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News-Archiv (bis Februar 2017)

„Finanzielle Unebenheiten perfekt ausgebügelt“

Geschrieben von OV am 2008-01-17
Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug hält beim Neujahrsempfang für Gewerbetreibende Jahresrückblick

Die Tanzgruppe „Fröhlicher Reigen“ vom Andreaswerk in Vechta sorgte neben der Barbara-Band für den kulturellenTeil des
Neujahrsempfanges. Ihre vier Tänze wurden mit viel Applaus belohnt. (Foto: hvo)


Seinem traditionellen Jahresrückblick beim Neujahrsempfang für die heimischen Gewerbetreibenden am Dienstagabend im Saal Bocklage in Ihorst stellte Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug auch in diesem Jahr wieder die Rubrik Personalie voran. So erinnerte er an den plötzlichen Tod im Oktober 2007 des langjährigen Vorsitzenden des Handels- und Gewerbevereins, Alfred Kampers. Krug hob vor allem die Verdienste des Verstorbenen bei den beiden Industrie- und Gewerbeschauen 2001 und 2006 hervor. Bewegt habe die Gemeinde auch der Tod von Theodor Schnepper am 7. November. Im Frühsommer 2007 war Schnepper anlässlich des 75. Bestehens des Kalksandsteinwerkes noch die Ehrenplakette als verdienten Bürger der Gemeinde überreicht worden.

Erfreulich indes ist für Krug, dass mit Franz-Josef Kreinest ein Nachfolger als Sprecher des Industriestammtisches gefunden wurde. Der bisherige Amtsinhaber Jürgen Rohn hatte vor gut einem Jahr seine Tätigkeit niedergelegt. In diesem Zusammenhang begrüßte der Bürgermeister auch Günther Böckmann als Vorsitzenden des neuen Wirtschafts-Forums, das sich aus dem Handels- und Gewerbeverein in diesem Jahr gebildet hat.

Glückwünsche gab es zudem für die Holdorfer Tennis-Herren (ab 50), die das „Wunder von Holdorf“ geschafft haben, „indem sie direkt und verlustpunktfrei von der Landesliga in die Oberliga (Niedersachsen und Bremen) aufgestiegen sind“, sagte Krug. Als Sport-Dauerbrenner bezeichnete der Bürgermeister auch JanWernke, der im vergangenen Jahr Vize-Europameister wurde.

Beim kommunalpolitischen Rückblick stellte der Bürgermeister zunächst fest, dass die Gemeinde ihre „finanziellen Unebenheiten“, die sie mit einem unausgeglichenen Haushalt 2007 erleben musste, per Nachtragshaushalt „perfekt ausbügeln konnte“.

Als weitere wichtige Ereignisse nannte Krug den endgültigen Ausbau der Industriestraße, die Maßnahmen bei der Dorferneuerung, die energiesparende Maßnahmen zum Beispiel bei der Barbara-Schule in Langenberg und im Rathaus sowie die Einrichtung einer Krippengruppe im Kindergarten St. Barbara und einer Ganztagsbetreuung im Kindergarten St. Dominikus.

Nicht ohne Stolz vermeldete Krug ein „Altzeithoch“ bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. 2007 wurden 2665 Arbeitsplätze in insgesamt 511 angemeldeten Betrieben geschaffen. Gegenüber 2006 hat sich damit die Zahl der Holdorfer Unternehmen um über zehn Prozent gesteigert.

Die Neujahrsansprache des Bürgermeisters und weitere Zahlen / Daten über die Entwicklung der Gemeinde können bei einem Klick auf den nachfolgenden Link eingesehen werden.

Neujahrsempfang 2008



Fünf Wünsche an die künftige Regierung

Geschrieben von OV am 2008-01-17
Unternehmer Dr. Hans Georg Leuck sprach beim Neujahrsempfang in Ihorst

Gelungener Vortrag: Dafür gab es von Bürgermeister Dr. Krug (rechts) einen Präsentkorb für Dr. Leuck. (Foto: hvo)



Nachträgliche Neujahrswünsche gab es unter den 150 Gästen bei Neujahrsempfang am Dienstagabend in Ihorst noch etliche. Auch Dr. Hans Georg Leuck hatte welche. Genau fünf. Und die richtete der Geschäftsführer des Kalksandsteinwerkes Holdorf als Unternehmer in seiner Festrede an die künftige niedersächsische Landesregierung.

Ganz oben auf seiner Wunschliste die Finanzpolitik: Zwar sei es lobenswert, dass die Regierung Schulden abbauen wolle. Aber Niedersachsen habe immer noch 52 Milliarden Euro Schulden, was jährlich Zinsen von 2,5 Milliarden bedeute. „Holdorf könnte damit 1000 Jahre jedes Jahr 2,5 Millionen Euro investieren.“ Es müsse wirtschaftlich gearbeitet werden, sagte Leuck mit Blick auf die jährliche Verschwendungs-Bilanz, die vom Landesrechnungshof aufgelistet wird. „Lesen kann man die Bilanz. Aber wo bleiben die Antworten darauf?“

Der zweite Wunsch zielt auf den Abbau der Bürokratie. Zwar habe auch hier das Land verkündet, von den 4155 Verordnungen 1960 gestrichen zu haben. Als Unternehmer merke er davon aber nichts. „Vielleicht müssen wir jetzt statt vier Mal im Jahr nur einmal im Jahr eine Statistik anfertigen.“ Er wünschte sich deshalb, dass Verordnungen danach untersucht werden, ob sie auch wirklich notwendig sind. „Sonst kann man besser Kalksandstein lecken, als Mineralwasser trinken.“

Für die Bildung formulierte er den Wunsch, sich mehr mit den Grundlagen – dem Kindergarten und der Hauptschule zu beschäftigen. „Wenn sich das Land zu einem dreigliedrigen Schulsystem bekennt, dann darf die Hauptschule keine Restschule sein.“

Wunsch vier: Bürger müssen mehr Geld in den Taschen haben. Dass Unternehmen dafür nur die Löhne erhöhen müssten, sei zu kurz gesprungen, rechnete Leuck in einem Beispiel aus seinem Unternehmen vor. Unter dem Strich habe ein Familienvater ein Nettogehalt von 23.400 Euro im Jahr. „Wir zahlen insgesamt mit Personalkosten für diese Stelle 38.000 Euro.“ Das Besteuerungssystem müsse überarbeitet werden.

