Südoldenburgern, aktiv im Posaunenchor Fladderlohausen und Mitglied zahlreicher Vereine, vom Schützenverein bis zum Heimatverein. Ein Mann, der lieber mittendrin als außen vor ist. Sportlich fährt er gerne Fahrrad, und beim Sofa-Sport feuert er Fußball- und Basketballteams an.

Seine Familie steht für ihn im Mittelpunkt, und seine Wünsche sind schlicht und herzlich: gesund bleiben, Zeit mit seinen Liebsten verbringen, die Enkelkinder aufwachsen sehen - und dabei weiterhin mit Freude seine ,,Dicke Berta" spielen.

Wenn er auf sein Leben zurückblickt, gibt es nur eines, das er manchmal anders gemacht hätte: ,,Ich habe in der aktiven Zeit im Musikverein oft übertrieben. Da musste meine Frau und die Familie manchmal zurückstehen." Ein ehrliches, selbstkritisches Wort - und zugleich typisch für einen Mann, der Gemeinschaft liebt und Verantwortung ernst nimmt.

Dass man ihn vielerorts ,,Olly" nennt, hat übrigens einen humorvollen Ursprung: Einst ging er mit einem Freund als ,,Dick & Doof" zu einer Karnevalsparty. Seitdem blieb der Spitzname hängen - und irgendwie passt er auch. Er klingt herzlich, bodenständig, nahbar - genau wie Reinhold Heil selbst.

Seine Familie steht für ihn im Mittelpunkt, und seine Wünsche sind schlicht und herzlich: gesund bleiben, Zeit mit seinen Liebsten verbringen, die Enkelkinder aufwachsen sehen - und dabei weiterhin mit Freude seine ,,Dicke Berta" spielen.

Wenn er auf sein Leben zurückblickt, gibt es nur eines, das er manchmal anders gemacht hätte: ,,Ich habe in der aktiven Zeit im Musikverein oft übertrieben. Da musste meine Familie manchmal zurückstehen." Ein ehrliches, selbstkritisches Wort - und zugleich typisch für einen Mann, der Gemeinschaft liebt und Verantwortung ernst nimmt.

Dass man ihn vielerorts ,,Olly" nennt, hat übrigens einen humorvollen Ursprung: Einst ging er mit einem Freund als ,,Dick & Doof" zu einer Karnevalsparty. Seitdem blieb der Spitzname hängen - und irgendwie passt er auch. Er klingt herzlich, bodenständig, nahbar - genau wie Reinhold Heil selbst.

 

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