Holdorfer Dorfleben

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Bericht von: Heinrich Vollmer Veröffentlicht am 18.10.2026

Ein Bierdeckel verändert Britta Brunes Leben

Ein Bierdeckel verändert Britta Brunes Leben

Dem Karneval in Handorf-Langenberg verschrieben

Mittendrinn statt nur dabei: Britta Brune bringt mit ihrer Tanzgruppe ,,Dancing Queens" Bewegung in den Frauenkarneval. (Foto: Vollmer)


Wenn Britta Brune über Karneval spricht, spürt man sofort ihre Leidenschaft. Die 43-Jährige gehört seit vielen Jahren zu den prägenden Gesichtern des Frauenkarnevals in Handorf-Langenberg und steht seit der Vereinsgründung der ,,Narrenfreunde Handorf-Langenberg" als erste Vorsitzende an der Spitze des Vereins. Doch ihr Engagement endet nicht vor der Bühne. Beruflich arbeitet sie seit einem Vierteljahrhundert in der Gesundheitsversorgung, privat ist sie fest in Familie, Vereinsleben und Dorfgemeinschaft verwurzelt.

Geboren im Juli 1983 in Damme, wuchs Britta Brune in ihrer Heimatstadt auf. Seit Dezember 2010 lebt sie mit ihrem Ehemann Jens und den gemeinsamen Kindern Leni (17) und Jan (15) in Handorf-Langenberg. Die Familie spielt in ihrem Leben eine zentrale Rolle. Ob am Spielfeldrand bei Handball- und Fußballspielen der Kinder, bei gemeinsamen Reisen oder bei sportlichen Aktivitäten wie Radfahren und Joggen: Zeit mit der Familie hat für sie den höchsten Stellenwert.

Auch beruflich zeigt Britta Brune Ausdauer und Leidenschaft. Nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Dammer Krankenhaus blieb sie ihrem Beruf treu. Seit 25 Jahren arbeitet sie dort und ist heute auf der Zentralen Notaufnahme tätig. Stillstand ist für sie keine Option. Deshalb hat sie zusätzlich ein duales Studium zur Physician Assistant in Rheine begonnen. ,,Etwas für meinen Kopf tun", beschreibt sie ihren Antrieb, sich auch nach vielen Berufsjahren weiterzuentwickeln.

Zum Frauenkarneval kam Britta Brune eher zufällig. Während eines Karnevalsabends in Damme wurde sie von den damaligen Organisatorinnen gefragt, ob sie sich vorstellen könne, gemeinsam mit einer Freundin in die Bütt zu steigen. Kurzerhand wurde die Zusage auf einem Bierdeckel festgehalten. ,,Ich hatte mich schriftlich für zehn Jahre verpflichtet", erzählt sie heute mit einem Lachen.

Aus diesem spontanen Entschluss entwickelte sich eine langjährige Leidenschaft. Seit 2017 steht sie zusätzlich mit ihrer Tanzgruppe, den ,,Dancing Queens", auf der Bühne. Nachdem sich die vorherige Tanzformation aus dem aktiven Karnevalsgeschehen verabschiedet hatte, wurden die ,,Dancing Queens" ins Leben gerufen und bereichern seither das Programm.

Als die Gründung der ,,Narrenfreunde Handorf-Langenberg" vorbereitet wurde, fiel die Wahl der Vorsitzenden fast schon zwangsläufig auf Britta Brune. Mit ihrer direkten, offenen Art brachte sie sich selbst ins Spiel. Heute moderiert sie gemeinsam mit Katharina Beckemeyer die Sitzungen, tanzt bei den ,,Dancing Queens" und vertritt den Verein nach außen.

Dabei geht es ihr nicht um persönliche Ziele oder Titel. Vielmehr möchte sie dazu beitragen, eine Tradition zu erhalten, die das Dorf seit vier Jahrzehnten prägt. Für sie verbindet der Frauenkarneval Menschen unterschiedlichster Generationen und schafft Gemeinschaft. Dass inzwischen auch ihr Mann Jens aktiv mitwirkt und die Kinder mit dem Karneval aufgewachsen sind, macht diese Tradition für sie noch wertvoller.

Der Aufwand hinter einer Sitzung ist enorm. Wochenlange Vorbereitungen, Sitzungen, Bastelabende, Tanzproben und organisatorische Aufgaben gehören dazu. Als Ehrenamtliche investieren die Aktiven nicht nur viel Zeit, sondern auch eigenes Geld. Dennoch steht für Britta Brune fest: Jede investierte Minute lohnt sich. Die Freude und das Lob der Besucherinnen seien der schönste Lohn.

Besonders schätzt sie die Gemeinschaft im Organisationsteam, den ,,HA-LA Elfen". Unterschiedliche Persönlichkeiten, Ideen und Talente würden dort zusammenkommen und gerade dadurch eine erfolgreiche Zusammenarbeit ermöglichen.

Mit Stolz blickt Britta Brune auf die Entwicklung des Frauenkarnevals in Handorf-Langenberg. Die Gründung des Vereins sieht sie als wichtigen Schritt für die Zukunft. Gerade in einer Zeit, in der ehrenamtliches Engagement immer schwieriger geworden sei, möchte sie ein Zeichen setzen und zeigen, wie wichtig Gemeinschaft und Tradition für das Dorfleben sind.

Wer Britta Brune beschreibt, landet schnell bei Eigenschaften wie ehrlich, direkt und ehrgeizig. Sie selbst bezeichnet sich als ,,unruhigen Geist", für den Stillstand keine Option ist. Auf die Frage, was sie in ihrem Leben ändern würde, antwortet sie kurz und ohne Zögern: ,,Nichts." Stattdessen erfüllt sie sich derzeit einen lang gehegten Wunsch mit ihrem Studium. Und für die Zukunft gibt es noch einen weiteren Traum: gemeinsam mit ihrem Mann eine längere Schiffsreise zu unternehmen. Bis dahin wird sie sich jedoch weiterhin mit Herzblut für ihre Familie, ihren Beruf und den Frauenkarneval in Handorf-Langenberg einsetzen. Denn genau dort schlägt ein großer Teil ihres Herzens.

Britta Brune ist immer gut für eine Überraschung: Am 11.11. um 11.11 Uhr werden die Narrenfreunde Handorf-Langenberg das Holdorfer Rathaus stürmen. Wer mit dabei sein will, wenn Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug den Rathausschlüssel in die Hände der Karnevalistinnen übergibt, ist herzlich willkommen.

 

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