Der Staat habe über die Erhöhung der Mehrwertsteuer und des Benzinpreises 2,5 Milliarden Euro 2007 mehr eingenommen, denke aber gleichzeitig an die Kürzung der Pendlerpauschale. Und schließlich wünschte sich Leuck mehr Glaubwürdigkeit von der Politik.



Gemeinde lud zum Empfang

Geschrieben von H. Vollmer am 2008-01-16
Dr. Leuck als Festredner

Zum zwölften Mal in Folge hatte die Gemeinde Holdorf gestern die heimischen Unternehmer zum Neujahrsempfang in den Saal Bocklage in Ihorst eingeladen. Vor den rund 150 Gewerbetreibenden hielt der Geschäftsführer der Kalksandsteinwerke Holdorf, Dr. Hans Georg Leuck, den Festvortrag; von links Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug, Festredner Dr. Hans Georg Leuck, Günter Böckmann (Wirtschafts-Forum), Franz-Josef Kreinest (Industriestammtisch) sowie Bernard Echtermann. (Foto: hvo)



„Den Aufstiegstrend nicht bremsen“

Geschrieben von OV am 2008-01-11
Grünkohlessen: Bayerns Ministerpräsident Beckstein schwört CDU auf Sieg ein

Willkommener Gast im Oldenburger Münsterland: Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (rechts) wurde gestern in Handorf-Langenberg herzlich begrüßt, wie hier von Siegfried Macke und Heinrich Evers (von links). Foto: hvo


Morgens beim CSU-Kommunalkongress in München, nachmittags beim Wahlkampfauftakt in Osnabrück mit dem Kollegen Christian Wulff und abends beim traditionellen Grünkohlesen der CDU Holdorf: Trotz eng gestrickter Terminplanung keine Ermüdungserscheinung bei Bayerns Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, als er von den rund 550 Gästen in der Sporthalle in Handorf-Langenberg stürmisch begrüßt wird.

Was Beckstein mit „absolut Spitze“ kommentiert. Und: „Wenn Christian Wulff hier wäre, müsste er das ertragen, dass die Veranstaltung besser besucht ist, als in Osnabrück“, lobte der Ministerpräsident. Lob gab es dann auch eine ganze Menge in Richtung CDU in Niedersachsen. Zu Beispiel dafür, dass die CDU unter Wulff Niedersachsen vom Absteigerland zum Aufstiegsland geführt habe. Das zeige die gesunkene Arbeitslosigkeit im Lande genauso wie das gestiegene Wirtschaftswachstum. Niedersachsen habe es sogar geschafft, Bayern in einigen Punkten zu überholen,
räumte Beckstein in seiner zum Teil kämpferischen Rede ein.

Beim Bürokratieabbau sei dies der Fall. Besser sei Bayern indes bei den Finanzen. „Der Haushalt konnte ohne Neuverschuldung verabschiedet werden“, betonte Beckstein. Maßstäbe gesetzt habe Niedersachsen aber wieder bei der Kinderbetreuung. Beckstein sah die Notwendigkeit, Krippenplätze zu schaffen, um den Eltern die Möglichkeit zu geben, selbst die Betreuungsform zu wählen. „Es muss beides möglich sei“, sagte Beckstein: Krippenplätze oder die „Oma“ beziehungsweise die Tagesmutter.

Den Rücken stärkte der Minister der CDU Niedersachsen bei der Bildungspolitik. Es gebe keine Alternative zum gegliederten Schulsystem, sagte er und begründete: „Weil jedes Kind unterschiedlich ist“ und nach seiner Fähigkeit und Begabung gefördert werden müsse. Zurück auf die Bühne meldete sich Beckstein in Holdorf zum Thema innere Sicherheit. Vor dem Hintergrund des U-Bahnvorfalles in München sprach sich der Ministerpräsident erneut für eine Änderung des Ausländerrechtes und der Höchststrafe für Heranwachsende aus. „Wenn Ausländer immer wieder straffällig werden, dann haben sie nichts in Deutschland zu suchen“. Beckstein warnte aber auch davor, gegen Ausländer einen Generalverdacht auszusprechen.

Für die Landtagswahl wünschte Beckstein der CDU ein Ergebnis von 50 plus x, damit die Christdemokraten ein „gescheites“ Ergebnis wie in Bayern bekommen und der „Aufstiegstrend nicht gebremst wird“.

Zitate :

„Ich habe mir schon gedacht, was ist das für eine Gastfreundschaft – Bier im Fingerhut.“
(Beckstein zum CDU-Vorsitzenden Norbert gr. Schlarmann, der ihm statt eines kleinen Glases einen halben Liter Bier brachte.)

„Wenn mein Sohn Frank den Hammer in die Hand nimmt, muss man schauen, wo der nächste Arzt ist.“
(Zur Forderung nach einer individuellen Förderung von Jugendlichen.)





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