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Bericht von: Heinrich Vollmer Veröffentlicht am 24.03.2026

Litauenkreis verabschiedet Angela von Grafen

Litauenkreis verabschiedet Angela von Grafen

Gebührende Feierstunde im Bürgerhaus

Historisches Dokument: Als Dank und Erinnerung überreichte Malteser-Referatsleiter Stephan Grabber der scheidenden Angela von Grafen ein gerahmten Faktenzettel vom ersten Hilfstransport nach Pasvitinys. (Fotos: Vollmer)

Der Litauenkreis Holdorf verabschiedete am Samstag im Bürgerhaus Angela von Grafen feierlich in den Ruhestand. Rund 50 Gäste - darunter Pfarrer Bernd Strickmann, Malteser-Referatsleiter Stephan Grabber im Auslandsdienst sowie Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug und dessen Vorgänger Gerd Muhle - würdigten ihr jahrzehntelanges Engagement.

Während der Feier übernahm Wegbegleiter Dennis Töteberg die Moderation und zeichnete eingangs die Geschichte des Litauenkreises, dessen Entwicklung durch die Leitung von Angela von Grafen und die Erlebnisse der aktiven Mitglieder aus der Gemeinde und PAngela vonartnerschaftsarbeit auf. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 pflegt der Litauenkreis eine enge Partnerschaft mit dem litauischen Ort Pasvitinys. Zahlreiche Hilfstransporte, gemeinsame Projekte und persönliche Begegnungen haben diese Verbindung über fast drei Jahrzehnte geprägt. Die Verabschiedungsfeier bot daher Anlass, auf viele bedeutende Momente der gemeinsamen Arbeit zurückzublicken. Von den Anfängen berichtete Stephan Grabber, wie Angela von Grafen sich dafür eingesetzt hat, dass der Litauenkreis überhaupt zustande kam. 

Angela von Grafen prägte diese Arbeit maßgeblich: Über viele Jahre hinweg organisierte und koordinierte sie die Aktivitäten des Litauenkreises, knüpfte Kontakte, traf Entscheidungen und hielt die Fäden der Zusammenarbeit in der Hand. ,,Liebe Angela, heute geht es vor allem um dich - um viele Jahre Engagement, Organisation und um das, was du für den Litauenkreis bedeutet hast", hieß es in der Laudatio. Sie wurde als ,,Rückgrat des Litauenkreises" gewürdigt.

Die Rückschau, während der auch Dr. Wolfgang Krug und Gerd Muhle ihre persönlichen Erfahrungen bei ihrer Teilnahme der Reisen mit einbrachten, zeigte deutlich, wie herausfordernd nicht nur die Anfänge waren: Der erste Hilfstransport im Oktober 1998 führte das Team über 3400 Kilometer über zwei Landesgrenzen, an denen Wartezeiten von bis zu 15 Stunden keine Seltenheit waren. Dennoch ließen sich die Beteiligten nicht entmutigen - ein Einsatz, der den Grundstein für viele erfolgreiche Jahre legte.

Zwischen 1998 und der letzten Fahrt im Jahr 2024 entstanden zahlreiche Projekte in Pasvitinys. Darunter der Umbau des Dechantenhauses, das Aufstellen zweier Kreuze am Berg der Kreuze, die Ausstattung des Kindergartens mit Küchengeräten, die Lieferung von Kirchenbänken und die Errichtung sowie Einweihung eines Gedenksteins. Zuletzt wurde mit viel gemeinsamer Arbeit ein neuer Spielplatz aufgebaut. Ein weiterer Höhepunkt war eine gemeinsame Busreise von rund 40 Personen aus Holdorf nach Litauen, bei der neben Riga und Vilnius auch Pasvitinys besucht wurde.

Besonders prägend war stets der menschliche Aspekt der Partnerschaft: Zahlreiche litauische Gäste wurden während ihrer Besuche in Holdorf in Familien untergebracht. ,,Es ging nie nur um Projekte - es ging immer um Menschen", wurde betont. Einige Familien nahmen bis zu acht Gäste auf und schufen damit ein Zeichen gelebter Verbundenheit.

Mit der Verabschiedung Angela von Grafens, die sich aus diesem Anlass auf Bitten des Bürgermeisters ins Goldene Buch der Gemeinde Holdorf eintrug, blickt der Litauenkreis sowohl dankbar zurück als auch hoffnungsvoll nach vorn. Die Verbindung nach Pasvitinys soll weiterhin bestehen bleiben. Der Kreis hofft auf neue Impulse, Unterstützung und engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter, um die wertvolle Arbeit fortzusetzen. 

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